Mit dem heutigen Fokus auf den Online-Multiplayer, spielen Einzelspieler-Kampagnen bei vielen Spielen, vor allem bei First-Person-Shootern kaum mehr eine Rolle. Und selbst Spiele, die ihr Hauptaugenmerk auf den Einzelspieler-Modus legen, bieten zumeist nur noch zwischen 8-10 Stunden Spielzeit, wenn nicht sogar weniger. Während sich vornehmlich ältere Spieler darüber beschweren, sieht Josef Fares, Game Director bei Starbreeze Studios' Brothers - A Tale of Two Sons kein Problem in der kürzeren Spielzeit.

Aktuelles - 'Brothers - A Tale of Two Sons'-Entwickler: "Die Länge eines Spieles ist total uninteressant für mich."

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Lieber kurz und knackig als lang und langatmig
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Josef Fares, der seine Karriere eigentlich als Regisseur begann und Filme wie Jalla! Jalla! und Kops inszenierte, arbeitet das erste Mal an einem Spiel. Seiner Meinung nach würde die Qualität eines Spieles darunter leiden, wenn an der Idee festgehalten würde, dass Spiele eine gewisse Länge haben sollten und Spiele deswegen künstlich in die Länge gezogen würden.

"Die Sache ist die...die Länge eines Spieles ist total uninteressant für mich. Ganz und gar, sie kümmert mich absolut nicht. Ein großartiges Spiel könnte zehn Stunden dauern, dauert es aber in den seltensten Fällen. Die meiste Zeit über, habe ich das Gefühl, dass man nach drei oder vier Stunden hätte aufhören können. Aber sie passen es an, weil Spieletester irgendwie der Meinung sind, dass sie eine gewisse Länge haben müssten. Ich weiß nicht einmal, woher das kommt, mir ist das egal. Es ist wie, als wenn man einen Film schauen geht oder Musik hört, es ist einem egal. Das Erlebte zählt, das ist doch das Wichtigste. Und ich habe das Gefühl, dass es eine schlechte Angewohnheit geworden ist. Die Spieletester und Entwickler sagen, dass die Spiele lang sein sollten, also ziehen sie die in die Länge. Und sie nehmen die Spielemechaniken und nutzen sie immer und immer wieder. Und das ermüdet die Leute. Für mich ist ein zehnstündiges Spiel großartig, wenn es großartig ist. Wenn ein einstündiges Spiel großartig ist, ist es großartig. Die Länge ist mir da egal."

Es komme darauf an, wie wichtig einem seine Zeit sei. So sei es ihm wichtiger, drei großartige Stunden mit einem Spiel zu verbringen, als zehn Stunden lang denselben Mist zu spielen.

"Das Erlebnis ist es, was zählt. Und ich finde, dass jeder in der Spieleindustrie aufhören sollte, von der Spiellänge zu sprechen. Wirklich, hört auf damit. Erwähnt sie nicht einmal. Die Leute sagen, dass sie einen Gegenwert für ihre Zeit wollen. Ich meine, wie bewertet man Zeit? Bezahlt man etwa $ 50 für ca. zehn Stunden? Ich meine, was soll das sein? Es ist das Erlebnis, das zählt."

Seid ihr seiner Meinung oder gehört ihr ebenfalls zu der Fraktion, die findet, dass heutige Spiele prinzipiell zu kurz geraten sind?