Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) hat die Abschaltung der illegalen Download-Plattform „1load.net“ durchgesetzt. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden nahm das Portal gestern Vormittag vom Netz.

Den beiden mutmaßlichen Betreibern aus Leipzig und dem thüringischen Altenburg wird vorgeworfen, gewerbsmäßig gegen das Urheberrecht verstoßen zu haben. Sie sollen über das werbefinanzierte Download-Portal zuletzt über 100.000 verschiedene Kopien von Filmen, TV-Serien, Musik-Titeln, Spielen und anderer Software sowie von eBooks und pornografischen Inhalten ohne Erlaubnis der Rechteinhaber öffentlich zugänglich und verteilt haben.

Das Angebot ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Bot das Portal nach seinem Start Ende 2007 oder spätestens Anfang 2008 noch Verweise auf insgesamt 1621 Inhalte, enthielt die Sammlung Ende 2012 schon über 102.480 Einträge zu illegalen Inhalten. Wie viele andere unerlaubte Download-Portale lagen die Inhalte nicht auf Servern der Betreiber. Vielmehr gab es lediglich Links zu diversen Filehostern, wo man die Daten herunterladen konnte. Besonders viele Inhalte wurden bei den Filehostern Share-Online, Uploaded und Cloudzer gespeichert.

Um die Identität der Domaininhaber zu verschleiern, setzten die Nutzer auf verschiedene Anonymisierungsdienstleister -– Impressum oder Kontaktdaten waren ebenfalls nicht vorhanden. Außerdem habe die GVU Hinweise darauf, dass „1load.net“ Geschäftsbeziehungen zu Werbevermarktern pflegte, die bereits Werbung für das illegale Streaming-Portal kino.to geschaltet hatten. Die Plattform wurde im Juni 2011 nach einem internationalen Polizeieinsatz vom Netz genommen.

Erst in der vergangenen Woche hatten sich Schwergewichte der Werbeindustrie wie Google, Yahoo und Microsoft einer Selbstverpflichtung unterworfen, illegalen Warez- und Streaming-Seiten die Finanzierungsgrundlage zu nehmen und auf solchen Seiten keine Werbung mehr zu schalten.