Wenn man eine Bombendrohung äußern möchte, dann ist es ungeschickt, dies über elektronische Wege zu machen. Auch dann, wenn man eine PlayStation 3 dazu verwendet. Denn, im Gegensatz zu der in Japan offenbar weit verbreiteten Annahme, kann auch dieses Gerät anhand seiner IP-Adresse zurückverfolgt werden.

Aktuelles - Bombenanschlagsdrohung mit PlayStation 3 veröffentlicht

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 8/101/10
Spielkonsolen können ebenfalls von Ermittlungsbehörden zurückverfolgt werden. Dadurch konnten bereits einige Anschläge in Japan verhindert werden.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Am 22. Juni gegen 3 Uhr morgens ging eine seltsame Nachricht im japanischen Forum 2channel ein. „Morgen, werde ich den Bahnhof Hiroshima in die Luft jagen.“, lautete sie. Daraufhin wurden japanische Cyber-Polizisten aktiv, um den potenziellen Bombenanschlag zu verhindern. Der Attentäter hat den Ermittlern die Arbeit allerdings sehr, sehr einfach gemacht.

Die Polizei konnte die IP-Adresse des potenziellen Attentäters bis zu einer PlayStation 3 zurückverfolgen. Schon am nächsten Tag nahmen die Polizisten einen arbeitslosen 19-Jährigen in Hiroshima für die Anschlagsdrohung fest. Die Bombendrohung sowie als auch einige andere Drohungen gegen den Leiter des Bahnhofs wurden vom Wohnhaus des Jugendlichen aus in dem Forum gepostet.

Das ist nun schon das zweite Mal, dass eine Bombendrohung von einer Spielkonsole aus veröffentlicht wird. Anfang des Jahres drohte ein 15-Jähriger damit, zufällig ausgewählte Leute im Bahnhof Shinjuku erstechen zu wollen. Dazu benutzte er die Onlinefunktion des Nintendo DSi. Auch dieser konnte erfolgreich zurückverfolgt werden.

Möglicherweise herrscht hier in Japan der Irrglaube, dass es nicht möglich wäre, eine Heimkonsole oder einen Handheld zurück zu verfolgen. Aber: Es handelt sich dabei um ein Onlinegerät wie jedes andere und somit hat es auch eine IP-Adresse (im Zweifel die des Anschlusses, über die es kommuniziert).

Der 15-Jährige wollte wohl lediglich ausprobieren, wie viel Chaos eine solche Meldung auslösen würde. Sein 19-Jähriger Bruder wurde kurze Zeit später ebenfalls festgenommen. Letzterer war in der Tat zum Shinjuku-Bahnhof gegangen, fuchtelte dort mit einem Messer umher und sagte, dass er jemanden töten werde.

Der in Hiroshima festgenommene 19-Jährige wollte zunächst keine Aussage machen, warum er die Bombendrohung gepostet hat.