Sollte die Bundesregierung nicht in den deutschen Standort investieren und bessere Rahmenbedingungen für die Computer- und Videospielbranche in Deutschland schaffen, so würde Deutschland laut Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) den Anschluss an die Konkurrenz verlieren.

Aktuelles - BIU warnt: Deutschland könnte Anschluss an Konkurrenz in Videospielindustrie verlieren

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BIU-Geschäftsführer Dr. Maximilian Schenk.
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Mit dieser Forderung reagiert man auf die Genehmigung der britischen Gamesförderung durch die Europäische Kommission. Die Briten mussten zustimmen, dass geförderte Spiele teilweise ebenfalls in anderen EU-Mitgliedsstaaten entwickelt werden dürfen und die Förderhöchstsumme pro Spiel bei einer Million Pfund liegt.

Der BIU begrüßt zwar diese Entscheidung, meint aber, dass der Wettbewerbsdruck auf die deutschen Unternehmen weiter steige. Nun appelliere man an die Bundesregierung, endlich die notwendigen Weichenstellungen vorzunehmen und kluge und nachhaltige Förderstrategie auf den Weg zu bringen.

BIU-Geschäftsführer Dr. Maximilian Schenk zufolge liegen erste Forderungen zur Förderung der deutschen Branche schon seit Monaten auf dem Tisch. So fordert man etwa, den Unternehmen den Zugang zu Kapital zu erleichtern, was aber nur über steuerliche Anreize geschehen könne. Es beinhalte aber auch einen leichteren Zugang zu Venture Capitel oder die Überarbeitung bestehender Förderprogramme des Bundes, um etwa digitale Spiele davon profitieren zu lassen.

"Jetzt müssen die Minister Gabriel und Dobrindt zeigen, wie ernst es ihnen ist, Deutschland zum führenden IT-Standort ausbauen zu wollen", so Schenk. "Computer- und Videospiele sind das Leitmedium des 21. Jahrhunderts. Die Branche vereint kulturelles Schaffen mit Hochtechnologie."

Deshalb würde sie auch eine Schlüsselrolle für die deutsche Medienwirtschaft sowie der gesamten deutschen Wirtschaft sein. Die Filmbranche wurde längst überholt, allein durch Konsumentenausgaben für digitale Spiele werden jährlich zwei Milliarden Euro umgesetzt.

"Eine kluge und nachhaltige Förderung unserer Branche darf sich allerdings nicht nur auf finanzielle Aspekte beschränken. Die Behebung des Fachkräftemangels, ein zukunftsfähiger Jugendmedienschutz, die Offenheit für neue Geschäftsmodelle und die Aufhebung von Wettbewerbsnachteilen wie der doppelten Umsatzbesteuerung im grenzüberschreitenden Handel müssen ebenso Gegenstand eines ganzheitlichen Konzepts sein", heißt es.

Durch zahlreiche nationalstaatlicher Hilfen werde in den internationalen Wettbewerb eingegriffen, wodurch klare Wettbewerbsvorteile für einige Unternehmen erzeugt werden. Der BIU ist der Ansicht, dass es deshalb zunehmend nicht mehr nur um einen Wettbewerb zwischen einzelnen Unternehmen gehe, sondern einen Wettbewerb der nationalen Standorte.