Erst vor wenigen Wochen stoppte die chinesische Regierung Elektroschocks, die bis dahin als Therapieform gegen Internetsucht eingesetzt wurden. In einer Klinik in China mussten Eltern einen Vertrag unterschreiben, mit dem sie zustimmten, dass ihre Kinder Elektroschocks erhalten. Erst als die Betroffenen an die Öffentlichkeit gingen, wurden entsprechende Maßnahmen gestoppt. Der Aufenthalt in der Klinik kostete 600 Euro im Monat.

Da es keine Elektroschocks mehr geben darf, kommen in China anscheinend verstärkt die Fäuste zum Einsatz. Laut diverser Berichte chinesischer Medien, wurde ein 15-jähriger Junge in einem Camp gegen Internetsucht erschlagen. Der Junge wurde erst einen Tag vor seinem Tod in das Camp eingewiesen und gleich am Anfang bestraft, weil er unter anderem zu langsam lief. Ein Monat Therapie kostet in dem Camp 800 Euro.

Inzwischen wurden vier Aufseher verhaftet, die sich wegen Tod an dem Jungen vor Gericht verantworten müssen. Die Lagerleitung des Camps weist sogar alle Vorwürfe zurück. Angeblich haben sie den Jungen wegen einer Fiebererkrankung in ein Krankenhaus bringen lassen. In China gilt Internetsucht als Krankheit. Die Regierung geht seit einigen Monaten verstärkt gegen solche Camps vor.