Wie die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) bekannt gab, hat man im vergangenen Jahr erfolgreich mit den Behörden zusammengearbeitet und insgesamt 2634 Strafverfahren gegen Raubkopierer von Filmen und Spielen auf den Weg gebracht. Im Jahr zuvor waren "nur" 1924 Fälle vor dem Kadi gelandet. Ein schwerer Schlag gegen die Raubkopier-Szene war der Polizei vor allem mit dem Schließen des kostenpflichtigen Film- und Spiele-Download-Angebots "FTP-Welt" im September gelungen. Den drei Hauptverdächtigen aber auch vielen Nutzern des illegalen Dienstes drohen strafrechtliche Konsequenzen.

Die GVU geht dabei laut Geschäftsführer Jochen Tielke nach der Devise "Keine Toleranz - Zero Toleranz" vor und verfolgt jeden noch so kleinen Verstoß, der ihr bekannt wird. Demgegenüber steht jedoch die neuste Gesetzesinitiative, der so genannten "Bagatellklausel", die bei kleineren Delikten auch die Möglichkeit vorsieht, die Übeltäter straffrei ausgehen zu lassen. Der Paragraf 106 soll mit der zweiten Stufe der Urheberrechtsnovelle eingeführt werden und all jene ungeschoren davon kommen lassen, die "Werke oder Bearbeitungen oder Umgestaltungen von Werken" nicht nur für den Selbstgebrauch, sondern auch für Freunde kopieren oder herstellen. Bis zu sieben Kopien sollen dann erlaubt sein und das Recht der Verbraucher auf Privatkopien wieder besser zur Geltung kommen lassen.