Es ist eine weit verbreitete Auffassung, dass Innovationen und neue Spielkonzepte nur noch von Indie-Entwicklern kommen, während große Publisher und Entwickler alte Spielkonzepte aufwärmen und voneinander kopieren. Das sieht Indie-Spiele-Entwickler und Erfinder von Braid Jonathan Blow allerdings anders. Seiner Meinung nach sind Indie-Entwickler nicht innovativ. Ganz im Gegenteil, viele Spiele seien kindisch und peinlich.

Aktuelles - Braid-Entwickler: "Indie-Entwickler sind nicht innovativ. Die meisten Spiele sind kindisch und peinlich."

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Braid gilt bei vielen als eines der besten Indie-Games aller Zeiten
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In einem kürzlichen Gamasutra-Interview antwortete Braid auf die Frage, ob sich die Spielergemeinschaft nur noch auf Indie-Entwickler verlassen könne, um innovative Inhalte zu erhalten, und ob Mainstream-Entwickler sich zu sehr auf die reine Unterhaltung konzentriere, dass er nicht der Meinung sei und dass er Indie-Entwickler nicht als Inbegriff für Innovation betrachten würde.

"Ja, ich denke, dass sich Mainstream-Entwickler zu sehr auf die Unterhaltung konzentrieren, aber das trifft auch auf die Gesellschaft ausserhalb der Spiele zu...In Bezug auf Indie-Entwickler, ich würde sie nicht als den Inbegriff für Innovation sehen. Einige Indie-Entwickler sind innovativ, aber wenn wir ganz streng nur die Quantität betrachten, dann kopieren die meisten Indie-Entwickler nur die Spiele anderer Leute und fügen lediglich kleine Änderungen mit ein, genau das, was auch Mainstream-Entwickler tun. Schaut nur mal all die iPhone-Spiele an! Der Unterschied besteht nur darin, dass man die Indie-Spiele, die innovativ sind, stärker bemerkt, weil sie größere Wellen schlagen als jene, die nur kopieren."

Ein Kritikpunkt an Spielen ist der, dass sie sich auch heute noch allzu sehr auf archaische Spielprinzipien stützen würden. Spiele-Entwickler wie David Cage haben schon öfters ihre Meinung kundgetan, dass die Spiele erwachsen werden müssten, um überhaupt auf breiter Basis, ähnlich wie Filme akzeptiert zu werden.

"Viele Spiele sind extrem unerwachsen und in der Tat irgendwie peinlich," so Blow. "Das ist offensichtlich für jeden, der nicht in der Spielekultur involviert ist. Aber wenn man involviert ist, vermag es schwer zu erkennen sein. Ob Spiele erwachsen werden müssen, ich weiß nicht, ob sie überhaupt irgendwas müssen. Aber ich finde, es wäre schön, wenn sie langsam erwachsen werden würden. Es gibt da draussen sicher einige von uns, die versuchen, Spiele für ein Publikum zu schaffen, die erwachsene Empfindungen haben. Wir werden sehen, ob und wie sich das fortsetzt."

In Braid, dem preisgekrönten Spiel von Jonathan Blow, geht es um Tim, der versucht, eine Prinzessin vor einem Ungeheuer zu retten. Das liest sich nicht nur wie Super Mario Bros., das spielt sich auch so. Das wirklich Innovative an Braid ist allerdings die Fähigkeit, die Zeit zurückzuspulen, so lange und so oft wie man will.