Age of Empires 3: The Age of Discovery (PC-Review)
von Nedzad Hurabasic

Fast sechs Jahre sind vergangen, seit das bahnbrechende und für das Echtzeitstrategie-Genre vielleicht maßgebliche »Age of Empires II: The Age of Kings« veröffentlicht wurde. Erst in den nächsten Tagen gibt es nun mit »Age of Empires III« (AoE 3)

den langerwarteten Nachfolger dieser beliebten Serie, auch wenn Entwickler Ensemble Studios in dieser Zeit keineswegs auf der faulen Haut gelegen hat und z. B. mit »Age of Mythology« einen weiteren Hit landen konnte. Jetzt erscheint die neue Fortsetzung und erlaubt den Spielern dort anzuknüpfen, wo der Vorgänger endete. Wieder können wir in die Rolle einer

Age of Empires III - Age of Empires 3 - Theatrical TrailerEin weiteres Video

Age of Empires III - Aus Erfahrung gut

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 103/1081/108
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

europäischen Großmacht schlüpfen und dürfen die Neue Welt entdecken, erobern und kolonialisieren. Fragt sich nur, ob das Spiel den großen Erwartungen gerecht werden kann ...

Neues & Bewährtes
Die Entwickler haben die Hintergrundgeschichte um einige hundert Jahre in die Zukunft vorgespult und so findet sich der Spieler in etwa zu Zeiten von Christopher Columbus wider. Mit fortschreitender Spieldauer stehen zivilisatorische Weiterentwicklungen über fünf Zeitalter zur Verfügung, die Zeitspanne reicht von dem Entdeckungszeitalter bis zur industriellen Revolution und dem Imperialzeitalter. Dabei stehen

Exkusiv-Interview!

Lest auch unser Exklusiv-Interview mit Greg Street, dem Lead-Designer von AoE 3! Greg spricht über die Unterscheide zwischen Teil drei und seinen Voränger und verrät euch, warum so viel Zeit bis zum Erscheinen von AoE 3 vergangen ist.

diesmal verschiedenste fortgeschrittene Einheiten wie Infanterie mit Musketen und Gewehren, schwere Kavallerie und auch mächtige Schlachtschiffe zur Verfügung, die mit mächtigen Kanonen Verderben über ihre Feinde bringen. Wie aber auch in unserem Interview mit dem Greg Street, dem Lead Designer des Entwicklers, klar wird ( siehe hier), wurde gar nicht erst versucht das Spielgenre oder die "Age of..."Reihe zu revolutionieren. Trotz einer Entwicklungszeit von fast drei Jahren wurde das ohnehin schon gute Gameplay vielmehr im Detail verbessert und die Schwerpunkte auf anderen Feldern gesetzt. Die wichtigste Neuerung ist eine vollkommen überholte Grafik,

Age of Empires III - Aus Erfahrung gut

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 103/1081/108
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

die sich an Highend-Rechnern orientiert und heutigen Maßstäben mit wirklichkeitsgetreuen Details gerecht werden soll. Außerdem soll eine ebenfalls neue Physikengine die realistische Darstellung noch weiter vertiefen. Und in der Tat, die Grafik ist wirklich atemberaubend gut. Selbst auf einem Mittelklasse-Rechner wirkt die Darstellung bis ins Detail ausgefeilt, Wellen schlagen schäumend an die Küsten der Kontinente und Inseln, Vögelschwärme überfliegen die Landschaft, die Einheiten sind klar voneinander zu unterscheiden, die Kanonenkugeln der Schiffe fliegen sichtbar durch die Luft und Rollen mit vernichtender Kraft durch die Reihen der Angegriffenen. Kurzum: Klasse! Auch die animierte Darstellung von im Bau befindlichen oder beschädigten Gebäuden, von Bäumen und Actionelementen wie fliegenden Pfeilen ist eindrucksvoll. Besonders beeindruckend fallen die Schiffsschlachten, wo herumfliegende Trümmerteile und Wasserspritzer zu sehen sind oder auch verschiedenste Explosionen, aus.

Wie schon erwähnt, gibt es in Gameplay-Hinsicht nur kleine, aber feine Änderungen am bewährten Spiel-System gegeben. Eines der wichtigsten neuen Features von AoE 3 ist das Konzept der permanenten Heimatstadt. Jede der acht zur Verfügung stehenden Nationen (z. B. Briten, Deutsche, Spanier und Franzosen) verfügt über eine eigene Heimatstadt, die dem Spieler nicht nur mehr Kontrolle über die Weiterentwicklung der Technologie dieser Kultur geben soll, sondern den Spieler auch mit Nachschublieferungen wie Rohstoffen, Einheiten und Weiterentwicklungen an dessen weitentfernte Kolonie versorgt. Die Heimatstadt entwickelt sich im Laufe des Spiels durch das Sammeln von Erfahrungspunkten - eine weitere Detailverbesserung - weiter, steigt im Level auf und stellt auf diese Weise immer bessere Schiffsladungen für den Entdecker bereit.

Unbekanntes Land
Stichwort Entdecker: Dies ist eine kleine, aber feine Änderung im Gameplay. Jede neue Kolonie startet

Age of Empires III - Aus Erfahrung gut

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 103/1081/108
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

mit einem dieser Entdecker, die quasi unsterblich sind. Wenn ihre Hitpoints auf null fallen, können sie durch Zahlung einer kleinen Summe wiedererweckt werden und stehen sofort wieder zur Verfügung. Sie sind vor allem nützlich, um mit einer kleinen Schar von Gefolgsleuten die nähere, unbekannte Umgebung zu erkunden und aufzudecken, die zunächst unter einem dunklen Schleier ("Fog of War") verborgen ist. Außerdem können sie - noch eine Neuerung - Bündnisse mit Indianerstämmen eingehen, indem sie Handelsposten an ihren Siedlungen etablieren. Durch diese Bündnisse kann der Spieler Unterstützung von den verbündeten Stämmen erhalten, etwa durch Militäreinheiten oder den Aufbau von Handelsrouten, die Erfahrungspunkte abwerfen. Eingeborene können übrigens, Political Correct, nur angegriffen werden, wenn sie mit einer feindlichen Zivilisation verbündet sind.

Währenddessen ist es natürlich wichtig, ständig am Auf- und Ausbau der Kolonie zu arbeiten und die ersten Gebäude von Siedlern erstellen zu lassen. Dafür werden selbstverständlich Rohstoffe benötigt, von denen es drei Sorten gibt: Nahrung, Holz und Geld, das aus Minen gewonnen wird. Dieselben Rohstoffe sind auch für die Erschaffung von Einheiten vonnöten und daher der Grundpfeiler der neuen Kolonie. Dabei sollte der Spieler möglichst schnell den Aufstieg ins Kolonialzeitalter anstreben; erst dann ist es möglich die Kaserne oder den Stall zu erbauen, die militärische Infanterie- und Kavallerieeinheiten hervorbringen können. Schließlich wird die Expansion oder die Verteidigung des eigenen Gebietes ohne militärischen Einsatz nicht möglich sein, schnellstmögliche Aufrüstung und damit der rasche Aufstieg in moderne Zeitalter ist also notwendig.

Kämpfe oder gehe unter
Früher oder später kommt es zu den unvermeidlichen Auseinandersetzungen mit konkurrierenden Kulturen, immerhin geht es in AoE 3 um nichts anderes als blanken Imperialismus. Wie in den meisten Strategiespielen dieser

Age of Empires III - Aus Erfahrung gut

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 103/1081/108
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Art verfügt natürlich jede der acht Nationen über ihre speziellen Eigenarten Und Eigenschaften, die sich auch in unterschiedlichen Einheiten niederschlagen. Insgesamt wirken die militärischen Einheiten untereinander sehr ausgewogen, eine besonders oder übertrieben starke konnte im Test nicht ausgemacht werden. Letztendlich hängt es vom persönlichen Geschmack ab, für welche Nation man sich entscheidet, die Vor- und Nachteile wiegen sich im Allgemeinen aber gut gegeneinander auf. Einheiten steigen im Gegensatz zu anderen RTS während der Kämpfe nicht im Level auf, sondern müssen schon vor der Erstellung aufgewertet werden. Dies geschieht anhand von Weiterentwicklungen, die fast jeder spezialisierte Gebäudetyp mit der Zeit anbietet. So können im späteren Verlauf verschiedene Veteranen-Einheiten schon "ab Werk" ins Leben gerufen werden.

Die Entwickler haben sich entschieden, es zugunsten flüssigen Spielablaufs bei den Kämpfen mit dem Realismus nicht allzu genau zu nehmen, sodass Einheiten, z. B. Schiffe durchaus auch einmal den Weg abkürzen und durch andere Schiffe hindurch fahren, ohne Schaden zu erleiden oder zu verursachen. Davon abgesehen gilt auch hier nach wie vor das Prinzip: Masse gewinnt. In der Regel geht die größere Armee als Sieger hervor, wenn der Zivilisationsgrad annähernd derselbe ist. Taktische Feinheiten lassen sich den Einheiten nicht beibringen, für strategische Planung ist aber schließlich das Gehirn des Spielers zuständig, auch wenn die Schlachten an sich doch recht chaotisch ablaufen und die Formationen im Eifer des Gefechts sehr schnell aufgegeben werden. Letztendlich hängt das Wohl und Wehe der Nation vom Geschick des Spielers ab.

Während der tapfere Entdecker fernab der Heimat ums Überleben kämpft und die Kolonie ausbaut, hat ihn aber glücklicherweise die Heimatstadt nicht vergessen. In regelmäßigen Abständen werden Schiffsladungen in die neue Übersee-Dependence entsandt, die den Eroberer unterstützen sollen. Der Spieler baut die Stadt durch das Sammeln von Erfahrungspunkten immer weiter aus. Dies geschieht durch fast alle Tätigkeiten. Also durch das Besiegen von feindlichen Einheiten, Zerstören von Gebäuden, das Bergen von Schätzen, das Aufstellen von Rekorden (am Ende jeden Spiels gibt es eine detaillierte Aufschlüsselung über das Spielergebnis) und so weiter. Eine Stadt mit höherer Stufe liefert bessere Unterstützung und wer ihr in Einzelspielergefechten die Treue hält, darf die erworbenen Level auch in Multiplayerspielen online einsetzen. Im Verlauf des Spiels werden dabei immer mehr so genannten "Karten" freigeschaltet. Das ist eine andere Bezeichnung für diese Zusatzlieferungen, von den maximal 120 Existierenden, dürfen je Spielrunde aber nur 20 im Voraus ausgesucht und im anschließenden Szenario eingesetzt werden.

Fakten, Fakten, Fakten
AoE 3 beinhaltet drei Spielmodi und ein Tutorial ("Spiel lernen"), das aus zwei Teilen besteht. Das Tutorial führt gekonnt und effizient in die wichtigsten Spielelemente ein und lässt kein grundlegendes Thema unberührt. Der Spieler lernt dort die wichtigsten Handgriffe - von den ersten Schritten in der Neuen Welt bis hin zu komplexeren Aufgaben - und wird von einem Sprecher audio-visuell angeleitet. Der Solospieler-Modus teilt sich in "Kampagne" und "Gefecht". Während die Kampagne eine zusammenhänge Geschichte in drei Akten erzählt, kann im Gefechts

Age of Empires III - Aus Erfahrung gut

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 103/1081/108
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

(bzw. Skirmish)-Modus im Detail ausgewählt werden, mit welchen Parametern die Spielrunde initiiert werden soll. In beiden Fällen wird in "Deathmatch" oder "Vorherrschaft"-Szenarien gegen KI-Gegner gespielt, die zwar auf leichter Spielstufe recht einfach zu besiegen sind, auf höheren Leveln aber herausfordernde Gegner darstellen. Aber nicht ganz so herausfordernd wie menschliche Opponenten, mit denen man sich im Multiplayermodus online oder im LAN messen kann. Dabei ist es auch möglich in Teams gegeneinander anzutreten und kann dieselben beiden Spieltypen auszuwählen, wie im Skirmish-Mode.

Wie schon beschrieben, ist die Grafik des Spiels hervorragend. Wer nicht über einen Highend-Rechner verfügt wird zwar nicht die volle Pracht zu sehen bekommen, kann aber verschiedenste Einstellungen vornehmen, damit die Performance bei Massenschlachten nicht in die Knie geht. Das klappt gut, im Test konnte selbst auf einem betagten System (2,1 Ghz AMD / GeForce 4200 Ti) kaum ein Ruckeln registriert werden. Auch der Sound passt sich dem hervorragenden Niveau an und liefert ein mehr als adäquaten Hintergrund. Vor allem der Kanonenbeschuss weiß zu gefallen, aber auch die sich ständig wiederholenden Befehlsbestätigungen sind sauber vertont und dröhnen in der jeweiligen Landessprache aus den Boxen. In technischer Hinsicht haben sich die Entwickler keine Patzer erlaubt. über einen Highend-Rechner verfügt wird zwar nicht die volle Pracht zu sehen bekommen, kann aber verschiedenste Einstellungen vornehmen, damit die Performance bei Massenschlachten nicht in die Knie geht. Das klappt gut, im Test konnte selbst auf einem betagten System (2,1 Ghz AMD / GeForce 4200 Ti) kaum ein Ruckeln registriert werden. Auch der Sound passt sich dem hervorragenden Niveau an und liefert ein mehr als adäquaten Hintergrund. Vor allem der Kanonenbeschuss weiß zu gefallen, aber auch die sich ständig wiederholenden Befehlsbestätigungen sind sauber vertont und dröhnen in der jeweiligen Landessprache aus den Boxen. In technischer Hinsicht haben sich die Entwickler keine Patzer erlaubt.