



Aion trotzt dem Spieler eine ganze Menge ab: Geld für monatliche Gebühren, Zeit durch intensives Leveln und Grinden, bis man endlich den Abyss mit der nicht spielbaren dritten Spezies, den Balaur, erreicht hat. Das macht gerade den Einstieg verdammt anstrengend. Ungeübte Rollenspiel-Neulinge könnten hier Gefahr laufen, entnervt das Handtuch zu werfen, denn wie bei allen RPGs brauchen die Gegner nur ein oder zwei Level über dem eigenen zu sein, und schon sieht unser geflügelter Held arg gerupft aus. Entschädigung für alles Mühsal gibt es trotzdem reichlich: Aion bietet eine Welt, in die man sich endlich mal wieder komplett verlieren kann. Schnell erliegt man der Sucht und wird vom „Nur noch eine Mission“-Syndrom ergriffen.
Viele Spielelemente an dem neuen MMO sind bereits aus anderen Spielen bekannt, werden aber in Atreia noch einmal hervorragend aufbereitet. Nicht nur technisch haben die Entwickler von NC Soft an alles gedacht. Hier können Handwerke erlernt, spannende Raids mit anderen Spielern abgehalten und erbitterte PvP-Kämpfe um Festungen, Abysspunkte und die Ehre der eigenen Legion geführt werden.
Ein Spiel also, das einem permanente Beschäftigung bietet, wenn man erst einmal über den Knackpunkt des Level 25 hinaus ist. Ein paar dunkle Flecken sind dennoch auf der strahlenden Oberfläche zu finden: Da wären zum einen die repetitiven Quests, die man gerne weniger herkömmlich hätte präsentieren können und der übertriebene Grind-Faktor, um voranzukommen. Für einen Einzug in den diesjährigen Rollenspiel-Olymp wird es aber trotz dieser Meckerpunkte locker reichen, denn die positiven Aspekte überwiegen deutlich.
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Ganz klar das MMO mit der momentan hübschesten Grafik auf dem Markt. Die CryEngine erstellt souverän die fantastische Welt von Atreia, wobei es völlig egal ist, ob man sich im himmlischen Eliyos oder im finsteren Asmodae befindet.
Heroische Hymnen, Säbelgeklirr, liebliche Volksweisen – all das findet sich ebenfalls in Aion. Sehr schön ist dabei der Wechsel der Musik, wenn man neue Regionen erreicht. Die Soundeffekte wiederholen sich aber selbstverständlich schnell, wenn man ein oder zwei Stunden reines Leveln hinter sich hat.
Greenhorns sind bei der Fülle an Funktionen, Reglementierungen und Möglichkeiten sicherlich erst einmal überfordert. Hier sollte man sich intensiv mit dem Spiel beschäftigen und eifrig dazu lernen, damit der Aufenthalt nicht zur Bauchlandung wird. Alte Hasen hingegen werden den Komfort einiger Funktionen lieben lernen – wären da nicht die endlosen Laufwege, Monsterhorden und recht konservativ gehaltenen Quests…
MMORPG
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