Nach den ganzen Problemen, die Ubisofts Assassin's Creed: Unity bei Spielern auf allen Plattformen verursacht hat, meldet sich über Reddit ein angeblicher Ex-Mitarbeiter zu Wort, und gab an, dass bei Ubisoft katastrophale Zustände für Entwickler herrschen.

Aktuelles - Angeblicher Ex-Ubisoft-Entwickler: Unbezahlte Überstunden, Fiskalzahlen wichtiger als bugfreie Spiele

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Wurden die offensichtlichen Probleme zugunsten der Fiskalzahlen hingenommen?
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Assassin's Creed: Unity hat Ubisoft viel Spott und Häme eingebracht. Das erste richtige Next-Gen-Assassin's Creed vermasselte vielen Spielern, egal ob sie das Spiel nun für den PC oder eine der beiden Next-Gen-Konsolen PS4 und Xbox One gekauft haben, durch zahlreiche Bugs, Glitches, und eine sehr schlechte Framerate den Spaß am eigentlich detailreich kreierten Paris des 18. Jahrhunderts.

Ubisoft hat nunmehr bereits den zweiten Patch veröffentlicht, und auch ein dritter Patch ist bereits in Arbeit. Gleichzeitig gelobte man Besserung, und plane für den nächsten Titel im 'Assassin's Creed'-Universum wesentlich mehr Zeit ein, um ein derartiges Fiasko nicht noch einmal zu wiederholen.

Nun meldete sich über Reddit ein angeblicher Ex-Mitarbeiter Ubisofts zu Wort, der wohl aus Grßbritannien stammen muss, wenn man seinem Eintrag Glauben schenken darf. Damit könnte er auch bei Ubisoft Reflections in Newcastle angestellt gewesen sein. Seiner mittlerweile gelöschten Meinung nach seien diese Probleme hausgemacht.

So seien die Fiskalzahlen für Ubisoft, immerhin eine Aktiengesellschaft, von größerer Bedeutung als die Qualität eines Spiels. Da die Prognosen auch schon immer die Spieleveröffentlichungen im Quartal berücksichtigen, müsse man immer abwägen, was günstiger sei: Das Spiel um ein paar Monate, und damit unter Umständen um mehrere Quartale verschieben, und dafür ein bugfreies, qualitatives Spiel veröffentlichen, oder es zugunsten der Quartalszahlen bugverseucht zu veröffentlichen, und die offensichtlichen Bugs später mit Patches zu bekämpfen.

So sei dann auch das Spiel, an dem der ehemalige Programmierer beteiligt war, erst ein halbes Jahr, und damit zwei Quartale später veröffentlicht worden als geplant. Schaut man sich die Release-Liste Ubisofts an, könnte es sich dabei um Watch Dogs gehandelt haben, an dem auch Ubisoft Reflections beteiligt war. Ubisofts Open-World-Titel hätte ursprünglich schon im November 2013 zum Launch der Next-Gen-Konsolen erscheinen soll, kam dann aber mit knapp 6 Monaten Verspätung auf den Markt.

Überhaupt seien die Arbeitsbedingungen unerträglich gewesen, wie der angebliche Ex-Mitarbeiter erzählt. "Wir arbeiteten 50 bis 70 Stunden in der Woche (alles über 37 war unbezahlt)", so der Programmierer. "Weil ihr entschieden habt, dass wir jedes Jahr ein Spiel veröffentlichen sollen."

So wurden Mitarbeiter angestellt, die im Jahr nur 40.000 Pfund erhielten, dafür aber mindestens 55 Stunden die Woche arbeiten und unbezahlte Überstunden hinnehmen sollten. Wer die Büros zum eigentlich geregelten Arbeitsende um 17 Uhr verlassen wollte, musste sich böse Blicke gefallen lassen. Es war so schlimm, dass Mitarbeiter es nicht einmal wagten, den gesetzlichen Anspruch auf Vaterschaftsurlaub zu nehmen.

Auch will er in einem Meeting direkt von Ubisofts CEO Yves Guillemot gehört haben, dass ihm der PC als Plattform egal sei, denn Zitat Guillemot: "90 Prozent sind sowieso Raubkopierer."

Ob die Vorwürfe so stimmen, kann leider nicht ausreichend belegt werden, denn der Beitrag wurde, wie bereits gesagt, mittlerweile gelöscht. Ob vom Verfasser selbst oder von Reddit auf Druck hin, das ist ebenfalls nicht erkennbar.