Wie sagt man so schön? „Never change a winning team!” Drei „Age of Empires”-Teile sowie zahlreiche Expansion Packs, allesamt Bestseller, haben die Ensemble Studios verantwortet. Für die Entwicklung des „Age of Empires III“-Addons „The Asian Dynasties“ vertraut der Entwickler auf das Strategie-Know-how von Big Huge Games.

Die Jungs um Brian Reynolds sind ihrerseits ebenfalls nicht ganz unerfahren. Immerhin stammt mit „Rise of Nations“ einer der größten „Age of Empires“-Konkurrenten aus deren Feder. Konnten sie den Esprit der „AoE“-Reihe aufschnappen und um frische Ideen anreichern? Oder bewahrheitet sich die eingangs erwähnte Redewendung? Wir haben die Antwort!

Age of Empires III: The Asian Dynasties - Trailer Final2 weitere Videos

Und das geschah letzte Folge…

Als Teil unseres unsagbar guten Services frischen wir eure Gedanken zu Beginn kurz auf und erläutern in aller Schnelle das grundlegende Spielprinzip von „Age of Empires III“. Wie in den meisten klassischen Echtzeitstrategiespielen dreht sich alles um den Auf- und Ausbau einer Basis samt Rekrutierung großer Armeen. Und da wir uns nicht im Kalten Krieg befinden, werden diese auch fleißig genutzt. Epische Schlachten, ausbalanciert nach Stein-Schere-Papier-Prinzip, sind die Folge.

Age of Empires III: The Asian Dynasties - Chinesisch kann so lecker sein! The Asian Dynasties ist der beste Beweis.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 5/91/9
Wie kann man nur eine solch schöne Stadt zerstören? Ganz einfach, per Rechtsklick!
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Als bedeutendste Neuerung hielt das „Heimatstadt“-Konzept Einzug ins „AoE III“-Spielgeschehen. Jede der (ursprünglich) acht zur Verfügung stehenden Nationen verfügt über ein eigenes Städtchen, das stetig weiter verbessert werden kann. Neben der Erforschung neuer Technologien dürfen sich Spieler Nachschublieferungen ankarren lassen, die zur direkten Unterstützung beitragen. Damit genug zur allgemeinen Spielmechanik. Kommen wir zur Frage, was „The Asian Dynasties“ Neues mit sich bringt und ob bzw. für wen sich der Kauf lohnt.

Fesselnde Geschichten im Laien-Theater

Der Name des Addons ist Programm. Im Reich der aufgehenden Sonne lasst ihr die Sonne untergehen. Zumindest für eure Feinde. Um das zu bewerkstelligen, schlüpft ihr in die Rolle eines von drei neuen Völkern. Chinesen, Japaner und Inder bekamen jeweils eine fünf Szenarien währende Kampagne spendiert.

Age of Empires III: The Asian Dynasties - Chinesisch kann so lecker sein! The Asian Dynasties ist der beste Beweis.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 5/91/9
Das perfekte Szenario für die nächste Becks-Werbung: Imposante Drachenboote der Chinesen wiegen sich im Wind.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Dramaturgisch erinnern die Missionen stark an die Einsätze im Hauptprogramm. Das meinen wir übrigens nicht als Lob, sondern durchaus negativ. Langweilige Zwischensequenzen und monotone Ziele der Marke „Zerstören, Beschützen, Einnehmen“ sind nicht zeitgemäß. Dabei bieten die jeweiligen Rahmenhandlungen als Mischkultur von historisch verbrieften und fiktiven Elementen reichlich Potenzial.

Kurz und schmerzlos: Fans sollten zugreifen, alle anderen verpassen nichts.Fazit lesen

Auf Seiten der Japaner spielt ihr die Vereinigungsbewegung des Landes im 15./16. Jahrhundert nach. Für Nichtkenner der Materie aufgrund vieler fernöstlicher Namen und Begriffe eine verwirrende Angelegenheit. Spannender gibt sich die chinesische Kampagne, die sich dem Mythos „Ersterkundung der Neuen Welt durch die Chinesen“ annimmt. Als Kapitän Jian Huang reist ihr auf der Suche nach einem vermissten Admiral durch die Welt und baut die Vormachtstellung des Volkes aus.

Die Inder wiederum kämpfen in der Sepoy-Rebellion im frühen 19. Jahrhundert um ihre Freiheit. Dabei begeleitet ihr den Krieger Nanib bei seinem Gesinnungswechsel weg von den grausamen Methoden der British East India Company hin zur Rebellenbewegung. Das größte Problem der Kampagnen liegt in ihrer Kürze. In nur fünf Einsätzen ist schlicht nicht genug Raum für Überraschungen, Wendungen und komplex gezeichnete Charaktere. Auch die historischen Ereignisse, die den Themen zugrunde liegen, werden im Schnelldurchlauf abgehandelt.

Fernöstliches Dreierlei

Mit neuen Kampagnen allein ist es in „The Asian Dynasties“ natürlich nicht getan. Um die Spieler über die Story hinaus an den Bildschirm zu fesseln, wurden die Völker allesamt äußerst individuell designt. Kurz zu deren Eigenheiten: Die Chinesen setzen auf schiere Masse. Das Bevölkerungslimit ist um 10% höher als bei allen anderen Zivilisationen. Auch die Ausbildung der Einheiten geht schneller vonstatten. Statt einzelner Krieger gibt es die Kämpfer stets im Paket. Einzigartige Truppen wie der Flammenwerfer geben dem Volk einen sehr originellen Anstrich.

Age of Empires III: The Asian Dynasties - Chinesisch kann so lecker sein! The Asian Dynasties ist der beste Beweis.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 5/91/9
Höchste Gebäudeeinsturz-Gefahr: Indische Kriegselefanten auf der Durchreise.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Völlig anders spielen sich die Japaner. Starke, aber sehr teure Soldaten wie der Samurai erfordern behutsames Wirtschaften. Von der Jagd verstehen sie nichts. Deshalb sind sie darauf angewiesen, spezielle Schreine zu bauen. Die liefern automatisch Nahrung und dienen darüber hinaus als Wohngebäude zur Erhöhung der Populationsobergrenze. Die Inder machen in „The Asian Dynasties“ als Belagerungsmacht auf sich aufmerksam. Mächtige Kriegselefanten verschaffen sich alleine aufgrund ihrer Größe gehörigen Respekt.

Da hilft nur noch ein Wunder

Im fernen Osten ticken die Uhren (zumindest in „The Asian Dynasties“) anders als im Rest der Welt. Das schlägt sich in der Spielmechanik wieder. Statt wie bisher Epochenaufstiege über ein Upgrade des Haupthauses zu vollziehen, baut das Drei-Völker-Triumvirat für jede Verbesserung Weltwunder. Die imposanten Bauwerke bringen spezielle Boni mit sich. Das Taj Mahal der Inder ermöglicht beispielsweise einen temporären Waffenstillstand. Der Goldene Pavillon der Chinesen hingegen sorgt für erhöhte Lebens- und Angriffspunkte eurer Einheiten.

Dadurch, dass ihr stets wählen müsst, welche Wunder respektive welchen Bonus ihr erhaltet, erhöht sich die strategische Tiefe merklich. Die möglichen Vorgehensweisen sind mannigfaltig. Auf die ursprünglichen Völker aus dem Hauptprogramm haben die Weltwunder freilich keinen Effekt. Ebenfalls nur den fernöstlichen Völkern zugute kommt der frisch implementierte Bau der Konsulate. So könnt ihr Handelsbeziehungen zu den Westmächten aufnehmen und im Tausch gegen Exportgüter deren Einheiten und Technologien einkaufen.

Age of Empires III: The Asian Dynasties - Chinesisch kann so lecker sein! The Asian Dynasties ist der beste Beweis.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 5/91/9
Malerisch wie „Anno“ und „Die Siedler“, doch der Schein trügt. Hier könnten jederzeit die Fetzen fliegen.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Ihr merkt, „Age of Empires III“-Veteranen, die nach neuem Futtern lechzen, bekommen mehr als genug Argumente, auch bei „The Asian Dynasties“ zuzuschlagen. Alle anderen, denen das Spielprinzip schon immer zu traditionell war, dürfen ihre Freizeit aber auch weiterhin mit „World in Conflict“ und ähnlich innovativen Echtzeit-Vertretern verbringen.