Wer hätte das gedacht? Um Motion Sickness erfolgreich zu bekämpfen, braucht es eigentlich nur eines kleinen banalen Eingriffs.

Aktuelles - Das Heilmittel gegen Motion Sickness war die ganze Zeit vor unserer Nase

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Eine virtuelle Nase später muss keiner mehr reiern
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Virtual Reality ist nach langer Zeit mal wieder das Wort der Stunde, besonders in der Videospielindustrie. Jeder größere Hersteller hat eine VR-Brille in Entwicklung oder eine, die Augmented Reality beherrscht. Das einzige Problem, das solche VR-Brillen noch immer mit sich bringen ist Motion Sickness, also das Übelwerden bei einigen Trägern. Die auch als Bewegungskrankheit bekannte Reaktion verursacht bei Betroffenen häufig Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit bis hin zum Erbrechen. Auslöser ist grob gesagt die Tatsache, dass das Gehirn Bewegung simuliert bekommt, aber tatsächlich keine Bewegung stattfindet, was zu Motion Sickness führt.

Laut David Whittinghill, Assistentzprofessor beim Department of Computer Graphics Technology der Purdue-Universität sei das ein häufig auftretendes Problem. "Die Wahrnehmung mag es überhaupt nicht, wenn Körperbewegung und das visuelle System nicht synchron verlaufen. Erkennt man also Bewegung im Sehfeld, dann erwartet man, sich zu bewegen. Und wenn man Bewegung sieht ohne aber Bewegung im Gleichgewichtsorgan zu erfassen, dann wird einem schlecht."

Die Übelkeit kann man in Schach halten, wenn es im Spiel einen fixen Punkt gibt, den man ständig anvisieren kann. Leider sei aber nicht jedes Spiel eines, das ein Cockpit beinhalten kann. Dann kam dem Studenten Bradley Ziegler die Idee, doch einfach eine menschliche Nase als Fixpunkt mit einzubauen. "Das war ein Geniestreich", so Whittinghill. "Man sieht ja auch ständig die eigene Nase. Natürlich blendet man die aus, aber sie ist immer noch da und gibt einem wahrscheinlich einen Bezugspunkt, um sich zu stabilisieren."

Integriert man nun dieses "nasum virtualis", also die virtuelle Nasenspitze in Spiele, konnte die Bewegungskrankheit erfolgreich verringert werden. Man führte daraufhin einen Test durch, in dem einige Testpersonen eine virtuelle Achterbahnfahrt mal mit und mal ohne virtuelle Nase absolvieren mussten. Allerdings teilte man denjenigen, die eine virtuelle Nase erhielten, nicht mit, dass die Nase überhaupt da war. Schließlich erhält man auch nicht ständig mitgeteilt, dass man eine Nase habe. Sie ist einfach da. Und so sollte sie auch im virtuellen Bereich einfach als gegeben hingenommen werden.

"Überraschenderweise haben die Testpersonen gar nicht bemerkt, dass die nasum virtualis überhaupt da war als sie die Spiele spielten. Und sie reagierten verdutzt, wenn man ihnen danach enthüllte, dass sie eine virtuelle Nase hatten." Mit der virtuellen Nase waren die Testpersonen in der Lage, die Achterbahnfahrt rund 2,2 Sekunden länger zu spielen. Hört sich jetzt nicht nach viel an, ist aber gerade bei der rasanten Achterbahnfahrt eine echte Leistungssteigerung.

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