Wer immer dachte, die deutschen Spieler würden sich von der USK gegängelt fühlen, da diese Einrichtung manchen Spielen eine Freigabe ab 18 verwehrt und die Publisher entweder dazu 'zwingt', Anpassungen durchzuführen bzw. ganz von der Veröffentlichung in Deutschland abzusehen, hat noch keinen Blick auf die australische Spielepolitik geworfen. Denn bislang gab es dort nur eine maximale Freigabe MA15+ für Spiele. So wurden Spielen wie Mortal Kombat oder Necrovision die höchste Freigabe verweigert, wodurch sie in Australien nicht veröffentlicht werden konnten. Und das, obwohl es für Filme durchaus höhere Freigabeklassen gibt. Verständlich also, dass die australische Politik und Gesellschaft über Jahre hinweg darüber debattierten. Mit Erfolg - wenn man ein Spieler ist. Denn seit dem 1. Januar 2013 gibt es nun auch in Australien eine Freigabe ab 18.

Aktuelles - 18er Freigabe für Spiele in Australien eingeführt

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Endlich sind auch australische Spieler erwachsen
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Die seit Juni 2012 vom Senat verabschiedete Gesetzesänderung erlaubt es nun, Spiele mit einer R18+ Freigabe zu versehen, was vorher nur Filmen vorbehalten war.

Dazu Australiens Justizminister John Rau "Es ist ein Sieg für Spieler, die eine Möglichkeit haben wollten, als Erwachsene solche Spiele zu erwerben, aber auch für Eltern, die sich nun darauf verlassen können, dass Spiele, die nicht für Jugendliche geeignet sind, auch nicht an unter 18-Jährige verkauft werden."

Diese neue Freigabe hat sogar einen doppelten Effekt. Zum einen können nun Titel in Australien verkauft werden, die zuvor keine MA15+ Freigabe erhalten hätten und zum anderen können Spiele, die zwar eine MA15+ erhalten haben, aber eindeutig für ein erwachsenes Publikum gedacht waren, nun nicht mehr von Jugendlichen unter 18 erworben werden.

So sagte John Rau, "Wir haben endlich eine gute Balance gefunden, in der die Bestimmungen für eine MA15+ Freigabe enger gefasst sind und Spiele, die zuvor eine MA15+ Freigabe erhalten hätten, nun eine R18+ Freigabe erhalten."

Auch dürfen Publisher, deren Spielen eine MA15+ Freigabe verweigert wurden, nun einen neuen Antrag auf R18+ stellen, um ihre Spiele auch in Australien anbieten zu dürfen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die Verweigerung mindestens zwei Jahre her sein muss.

Kritiker befürchten allerdings, dass die neue Freigabe nun eine Welle an gewalthaltigen Spielen nach Australien schwemmt. Doch Justizminister John Rau winkt ab. Spielen, die selbst für eine R18+ Freigabe nicht in Frage kommen, kann noch immer eine Freigabe verweigert werden. Obszöne, gewalthaltige und sexuelle Spiele und solche, die Drogenmissbrauch beinhalten, würden auch weiterhin nicht zugelassen. "Die Regierung behält es sich weiterhin vor, Spiele, die absolut nicht den Richtlinien entsprechen, die Freigabe komplett zu verweigern. Das wird auch in Zukunft so bleiben."