Agatha Christie: Und dann gabs keines mehr – Test

Wii

Spannung pur: Mit der Wiimote auf Mördersuche.

von Björn Schick, 23. Januar 2008 11:16 Uhr

Wenn Ihr schon immer mal Miss Marple im Infight mit der Wiimote vermöbeln wolltet, dann …, dann seid Ihr hier falsch. Denn „Agatha Christie: Und dann gab’s keines mehr“ ist, wie schon die knapp zwei Jahre alte PC-Fassung, ein reinrassiges Point&Click-Adventure. Ob die Portierung auf die Zappelkiste Sinn und das Spiel Spaß macht, verrät unser Test.

Und dann gab’s keines mehr bringt auf der Wii praktisch keine Neuerungen gegenüber der zwei Jahre alten PC-Fassung mit sich.FazitEine Insel, darauf ein Hotel, darin zehn von ihrem Gastgeber zum Tode verurteile Mörder – klingt nach „Saw V“? Falsch, denn auch die Grand Dame des Krimis, Agatha Christie, wusste bereits 1939 wie man schaurigen Horror gekonnt inszeniert. Und wer sich jetzt ob seiner nicht vorhandenen Zuneigung zum derzeit im Kino grassierenden Folter- und Quälvirus schüttelnd abdreht, sollte lieber zurückkommen. Denn auch wenn es in „Und dann gab’s keines mehr“ an Todesfällen nicht mangelt, sind diese dann doch nicht so brutal wie in der Filmstreifen gewordenen Geschmacksnervensäge geraten.

Zehn kleine, … kleine, …, nun ja, …

… Negerlein. Nun ist es raus. Und ja: Das war politisch inkorrekt. Doch der Originaltitel von „Und dann gab’s keines mehr“ lehnte sich nun einmal an den weiland noch vollkommen salonfähigen Kinderreim an. Und das kommt nicht von ungefähr. So scheiden die eingangs erwähnten zehn Verurteilten einer nach dem anderen aus dem Leben. Glücklicherweise sind wir in der Rolle des Patrick Narracott lediglich als gestrandeter Bootsführer mit auf der Insel, wenngleich auch wir ein Geheimnis mit uns herumtragen.

Screenshot zu: Spannung pur: Mit der Wiimote auf Mördersuche.Noch amüsieren sie sich - doch schon der Titel verrät: Hier kommt nicht jeder lebend raus.

Auf jeden Fall möchte uns der Gastgeber anscheinend nicht ans Leder und so können wir uns gemütlich in dem weitläufigen Hotel umsehen, um ein wenig Licht ins Dunkel der Mordserie zu bringen. Dafür sollte man allerdings mehr als eine Reservebatterie für die sinnbildliche Taschenlampe mitbringen, denn die Märsche durch das gewaltige Anwesen können mit der Zeit doch sehr lang und ermüdend werden. Der einfache Grund: Man bekommt kaum einen Hinweis, was man überhaupt sucht oder was man tun sollte.

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