In Long Island treibt zurzeit ein Serienkiller sein Unwesen, der bereits mit den Morden an vier Prostituierten in Verbindung gebracht wird. Das interessante daran ist, dass er scheinbar so vertraut mit der Polizeiarbeit ist, dass es nicht einmal unwahrscheinlich ist, dass er selbst Polizeibeamter ist. Dabei kann man die Ermittlungstechniken auch sehr einfach durch einfache Mittel in Erfahrung bringen: Fernsehen!

Der Mörder machte verschiedene, nicht zurückverfolgbare Anrufe bei Familienangehörigen der Opfer, während denen er mit ruhiger und sanfter Stimme der Zwillingsschwester eines der Opfer verschiedene ekelhafte Dinge über das Verbrechen erzählte und seinen Ärger darüber ausdrückte, dass die Frau als Prostituierte gearbeitet hätte.

Alle Anrufe wurden unter drei Minuten gehalten und von wegwerfbaren Handys durchgeführt, um die Möglichkeiten der Anrufzurückverfolgung der New Yorker Polizei auszuhebeln. Der vollständige Inhalt der Anrufe wurde nicht veröffentlicht, um Nachahmungstäter oder falsche Bekenntnisse zu verhindern.

„Er ist ein Typ, der weiß, auf welche Weise wir Technologie einsetzen. Offenbar glauben die Leute sogar, er könnte ein Polizeibeamter sein,“ sagte einer der Ermittler in einem Interview.

„Ohne Frage ist dieser Typ schlau, er ist kein Trottel. Er ist einer der Leute, die über die Sachen nachdenken.“

Besonders erschreckend an dem Fall ist, dass während der Killer mit der Art und Weise wie die Polizei ermittelt sehr vertraut zu sein scheint, die Strategien die die Behörden haben für die Öffentlichkeit leicht zugänglich sind, da im Grunde jedermann etwas davon erfahren könnte, der eine Folge C.S.I. sieht - oder die zweifelfreie Parallele, Dexter.

Anrufe von Wegwerfhandys unter drei Minuten halten. Anrufe aus gebieten mit starkem Verkehrsaufkommen, wie dem Madison Square Garden um Zugriffsversuche zu vereiteln - all diese Techniken kann man über die Jahre hinweg lernen, wenn man Kinofilme oder Ähnliches sieht. Alles deutet darauf hin, dass Derartiges tatsächlich in der Realität funktioniert.

Allerdings haben die Behörden nicht alles über den Fall veröffentlicht, also kann da sogar noch viel mehr sein - Experten-Techniken, die dieser Killer entwickelt um die Polizei von seinen Spuren abzulenken. Das macht das Ganze noch viel beunruhigender.

Bisher gibt es weder eine Spur noch irgendeinen Verdächtigen, der hinter den Anrufen des Long-Island-Mörders stecken könnte. Das Einzige was man bisher weiß, ist, dass er es auf Prostituierte abgesehen hat und deren Lebensart absolut abstoßend findet.

All das ist zwar nicht wirklich erbaulich, wie das bei Fällen so ist, bei denen es um Serienmörder geht - aber auch nicht verwunderlich. Immerhin sind die Medien auch offenbar psychisch gestörten Menschen zugänglich. Und wie sich das auswirken kann, ist schon länger bekannt. Zudem werden die Techniken, die Ermittler benutzen in vielen der aktuell laufenden Krimiserien detailliert erklärt. Unter diesen Prämissen betrachtet, ist es nicht wirklich außergewöhnlich, dass Mörder sich hier Anleitungen beim Fernsehen suchen.