Mehrere tausend Kommentare auf unsere Beta-Key-Verlosung und ein Vielfaches mehr an Bewerbern: Der Hype um Aion schlug bereits im Vorfeld Wellen, die beinahe die Höhe des Berliner Funkturms erreichten. Wen wundert’s? Ins Visier nahm MMO-Spezialist NC Soft kein geringeres Game als World of Warcraft, den übermächtigen Thronbreitsitzer.

Aion - Aion 4.0 - Klassenvorstellung: Der Schütze105 weitere Videos

Der Planet Atreia beherbergt im wahrsten Sinne des Wortes zwei Welten. Nachdem der Planet zerborsten ist, spalteten sich die Bewohner in Elyos und Asmodier auf. Die Elyos stehen buchstäblich auf der Sonnenseite des Lebens. Ihre Planetenhälfte ist hell, sonnig und hat etwas von den himmlischen Sphären, die man sich gern als Paradies vorstellt. Die Asmodier hatten bei der Wahl ihres Lebensraums weniger Glück. Ihr Reich ist dunkel, voller Schatten, Lavaströme und karger Landschaften. Dass sie bislang ein entbehrungsreiches Leben fristen mussten, sieht man der Umgebung an.

Aion - Das MMO des Jahres im Langzeit-Test

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Altbekannt: In Aion kämpfen die Mächte des Lichts und der Dunkelheit gegeneinander - und eine dritte Fraktion.
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Einzige Verbindung war früher einmal ein dunkler Turm, von dessen Existenz heute aber nur noch Trümmer zeugen. In diesem Abyss genannten Bereich lauert noch eine dritte Spezies, die Balaur. Auch wenn Elyos und Asmodae sich bekriegen, stellen sich die Balaur schnell als gemeinsamer Feind heraus. Die Gottheit Aion erschuf einst die Balaur, um seine Stelle einzunehmen. Stattdessen missbrauchten diese Wesen ihre Macht, um sowohl die Asmodae als auch die Elyos zu unterjochen. Die Balaur reagieren selbstständig und können nicht vom Spieler gesteuert werden. Bevor es aber auf die Server geht, wird sich entweder für die Licht- oder die Schattenseite entschieden.

Lichtgestalt oder Schattenkrieger?

Sobald man sich für eine Seite entschieden hat, kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen und an dem eigenen Charakter werkeln. Ob man einen Asmodier-Magier mit Cornrow á la Snoop Dogg spielen möchte oder eine glatzköpfige Elyos-Priesterin, gebietet einzig der eigene Geschmack. Die zahllosen Einstellungen sind mit Schiebereglern bequem zu verändern. Selbst die Oberweite der weiblichen Spielfiguren lässt sich justieren – Schönheitschirurgen dürften in Atreia wahrscheinlich am Hungertuch nagen.

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Aion verleiht Flüüügel...
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Viel wurde ja auch schon vorweg genommen. Am markantesten dürfte wohl der Aspekt gewesen sein, die Welt mit eigenen Schwingen erkunden zu dürfen. Bis es aber soweit ist, muss man schon in den zehnten Level gekommen sein. Erst dann wird man vom Menschen in den Stand der Daeva erhoben. Man lässt in diesem Moment alles Menschliche hinter sich und bestreitet das Spiel fortan als göttliche Existenz. Allmächtig ist man deshalb noch lange nicht, denn die Gleit- oder Flugzeit beträgt maximal eine Minute. Das reicht, um die Abkürzung von einer Bergkuppe hinab ins Tal zu nehmen.

Dabei lässt sich das Spiel an, als ob es einfach dreist über die Schulter so manches Mitbewerbers gespickt hätte. Die Missionen bringen zwar die Story voran, bieten aber ansonsten Sammelquests, Monsterjagden, Botengänge oder kleinere „Kammerjäger“-Aufträge, in denen kleine Plagegeister beseitigt werden müssen. Die kleinen Filmeinsprengsel bieten häufig einen Blick in die Zukunft – das hält immer wieder bei der Stange, denn man möchte unbedingt seinen ersten Probeflug mit eigenen Flügeln machen, den Abgrund besuchen und sowohl den unheimlichen Balaur als auch den verhassten Asmodiern, beziehungsweise Elyos den Garaus machen.

Das Auge kämpft mit

Wenn man aber schon ein ähnliches Questdesign aufweist, dann holt man sich aber auch die Ideen von den erfolgreichen Vorreitern ein. Die Suchtbildung setzt unverzüglich nach den ersten Erfolgserlebnissen ein. Die ersten Stufen auf der Charakterstufen-Leiter klettert man noch recht schnell hinauf. Erreicht das Fantasy-Alter-Ego dann aber höhere Gefilde, so gerät der schnelle Aufstieg ziemlich ins Stocken. Ab dem zwanzigsten von insgesamt 50 Leveln braucht es schon enorm viele Erfahrungspunkte. Das bedeutet leider auch, dass man sich in den Wahnsinn grinden muss, wenn man endlich einmal in den PvPvE-Bereich eintreten möchte.

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Dank CryEngine ist Aion das bislang schönste MMO.
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Auf der anderen Seite macht aber auch ein kleiner Spaziergang durch die idyllischen, gefährlichen, bezaubernden, aber manchmal auch bizarren Gegenden eine Menge Spaß – Angriffe von dem üblichen Gezücht wie Riesenspinnen, Ettins oder Trollen inklusive. Das Kampfsystem ähnelt dabei denen anderer RPGs. In einer Leiste am unteren Bildschirmrand können einzelne Kampftechniken abgelegt und blitzschnell aufgerufen werden, während man sein nächstes Angriffsopfer mit der Maus anklickt.

NC Soft hat nicht umsonst mit Guild Wars einen Sack voll Erfahrung in Aion eingebracht. Das Interface wird erfahrenen Benutzern keine Schwierigkeiten bereiten und Neulingen schnell mit etwas Intuition zum zuverlässigen Begleiter werden.

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Die Umgebung lädt immer wieder zu Ausflügen ein.
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Dass die Umgebung in Aion immer wieder zu Ausflügen einlädt, liegt aber nicht nur an dem erhöhten Grindfaktor, sondern auch an der hervorragenden Arbeit der Designer, die mit dem Spiel vertraut waren. Die hier zum Einsatz kommende CryEngine hatte bereits in Far Cry gezeigt, wie schön Shooter aussehen können – hier erweitert der Grafikmotor sein Angebot nun also auch um den MMO-Sektor.

Trotz kleiner Fehler der MMO-Hit des Jahres.Fazit lesen

Ohne Übertreibung lässt sich sagen, dass MMORPGs vor Aion noch nie so hübsch waren, auch wenn einige Oberflächentexturen etwas grob oder verwaschen wirken. Die tolle Optik fordert allerdings auch in den Massenschlachten ihren Preis. Immer wieder stockt das Bild, gibt es Lags oder bauen sich einige Charaktere erst nach einiger Wartezeit auf.

Heilung Marke Eigenbrau

In manchen Gebieten können bereits vor Erreichen der magischen Stufe 25 kleinere PvP-Scharmützel ausgetragen werden. Immer dann wenn sich ein Riss in die Welt der jeweilig anderen Fraktion zeigt, können ganze Spielergruppen durchschlüpfen, um auf Feindesland mal so richtig Aufruhr zu stiften. Diese kleineren Begegnungen können sich auf moderate Massenschlägereien ausweiten, wenn sich ganze Schwärme von Allianzen zusammenschließen, um die Unruhestifter wieder dorthin zu prügeln, wo sie herkamen.

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Ärgerlich: Beim Tod verliert der Charakter XP.
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Nachdem ein Spieler mal den Kürzeren gezogen hat, wird er beim nächsten Seelenheiler wiederbelebt. Dort kann man sich von dem Malus der Seelenkrankheit befreien lassen, indem man ein paar Goldtaler in seine Tasche fließen lässt. Dadurch bekommt man auch Erfahrungspunkte zurück, die ein Spiel-Tod ärgerlicherweise einfordert.

Dieser erste Vorgeschmack lässt die Spieler dann auch schnell hibbelig werden. Wie müssen dann erst die PvP-Schlachten aussehen, wenn man erst die Festungen der Kontrahenten belagert? Wie spielen die einzelnen Legionen zusammen, damit man bestimmte Gebiete erobert und der verfehdeten Fraktion das Einflussgebiet abspenstig macht?

Hier erst kommt Aion zur kompletten Geltung. Hier dürfen sich alle Spieler dann beweisen und endlich mit aller Macht zeigen, was man 25 Level lang gelernt hat. Dennoch wird man immer noch auf viele Gegner treffen, denen man nicht gewachsen ist.

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Jobcenter: In Aion können zahlreiche Berufe erlernt werden.
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In der Zwischenzeit können natürlich auch die obligatorischen Berufe erlernt werden. Überall in Atreia schwimmen Fische im Wasser oder stehen Obstbäume herum, um ein guter Küchenchef zu werden. Auch Metalle lassen sich gewinnen, um Rüstungen oder Waffen zu schmieden. Selbstverständlich können auch Kleider genäht und alchemistische Tränke zusammengebraut werden.

Auch hier spielt aber Geduld eine große Rolle, denn nur ausreichende Übung macht den Meister und lässt die hochwertigsten Güter selbst zusammenzimmern. Wer es immer noch nicht gemerkt hat, hat wahrscheinlich keine Uhr bei sich herumstehen. Das ist auch besser so, denn das Spiel ist ein Zeitfresser par excellence.

Neues Leben in der Gemeinschaft

Auch die Elitegebiete hat NC Soft nicht vergessen. Auf diese Weise wird das Zusammenspiel in der Gruppe unabdingbar. Alleine sind solche Gegenden ein Garant dafür, schnellstens beim nächsten Seelenheiler aufzuwachen, denn jeder einzelne Feind ist hier eine Kampf-Koryphäe. Was in anderen Spielen Gilden sind, heißt hier Legion.

In einer solchen sollte sich jeder Mitspieler möglichst schnell organisieren, denn viele Missionen sind nur durch effizientes Teamplay zu meistern. Die kommunikative Seite kommt demnach auch nicht zu kurz – Anschluss ist ebenfalls schnell gefunden, dafür sorgen schon die vollen Server, auf denen rund um die Uhr Abenteuer bestanden werden.

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Beutezug: Zu Halloween gab es neckische Kürbisköpfe.
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Was wäre aber ein Rollenspiel ohne die Beute, die in den einzelnen Streifzügen eingesackt werden kann? Egal ob die Items brauchbar sind, erfüllt es immer wieder mit Euphorie, einen wichtigen Gegenstand eingesackt zu haben. Nötigenfalls verkauft man seine Trophäe eben wieder. Dafür steht extra ein Auktionshaus bereit, wo aber auch Suchende sicher schnell für eine bestimmte Summe fündig werden. Wer sich die Gebühren für das Auktionshaus sparen will, kann aber auch die eigene Shopfunktion nutzen und sich am Wegesrand einen kleinen Bauchladen umschnallen. Dort bietet er dann eben all seine Kostbarkeiten feil.

Es gibt also immer etwas zu tun und die Entwickler lassen sich kontinuierlich etwas einfallen, um die Spieler bei Laune und Abonnenten bei der Stange zu halten. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass man schnell von dem Spiel vereinnahmt wird. Ähnlich wie bei World of Warcraft geht viel Zeit für die einzelnen Gebiete drauf, denkt man auch offline darüber nach, wie man seinen Charakter effizienter kämpfen lässt oder wie man an bestimmte Muster für die Produktion eigener Items gelangt. Wer es wirklich darauf anlegt, erlebt in Aion eine ereignisreiche 168-Stunden-Woche – deren Lohn sich allerdings nur in virtuellem Gold niederschlägt.