Lootboxen und generell Mikrotransaktionen werden von nicht wenigen Spielern als das Krebsgeschwür der Spieleindustrie angesehen. Doch ohne sie dürften auch die Kosten steigen, ist sich Bethesda-Gründer Christopher Weaver sicher.

Lootboxen sind auch dann fraglich, wenn sie rein kosmetischer Natur sind

Vielleicht liegt es grad an den Feiertagen und dem baldigen Jahreswechsel, aber momentan herrscht wieder eine angespannte Ruhe in der Kontroverse um Lootboxen und Mikrotransaktionen mit "räuberischem" Monetarisierungsgedanken der Publisher, die "ganz besonders auf Kinder abzielen", wie es von Kritikerseite auch aus der Politik heißt.

Ein Schuss, der nach hinten losgeht

Eines haben die teils hitzigen Debatten der vergangenen Wochen aber definitiv erreicht: Die Gaming-Community ist für das Thema sensibilisiert und die Publisher wissen nun, dass es eine definitive Grenze gibt. Wer die überschreitet, erlebt das, was EA mit Star Wars Battlefront 2 erleben durfte. Eine Empörung der Spieler, die Bethesda-Gründer Christopher Weaver sehr gut nachvollziehen könne, wie er in einem Interview wissen lässt. "Diese Zahlungsherangehensweise mit Kleinstbeträgen kann für Publisher genauso gut nach hinten losgehen, weil es den Spielfluss stört und verhindert, dass die Spieler in die Spielewelt eintauchen", ist er sich sicher.

Allerdings gebe es laut Bethesda-Gründer Christopher Weaver auch eine Kehrseite der Medaille, wenn aktuelle Monetarisierungsmethoden wie Lootboxen tatsächlich verboten werden sollten. "Die Spieler würden dann die steigenden Kosten der AAA-Spiele auffangen müssen, um Publishern zu erlauben, weiterhin profitabel zu sein."

Ein Szenario, das durchaus denkbar ist. Immerhin sind die Kosten für Spiele in den vergangenen 30 Jahren kaum gestiegen und sinken stattdessen immer schneller, während die Entwicklung aufwendiger Spiele immer teurer wird. Ohne die Einnahmen durch etwa Lootboxen müssten die Kosten unter Umständen mit einem Anstieg des Kaufpreises aufgefangen werden.