Update:

Wie die Polizei nun mitgeteilt hat, wurde im Fall des tödlichen Swattings in Wichita, Kansas, ein 25-jähriger Mann aus Los Angeles verhaftet. Dabei handelt es sich um "Swautistic", dem Online-Gamer, der für Swatting bekannt war und auch den tödlichen Zwischenfall verursachte. Tyler Barriss, wie er heißt, wurde nur wenige Stunden nach dem tödlichen Zwischenfall von Polizeibeamten festgenommen. Den Swatting-Anruf kann man sich hier anhören.

"Das gestrige Ereignis mit Polizeibeteiligung ist ein tragischer und sinnloser Akt", ließ Troy Livingston, Deputy Chief der Wichita-Polizei, wissen. "Ein verantwortungsloser Prank hat Menschenleben in Gefahr gebracht. Der Vorfall ist ein Albtraum für alle darin Beteiligten, die Familie wie auch unser Polizeirevier mit eingeschlossen."

Der getötete Andrew Finch hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

Ursprüngliche Nachricht:

Auch wenn es in letzter Zeit relativ ruhig um die hauptsächlich in den USA angesiedelte Unart des Swattings geworden war, heißt das nicht, dass es keinerlei Vorfälle gegeben hat. Von bis zu 400 Fällen geht die Polizei jährlich aus. Bislang verliefen die Fälle relativ glimpflich ab. Doch nun wurde ein 28-jähriger Unbeteiligter aufgrund eines Swatting-Anrufs von der Polizei erschossen.

Ein 28-Jähriger musste den üblen "Scherz" mit seinem Leben bezahlen

"Um ungefähr 18.15 Uhr erhielten wir einen Notruf über eine Schießerei mit Geiselnahme", so Troy Livingston, Deputy Chief der Wichita-Polizei. "Man teilte uns mit, dass jemand einen Streit mit seiner Mutter hatte und der Vater aus Versehen erschossen wurde. Ihm soll in den Kopf geschossen worden sein."

Was die Wichita-Polizei zu dem Zeitpunkt nicht wissen konnte, war, dass es sich dabei um boshaftes Swatting handelte, also das Vorspielen falschen Verbrechens, um die Polizei an eine bestimmte Adresse zu lotsen. Dem Ganzen ging offenbar ein Call-of-Duty-Match mit 1,50 Dollar Einsatz voraus, wie Screenshots von CoD-Pro-Gamer Christopher Duarte beweisen:

Zwei Spieler der Verlierer-Mannschaft gerieten nach dem Match aneinander, woraufhin der eine Spieler namens "Miruhcle" dem anderen Spieler mit Namen "Baperizer" eine Adresse zuschickte und ihn dazu aufforderte, ihn zu "swatten". "Baperizer" gab die Adresse daraufhin offenbar an eine dritte Person, "Swautistic", weiter, die für Swatting bekannt ist. Was er aber nicht wusste: Die Adresse, die "Miruhcle" weitergab, war nicht seine, sondern gehörte dem ahnungslosen und unbeteiligten Andrew Finch.

Übles Spiel mit Todesfolge

Da die Polizei grundsätzlich davon ausgehen muss, dass es sich bei derlei ernsten Notrufen um tatsächliche handelt, ist es verständlich, dass sie mit absoluter Vorsicht und in Alarmbereitschaft an den Tatort eilt. Und wenn es auch noch heißt, dass der Täter bewaffnet ist, sind lebensgefährliche Situationen programmiert. Und die Polizeibeamten, die in Wichita alarmiert wurden, gingen fest von einer Geiselsituation mit mehreren Geiseln aus.

"Ein Mann kam an die Vordertür", so Livingston weiter. Während mehrere Beamte Stellung bezogen hatten, zeigte sich Finch kooperativ und entsprach den Anweisungen der Polizei. Jedoch griff er an seinen Hosenbund, was einen der Polizisten veranlasste, seine Waffe abzufeuern. Der schwerverletzte 28-Jährige wurde daraufhin ins Krankenhaus gebracht. Dort konnte allerdings nur noch sein Tod festgestellt werden. Der Beamte, der schoss, betont der Deputy Chief, sei seit sieben Jahren bei der Polizei und wurde bereits vom Dienst suspendiert.

Nun gehe es darum, gemeinsam mit dem FBI zu ermitteln, woher die Anrufe kamen und herauszufinden, wer daran beteiligt war. Livingston ist zuversichtlich, die Personen bald zu ermitteln. "Wir haben vielversprechende Hinweise." Die am Swatting beteiligten Call-of-Duty-Spieler haben indes ihre Twitter-Accounts entweder gelöscht oder deaktiviert. Allerdings postete "Swautistic" kurz zuvor noch folgende Nachricht: "Ich habe niemanden erschossen, denn ich habe weder die Waffe abgefeuert noch bin ich von Beruf SWAT-Mitglied."