Im vergangenen Oktober 2012 verließ Cliff Bleszinski Epic Games. In seiner über zwanzigjährigen Schaffenszeit bei einem der bekanntesten und erfolgreichsten Entwicklerstudios erschuf Bleszinski unter anderem die 'Gears of War'-Reihe. Mit der Rückkehr ins Spiele-Business scheint Bleszinski sich allerdings Zeit zu lassen. Warum, verriet er jetzt Gamesindustry International.

So wäre jetzt der absolut unpassendste Zeitpunkt, um ins Business zurückzukehren. So wolle er erstmal abwarten, bis sich der Staub gelegt habe, bevor er seine nächsten Schritte plane.

"Dieses Business hat sich nicht mehr in einer ähnlichen Übergangsphase befunden seit dem Video Game Crash in den 80ern," so Bleszinski. "Ich glaube wirklich, dass wir uns in einem Zustand des Umbruchs befinden. Ich denke, Nintendo könnte möglicherweise mit der Situation konfrontiert werden, in Zukunft nur noch Software zu entwickeln. Microsoft und Sony könnten herbe Niederlagen erleiden. Aber zur selben Zeit lieben es die Leute, auf ihren iPads zu spielen. Der PC erlebt momentan eine wunderbare Renaissance. Ich glaube, wir sind bereit für reine digitale Downloads. Ich möchte einfach nur sehen, was passiert. In Bezug auf die Industrie ist es gerade wie bei Super Smash Bros. Und ich möchte sehen wer gewinnt, Peach oder Mario."

Um siegreich aus diesem 'Super Smash Bros.'-Match hervorzugehen, sei es vonnöten, dass die Konsolenhersteller einige Eigenschaften der offeneren Systeme wie PCs und Tablets annähmen, während die Stabilität eines geschlossenen Systems beibehalten werden müsse. Ein Beispiel hierfür wäre die Möglichkeit der Entwickler gewesen, ihre Spiele auch auf Konsolen mit Updates zu versorgen.

"Als Gears of War 2 veröffentlicht wurde, fanden wir heraus, dass unser Netcode nicht richtig funktionierte. Es hat uns ganze drei Monate gekostet, ein Update rauszubringen. Zu der Zeit hat sich die Mehrheit der Spieler schon anderen Spielen zugewandt oder das Spiel getauscht."

So sei es nötig, dass Microsoft und Sony die Zeit, bis ein Patch oder Update durchgewunken würde, verkürzten, als auch generell Mods und Indie-Spiele zu ermöglichen. In erster Linie müsse man allerdings diese Wand einreißen, die einen davon abhielte, solche Produkte überhaupt zu finden.

So schätzt Cliff Bleszinski, dass sich der Konsolenmarkt momentan zu 80 Prozent aus Vollpreistiteln der großen Publisher und lediglich zu 20 Prozent aus Indie-Titeln zusammensetze. Es sei aber notwendig, die ganze Palette anzubieten. Sei es nun ein 20$-Horrorspiel, ein 40$-Shooter, 60$-AAA-Blockbuster oder schlicht ein Free-To-Play-Titel. Der Spieler müsse auf einem Blick und in kürzester Zeit ohne Umschweife die Spiele, die er bevorzuge, auf der jeweiligen Plattform finden können.