Software-, bzw. Spielentwickler und Publisher auf der ganzen Welt haben in den letzten Wochen und Monaten mehr als klar gemacht was sie von dem Weiterverkauf von Gebrauchtsoftware halten. Dem Produkt beigefügte DLC-Gutscheine und der so genannte Onlinepass sollten dem Weiterverkauf ihrer Produkte einen Riegel vorschieben.

Nach langen Diskussionen und großer Empörung aus der Community gipfelte sich die Auseinandersetzung in der Aussage von THQ´s Creative-Director Cory Ledesma der zu Protokoll gab, dass sich die Entwickler von den Gamern betrogen fühlen wenn diese ihr Game weiterverkaufen. Doch rechtlich gesehen konnte man bisher nichts gegen diesen "Umstand" tun.

Das könnte sich jetzt ändern, denn möglicherweise hat die Firma Autodesk vor kurzen einen Präzedenzfall geschaffen der den Weiterverkauf von gebrauchter Software (zumindest in den U.S.A.) komplett ausbremst. Denn ein Gericht hat nun entschieden, dass Softwarehersteller ihre Lizenzbestimmungen so gestalten können, dass ein Weiterverkauf ausgeschlossen werden kann.

Der Händler Timothy Vernon hatte versucht das erworbene Programmpaket AutoCAD Release 14 auf der Auktionsseite eBay zu verkaufen, woraufhin die Entwicklerfirma Klage einreichte und das Angebot augenblicklich von dem US-amerikanischen Unternehmen raus genommen wurde.

Anfangs versuchte Vernon noch die First Sale Doctrine vor Gericht greifen zu lassen, doch diese wurde nicht gelten gelassen.
Nach dieser Bestimmung (von 1909) ist es legitimen Besitzern rechtlich geschützter Werke erlaubt ihre Ware weiterzuverkaufen oder wegzugeben. Doch in diesem Fall kam das Gericht zu dem Entschluss, dass diese Möglichkeit von vornherein durch Autodesk untersagt wurde und ausdrücklich nur der Gebrauch gestattet wäre.

Das Urteil wurde besonders positiv von der Software & Information Industry Association aufgenommen, der unter anderen auch Firmen wie Adobe, Google, Oracle und McAfee angehören. Auch die Motion Picture Association of America äußerte sich erfreut über die Urteilsverkündung.

Analysten und die Community befürchten jedoch, dass diese Entscheidung des hohen Gerichts zu weitreichenden Folgen auf dem Gebrauchtmarkt führen wird; Ist es Anbietern so doch möglich ihre Lizenzbedingungen "frei nach Schnauze" zu definieren.