Erneut macht Australien in der Gamerwelt auf sich aufmerksam: Die absolute Mehrheit der Befragten einer Unterschriftenaktion fordert eine "ab 18"-Freigabe für Videospiele.

Erst Ende letzten Jahres sorgte der Staatsanwalt Michael Atkinson in Australien für Aufmerksamkeit, indem er Gamer als Randgruppe bezeichnete und sagte: "Es handelt sich hierbei um eine Angelegenheit, bei der eine kleine Anzahl von engagierten Spielern versucht, der Gesellschaft ihren Willen aufzuzwingen. Und, wie ich glaube, schaden sie damit der Gesellschaft!"

Weiter sagte Atkinson: "Ich verstehe zwar, dass 98 oder 99 Prozent aller Spieler den Unterschied zwischen Phantasie und Realität kennen, aber 1 bis 2 Prozent können durch solche Spiele dazu motiviert werden, schreckliche Gewalttaten zu begehen. Man muss keine Spiele spielen, in denen man Menschen aufspießen, enthaupten und verstümmeln kann."

Entgegen dieser Einstellung plädierten 98 Prozent von 59.678 Befragten in einer Unterschriftenaktion auf die Einführung einer "ab 18"-Freigabe in Australien. Das ergab zumindest eine Veröffentlichung des Branchenportals Gamasutra.

Atkinsons (seit März 2010 nicht mehr im Amt) Nachfolger steht dem Thema etwas offener gegenüber als sein bekannter Vorgänger: John Rau versprach bei seinem Antritt, dass er keine vorschnellen Entscheidungen treffen würde. Alle Partein werden vorher angehört.

Zwar ist die Unterschriftensammlung alles andere als Gesetzgebend, doch haben die Gamer Australiens sich jetzt zumindest Gehör verschafft. Ob man auf ihre Forderungen eingehen wird ist zweifelhaft, doch halten wir euch auf dem Laufenden.