Was ist cool. Schwertkämpfe. Was ist cooler? Schwertkämpfe im alten Japan. Was ist am coolsten? Ein schwarzer Afro Samurai auf seinem Weg zur Rache durch das alte Japan. Im Grunde lässt sich das Spiel auf diese Formel reduzieren. Oder nein, vielmehr die Serie. Afro Samurai basiert nämlich auf der hierzulande noch eher unbekannten, gleichnamigen Anime-Show. Die lebt von drei Dingen: Grandios gezeichneten Charakteren, stylischen Schnetzelkämpfen und der Stimme von Samuel L. Jackson.

Ja, ihr habt richtig gehört, kein geringerer als Schauspieler Samuel L. Jackson, berühmt geworden nicht zuletzt durch seine Rollen in "Pulp Fiction", "Stirb Langsam 3", "Shaft", den neuen "Star Wars" Episoden und dem Trashhit "Snakes on a Plane", leiht der Hauptfigur seine unverwechselbare Stimme. Auch im Spiel müsst ihr sein Talent nicht missen. Aber dazu später.

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Rache wird am besten geschnetzelt serviert

Die Story sowohl des Spiels als auch des Animes ist schnell erzählt. In einem mittelalterlich anmutenden Japan, in welchem es aber auch Raketenwerfer, Flammenwerfer und andere Anachronismen gibt, existieren zwei sagenumwobene Schmuckbänder. Eines mit der Nummer eins, das andere mit der Nummer zwei.

Afro Samurai - Empfehlung des Tages: Schlachtplatte statt Sushi

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Nach außen hin ruhig. Afro könnte aus einem Italo-Western der 70er stammen.
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Diese sollen dem Träger göttliche Macht verleihen. Nur der Träger des Kopfbandes mit der Nummer zwei darf die Nummer eins herausfordern. Aber jeder darf die Nummer zwei töten und sich als neue Nummer zwei auf die Jagd nach dem besten Kämpfer der Welt machen. Der Protagonist Afro Samurai trägt das Band mit der Nummer zwei. Er hat es sich hart erarbeitet, um einen Revolverhelden namens Justice, die amtierende Nummer eins, zu erledigen.

Justice tötete seinen Vater, der vor ihm das begehrte Band trug. Rache ist eben ein wirklich dankbares Leitmotiv. Im Spiel erfahrt ihr leider nur sehr wenig von der durchaus mitreißend erzählten Story des Animes. Ihr kämpft euch lediglich durch wichtige Storyausschnitte der Serie ohne wirklich einen Zusammenhang erahnen zu können. Fans der Show sind hier eindeutig das angesprochene Zielpublikum.

Packshot zu Afro SamuraiAfro SamuraiErschienen für PS3 und Xbox 360

Stimmung durch Stimme

Wie schon erwähnt wird das Geschehen hierbei von Samuel L. Jackson kommentiert. Während jedoch der Afro Samurai selbst nur wenige Worte von sich gibt, kann sich Jackson in der Rolle von Afros Alter Ego Ninja Ninja so richtig austoben. Dieser muntere Geselle erinnert ein bisschen an die Grinsekatze aus Alice im Wunderland und kann nie besonders lange seine Klappe halten. Ständig kommentiert und lästert er oder fiebert mit Afro mit.

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Großmäulig aber nützlich: Euer Begleiter Ninja Ninja.
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Die lässigen Sprüche dieses mehr oder weniger imaginären Gefährten (was es mit Ninja Ninja auf sich hat, erfahrt ihr gegen Ende des Spiels) tragen ganz enorm zur sehr coolen Atmosphäre des Spiels bei und ließen uns angesichts der Flapsigkeit, mit denen er Kraftausdrücke um sich schleudert, manches Mal in uns hineingrinsen.

So groovy, dass es schon wieder funky ist…aber die Wertung bleibt ebenso wie diese Modeworte in den 70ern stecken.Fazit lesen

Aber der mit vielen abwechslungsreichen Monologen ausgestattete Sidekick kann nicht nur reden. Per Tastendruck zeigt er, leider manchmal unzuverlässig, euren Weg im Level an. Außerdem ist er für ein ganz besonderes Feature zuständig, welches so wohl noch in keinem Spiel vorkam. Dazu später im Absatz "Teile und herrsche".

Afro Samurai - Empfehlung des Tages: Schlachtplatte statt Sushi

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Im Laufe des Spiels erkundet ihr seltsame Orte, wie dieses Schiff auf Säulen.
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Neben Samuel L. Jackson dürft ihr euch übrigens auch auf die restliche Darstellerriege hinter den Stimmen der Charaktere freuen. Ron Perlman ("Hellboy") spricht den Revolverhelden Justice und auch die restlichen Sprecher können überzeugen. Lobenswert ist hier vor allem, dass Namco Bandai die Originalstimmen nicht synchronisierte, aber immerhin mit englischen Untertiteln unterlegte. Englischkenntnisse sind also Pflicht, wenn man wenigstens etwas von der spärlichen Story mitbekommen möchte. All das könnte aber ein misslungenes Spielprinzip nicht retten. Daher gehen wir nun auf den Hauptpart von Afro Samurai ein.

Mit dem Messer geht es besser

Im Grunde ist das Spiel ein einfacher Prügler. Verschiedene Tastenkombinationen lösen schwere und leichte Schwerthiebe aus oder lassen euren Helden treten, um die Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen. Darüber hinaus könnt ihr mit gut getimten Blocks Angriffsserien eurer Gegner unterbrechen.

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Wenn das Schwert aufblitzt heißt es Abschied nehmen von den Gliedern.
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Im Spielverlauf erlernt ihr neue Angriffsmethoden, wie zum Beispiel das zerteilen oder zurückschicken von Snipergeschossen oder eine Konterattacke mit der Afro einem Gegner auf die Schultern springt und per Tastendruck eine von drei (blutigen) Tötungsarten vollzieht. Mit der aufladbaren Fokusattacke könnt ihr die Zeit verlangsamen und so ganz besonders effektive Schläge ausführen, die einen Standardgegner schon mit einem Schlag in seine Einzelteile zerlegen. Ohne dieses Gimmick, welches den Bildschirm in stylisches Schwarz-Weiß färbt, dauert es erheblich länger, Gegner zu besiegen.

Nervig dabei ist jedoch Folgendes: Während die Umgebungen sich angenehm abwechseln, ist dies bei den Gegnern schlicht nicht der Fall. Immer wieder kämpft ihr gegen die gleichen Reishutstandardgegner, halbnackte Ninjafrauen oder etwas größere und stabilere Schwertträger mit Standartenfahne.

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Schicke Bosskämpfe. Hier muss sich Afro im Luftkampf behaupten.
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Lediglich die Bosskämpfe erfordern mitunter etwas ausgefeiltere Taktiken und Kniffe. So müsst ihr die Geschosse eines Raketen verschießenden Gegners mit dem Schwert zerteilen, so dass die Schrapnelle hinter euch einen weiteren Gegner treffen. Teils ist das gar nicht so einfach herauszufinden. Wer dabei stirbt, darf sich dann leider auch gleich noch einmal die den Boss ankündigenden Zwischensequenzen ansehen. Immerhin sind diese sehr kurz geraten. Letztlich bietet das Gameplay aber trotz erlernbarer neuer Fähigkeiten und kleinen Auflockerungen wie einem Kampf im freien Fall aus mehreren tausend Metern Höhe oder kleineren Schalterrätsel- und Sprungeinlagen zuwenig Abwechslung, um dem großartigen Stil des Spiels gerecht zu werden.

Teile und herrsche

Ihr mögt euer Steak am liebsten blutig? Dann seid ihr bei Afro Samurai goldrichtig. Was das Spiel an Gemetzel auffährt ist durchaus beachtlich. Da werden Körper nach allen Regeln der Kunst zerteilt, Blut spritzt in übertriebenen Fontänen und im Fokusmodus kann man sogar einzelne Körperpartien der Gegner anvisieren und gezielt abtrennen. Schon allein darum ist das Spiel sicher nichts für Kinder und Jugendliche, trotz des stilisierten Looks. Aber Namco Bandai scheut sich nicht, dem ganzen noch die zynische Spitze aufzusetzen.

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Heftig. Solche Szenen sieht man im Spiel ständig.
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An bestimmten Stellen in den Levels wartet nämlich Ninja Ninja auf euch. Geht ihr während eines Kampfes zu ihm, fordert euch der großmäulige Sidekick zu einer Partie Körperteilepoker auf. Dabei geht es schlicht und ergreifend um Folgendes: In einer vorgegebenen Zeit müsst ihr den Gegnern drei Körperteile abschlagen. Kombinationen wie drei Köpfe/Hände/Beine sind möglich aber auch „Straßen“ mit je einem Kopf, Arm und Bein. Schafft ihr die Aufgabe, belohnt euch Ninja Ninja mit einem Levelaufstieg. Warum die BPjM nicht spätestens da eingriff, dürfte wohl ein ewiges Rätsel bleiben.