Genrespecial Teil 1: Adventures
von Manfred Duy

"Papi, wo kommen eigentlich all die kleinen Spiele her?" Eines Tages wird euch vielleicht auch euer Nachwuchs diese hochnotpeinliche Frage stellen. Damit ihr euch dann nicht bis auf die Knochen blamiert, hat sich gamona was ausgedacht.

Eine brandneue Reihe informiert im 14-tägigen Takt über den wechselvollen Werdegang sämtlicher Spielegattungen. Standesgemäß beginnt die Serie mit dem Genre, mit dem auch wirklich alles begann: Den Adventures.

Die Spielewelt - unendliche Ödnis, wir schreiben das Jahr 1968: Die US-Amerikaner verirren sich in den Dschungeln Vietnams, Heintje in die deutschen Musikcharts, randalierende APO-Studenten in den Straßenschluchten von Frankfurt und Wing Commander-Schöpfer Chris Roberts auf den Planeten Erde.

Die teils mit Lochkarten betriebenen Computer kosten schlappe 18.000 Dollar, Monitore erstrahlen im grünlichen Monochrom-Glanz und als schwer angesagte Datenträger gelten Disketten mit maximal 1,4 MByte Platz. All dies und noch viel mehr schrumpft allerdings zur historischen Fußnote angesichts eines Ereignisses mit weitaus epochaleren Auswirkungen!

Adventure - Die Adventures - von den Anfängen bis heute! Der erste Teil unserer großen Genrespecial Reihe!

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Ein Höhlenforscher und begeisterter Dungeons & Dragons-Fan aus Kentucky namens William Crowther entwickelt so ganz nebenbei für seine beiden Töchter ein Computerspiel namens "The Mammoth Cave", das später auch als "The Cave" sowie als "The Adventure" bekannt wurde (übrigens kam das komplette Genre dadurch auch zu seinem Namen).

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In "The Cave" ging es zeitgemäß puristisch zu. Geboten wurde eine einzige, nicht enden wollende Textwurst, die der Spieler durch Tastatureingaben wie "Betrete den linken Gang" oder "Schau Dich um" vorantrieb. Zweck des Ganzen war es, das Höhlensystem zu erforschen und sämtliche Schätze einzusammeln. Wem dies gelang, der bekam als Belohnung eine hübsche Urkunde.

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Anfang der 80er Jahre: Der Abenteurer erwacht Diesen unschuldigen Zeitvertreib stellte Crowther ins Arpanet - den Vorgänger des Internet. Dort wurde es von Jim Gillogly und Don Woods entdeckt, erheblich erweitert und bis 1976 in mehrere Computersprachen transformiert.

Dies erfreute insbesondere die US-amerikanische Studentenschaft, die über Universitätsrechner Zugang zum Arpanet hatte. Vier Studiosi namens Blank, Anderson, Daniels und Lebling nahmen sich an "The Cave" ein Beispiel und entwickelten 1978 ihr erstes eigenes Adventure namens "Zork".Dort konnte man schon Aktionen durchführen, die auch in heutigen Adventures noch schwer angesagt sind wie etwa Objekte anschauen und mit anderen verknüpfen, mit Charakteren reden und Puzzles lösen. Lebling und Blank (die übrigens später die Abenteuerschmiede Infocom gründeten) zeichneten denn auch Anfang der 80er Jahre für die Heimcomputer-Umsetzung von "Zork" verantwortlich. Aber auch anderenorts sorgte "The Cave" für Inspiration. Weltweit schossen Spielefirmen wie Unkraut aus dem Boden: Scott Adams (ein Namensvetter des "Dilbert"-Zeichners) gründete eine Firma namens "Adventure International" die - nomen est omen - sich der Herstellung von Textadventures wie etwa "Adventureland" oder "Pirate Adventure" verschrieb. Dort wurde die Textwüste auch schon mal mit ein paar bunten Bildchen garniert. In Australien stellte die Firma Melbourne House 1984 mit "The Hobbit" eine bebilderte Geschichte mit literarischem Hintergrund vor, die sogar schon über erste kleine Animationen verfügte.

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Namhafte Autoren, die 1984 von der Abenteuerlust gepackt wurden waren unter Anderem Douglas Adams mit seinem "Hitchhiker´s Guide through the Galaxy" (Infocom) oder "Amazon" vom Jurassic Park-Schöpfer Michael Crichton - ein Dschungelabenteuer, das etliche Jahre später sogar unter dem Namen "Congo" verfilmt werden sollte.

1984: Die Bilder lernen laufen
Eine in Kalifornien ansässige Firma namens "Online-Entertainment" (bestehend aus dem Ehepaar Ken und Roberta Williams) hatte aber in punkto Animation die Nase vorne.

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Sie werkelten bereits seit Beginn der 80er Jahre an bewegten Bildern und stellten 1984 mit "King´s Quest" ebenfalls ein Adventure mit animierten Szenen vor. Hier waren die Grafiken jedoch nicht nur Zierde, sondern wichtiger Bestandteil des Spielprinzips.

Bei "King´s Quest" scheuchte man den Helden (erstmals aus der Perspektive einer dritten Person) mittels einer Kombination aus Pfeiltasten und Tastaturbefehlen durch eine quietschbunte Welt. Die Animationen sowie die deutlich vereinfachte Bedienbarkeit sorgte für einen immensen Popularitätsschub des Abenteuer-Genres.

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1986: Der Steuerung geht´s an den Kragen
Der nächste wichtige Entwicklungsschritt erfolgte 1986 und betraf die immer noch viel zu umständliche Tastatursteuerung. Denn wer tippt schon gerne ellenlange Befehle wie etwa "Nimm die blaue Wasserflasche, geh zum Waschbecken und benutze sie mit dem Wasserhahn" ein? Zumal ein kleiner Tipp-, oder Verständnisfehler (etwa "Flasche" statt "Wasserflasche") ausreichte, um ein "Ich verstehe Dich nicht" zu ernten. Das leider viel zu unbeachtet gebliebene "Murder on the Mississipi" von Activision war eigentlich das erste Adventure, welches völlig ohne Tastaturbedienung auskam.

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Kurz danach, nämlich 1987 schlug dann endlich die Stunde der Firma Lucas Arts (damals noch unter dem Namen Lucasfilm Games). "Maniac Mansion" hieß das richtungsweisende Meisterwerk, das erstmals auf der von Lucas entwickelten SCUMM-Technologie aufbaute: Ein revolutionäres Steuerungssystem, das mit anklickbaren Verben und Gegenständen aufwartete - der Urvater der auch heute noch beliebten Point & Click-Bedienung. Im 1990 erschienenen "The Secret of Monkey Island" kam die SCUMM-Technologie erneut zum Einsatz - mit umwerfenden Erfolg. "Monkey Island", die irrwitzige Comic-Geschichte um einen erfolglosen Möchtegern-Piraten. .

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Diese gilt bis heute als eines der legendärsten Abenteuer überhaupt und sorgte für einen ungeheuren Popularitätsschub des kompletten Genres. Erstmals verschmolzen hier die Anklicksatz-Gespräche, die Grafiken, die abgedrehten Gags sowie die geniale Musikbegleitung zu einer perfekten Einheit. Diesem Geniestreich ließ Lucas Arts noch viele weitere erfolgreiche Adventures ähnlicher Strickart wie etwa "Return to Monkey Island", "Indiana Jones and the Fate of Atlantis" "Day of the Tentacle", "Full Throttle" oder "Sam & Max" folgen. Eine Erwähnung verdient in diesem Zusammenhang auch das originelle "Loom", das mittels Musiknoten mit dem Spieler kommuniziert.

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Von dem daraus resultierenden sehr guten Ruf zehrt Lucas übrigens bis zum heutigen Tag in Abenteurerkreisen und trotz etlicher Flops wie etwa "Escape from Monkey Island" oder "Grim Fandango" ist es noch immer ein Freudentag, wenn Lucas Arts ein neues Adventure auch nur ankündigt

Zwischenspiel: Ein "Myst"-ischer Ausflug
Einen ganz anderen Weg beschritten die Gebrüder Miller 1993, die mit "Myst" weniger auf eine Geschichte, dafür aber umso mehr auf sehr schöne Renderbilder und eine nochmals vereinfachte Bedienung setzten.

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Das aus der Ich-Perspektive gezeigten Geschehen glich mehr einem mit schweren Logikrätseln durchsetzten Erkundungsgang als einem Adventure. Hier genügte ein simpler Mausklick in die wunderschöne Landschaft zur Interaktion, die Geschichte selbst verkam zur Nebensache.

Seinen immensen Erfolg (vor allem bei Frauen und braven Familienvätern) verdankte Myst einzig und allein den zauberhaften 3D-Standbildern, in denen erstmals auch einkopierte Schauspieler agierten. Dieses Grundprinzip erwies sich als so erfolgreich, dass aus Myst gleich eine ganze Serie wurde.

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Zahllose Nachahmer versuchen seitdem vergebens, es ihnen gleichzutun. Etwa "Zork: Nemesis", "Lighthouse" oder "Atlantis" - die werden bis zum heutigen Tag allesamt abfällig als "Myst"-Klone bezeichnet.

Anfang der 90er: Die Blütezeit
Anfang der 90er Jahre hatten Adventures Hochkonjunktur und zahlreiche Firmen brachten erfolgreiche und tolle Abenteuer heraus. So etwa Westwood - die man heute fast nur noch mit "Command & Conquer" in Verbindung bringt. Ihre "Legend of Kyrandia"-Serie orientierte sich an "Monkey Island" und hier agierte erstmals eine Frau als Hauptdarstellerin.

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1993 und 1995 wussten mit "Simon the Sorcerer 1 + 2" zwei ulkige Adventures um einen Aushilfszauberer zu begeistern, die sich (wie so viele vor und nach ihnen) an "Monkey Island" orientierten. Dies galt auch für das auf den Scheibenwelt-Romanen von Terry Pratchett basierende urkomische Comic-Adventure "Discworld" von Psygnosis, bei dem ebenfalls ein Aushilfszauberer die Hauptrolle innehatte, während das von Revolution Software vorgelegte Krimi-Adventure "Baphomets Fluch" eher detektivisch ernsthaft daherkam. Interplay wollte da nicht tatenlos zuschauen und beorderte Captain Kirk auf die Brücke der Enterprise.

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Bei "Star Trek: 25th Anniversary" mussten sogar einige Actionsequenzen bewältigt werden - ein erster, zarter Vorbote für die dann immer populärer werdenden Action-Adventures - denen wir übrigens ein eigenständiges Special widmen werden.

1994: Macht Platz für die CD
Nicht zuletzt die immer aufwändigeren Grafiken zwangen die Entwickler dazu, sich inhaltlich zu bescheiden, denn eine Diskette bietet nun mal nicht allzu viel Platz und viele Adventures wurden damals schon auf einem guten halben Dutzend Disketten ausgeliefert.

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Nun aber begann das CD-Zeitalter und mit ihm hatten die Programmierer plötzlich Speicherkapazitäten ohne Ende - was dazu führte, dass plötzlich Sprachausgabe und immer imposantere Präsentationen bis hin zu interaktiven Filmen schwer in Mode kamen. "7th Guest" von Trilobyte brillierte mit ansehnlichen Renderfahrten, dem fast kompletten Fehlen von Inventar und Dialogen und dafür umso mehr kniffeligen Rätseln.

Access Software ging einen anderen Weg: Ihr 4 CDs umfassender Detektivkrimi "Under a Killing Moon", wartete mit frei begehbaren 3D-Welten auf, in denen Schauspieler agierten - eine komplette Sprachausgabe gab´s obendrein.

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Zahlreiche gefilmte Grusel- und Detektivgeschichten wie etwa "Sherlock Holmes - Consulting Detektive" erschienen.

Auch Sierra erkannte die Zeichen der Zeit und setzte 1995 mit gruseligen Spielen wie "Phantasmagoria" oder "Gabriel Knight: The Beast within" gleich komplett auf Full Motion Video, das heißt komplett mit Schauspielern und Kulissen abgedrehte Szenerien: Fast schon ein durchlaufender Film mit sehr geringer Interaktionsbreite, in dem nur ab und an eine Rätseleinlage gemeistert werden musste.

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1995: Dunkle Wolken am Horizont
Spätestens durch die Film-Adventures wurde allerdings immer deutlicher, dass die Entwicklung der Adventures in einer Sackgasse gelandet war: Inhaltliche Komplexität, Witz, Rätsellogik und gute Geschichten mussten zunehmend zugunsten einer immer atemberaubenderen Präsentation zurückstehen. Während man sich etwa problemlos für mehrere Wochen oder gar Monate in ein Abenteuer des Kalibers "Zork" oder "Leisure Suit Larry" verbeißen konnte, war ein modernes Adventure wie etwa "Full Throttle" von Lucas Arts oder "Alice" von Electronic Arts an einem verregneten Wochenende locker durchgezockt.

2006: Ein Zeichen der Hoffnung
Es sollten einige Jahre Stillstand im Abenteuerland folgen, bevor endlich wieder Hoffnung aufkeimte. Vor allem weil Adventures ausgetretene Pfade verließen und es wagten neue Wege zu beschreiten - meistens als Hybrid. So war Sierras´ "King´s Quest 5" mit Rollenspielelementen durchsetzt, während Lucas´"Indiana Jones and the Infernal Machine" auf Actioneinlagen schwor.

"Psychonauts" vom "Day of the Tentacle"-Macher Tim Schäfer verschmolz gar Abenteuerliches mit Jump´n Run-Elementen. In letzter Zeit scheint sich das Genre wieder berappelt zu haben

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Einige erfolgreiche Adventures fanden das Wohlgefallen der Spielergemeinde - zwar noch nicht genügend, um das Genre aus tiefster Dunkelheit ins Licht zu führen, aber immerhin Zeichen der Hoffnung. So war das 2002 von Microids vorgelegte verrätselte Grafik-Adventure "Syberia" erstaunlich erfolgreich, dasselbe galt auch für den 2004 vorgelegten Nachfolger "Syberia 2". Ein Überraschungserfolg konnte der von dtp veröffentlichte Comic-Krimi "Runaway" für sich verbuchen und auch die Gruselmär "Black Mirror" ließ wohlige Schauer über so manchen Spielerrücken laufen. Und das 2005 erschienene "Ankh" wusste sogar sowohl künstlerisch als auch kommerziell zu überzeugen.

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Nach einer rund zehnjährigen Flaute scheint es also wieder aufwärts zu gehen, dafür spricht auch diese Zahl: Noch im Jahr 2006 sollen rund 100 neue Adventures erscheinen, deutlich mehr als in den Vorjahren.

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Da sich aber anders als bei den meisten anderen Spielegattungen ein mehrmaliges Durchspielen eines Adventures eher selten lohnt (welches Buch ist es schon wert, mehrmals gelesen zu werden?), war es mit dem Langzeitspielspaß der Adventures immer schlechter bestellt. Die Folge war, dass der Adventuremarkt ab Mitte der 90er Jahre böse einbrach, und dafür plötzlich Action-Shooter ganz groß in Mode kamen. Selbst vielgerühmte Abenteuer wie etwa "Grim Fandango" von Lucas Arts oder "Stupid Invaders" aus dem Jahre 2001 floppten - keiner wollte sie mehr. So verabschiedeten sich die führenden Adventurefirmen Sierra und Lucas Arts immer mehr von diesem Spielegenre.

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Egal was die Programmierer auch versuchten, ab Mitte der 90er Jahre floppte fast jedes Adventure: "Toonstruck" - ein Roger Rabbitt-ähnliches Comic-Adventure mit integriertem Schauspieler - 1996 wollte sich kaum einer das antun. Lucas Arts´ "The Dig" - ein ziemlich seriöses Sci-Fi-Adventure - war da was? "Floyd", eine lustige Weltallmär - vergiss es. "Blade Runner" nach dem gleichnamigen Sci-Fi-Film oder "The Last Express", ein Krimi mit Echtzeit-Ablauf, der ziemlich missglückte vierte Teil von Lucas´ Piratensaga "Escape from Monkey Island" oder das auf der TV-Serie basierende Film-Adventure "X-Files - Resist or Serve" fläzten sich ausnahmslos wie Brei in den Regalen.

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Adventure - eine Definition
In einem Satz gesagt gleicht ein Adventure einem ernsthaften oder lustigen Roman, in dem man selber aktiv wird. Damit die Handlung voranschreitet, muss der Spieler die Gegend erkunden, Informationen aus Personen herauslocken, Gegenstände aufklauben und bei passender Gelegenheit verwenden sowie vor Allem so manche Rätselnuss lösen.Sterben muss der Held selten, oft nie - die Gefahr besteht eher darin, dass die Geschichte schlicht nicht weitergeht, weil man eines der Rätsel nicht lösen kann. Die größten Feinde des Abenteurers bestehen daher in unlogischen oder allzu schweren Rätseln sowie fehlender Geduld.

Gratis DOS-Spiele unter Windows
Viele der hier erwähnten älteren Adventures sind mittlerweile zur Abandonware oder Freeware mutiert und als Gratis-Download erhältlich. Beispielsweise auf der Site: [magic.url protocol="http" path="/abandonware/pc." domain="free-game-downloads.mosw.com" url="free-game-downloads.mosw.com/.../pc."]free-game-downloads.mosw.com/.../pc.[/magic.url] Allerdings zickt Windows bei DOS-Spielen gerne mal herum. Und selbst wenn es unter Windows startet, bleiben die Lautsprecherboxen oftmals stumm, das CD-Laufwerk verabschiedet sich oder die Maus verschwindet urplötzlich.

Bei solchen Ärgernissen kann ein sogenannter DOS-Emulator ungemein hilfreich sein.

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Der muss zunächst unter Windows gestartet werden, bevor ihr das DOS-Spiel anlaufen lassen könnt. Einen soliden und kostenfreien DOS-Emulator, der auf sämtlichen Windows-Systemen seinen Dienst verrichtet, findet ihr beispielsweise auf der Site [magic.url protocol="http" path="/" domain="dosbox.sourceforge.net" url="dosbox.sourceforge.net/"]dosbox.sourceforge.net/[/magic.url].

Zwar laufen die legendären Lucas Arts-Adventures kaum mit solch einem Emulator, alle Lucas-Fans seien aber damit getröstet, dass derzeit ein Projekt namens SCUMMVM in Arbeit ist: Eine Gratis-Software, die Monkey Island & Co auch auf Windows-Rechnern Beine machen soll.Test the Best
Hier eine kleine Auswahl an empfehlenswerten Adventures, die sämtliche Stilrichtungen beinhalten und für ihr Sub-Genre repräsentativ sind

1. The Curse of Monkey Island: Der dritte Teil der spaßigen Piratensaga 2. Myst 3:Exile (Presto Studios): Erkundungsgänge für die ganze Familie 3. Gabriel Knight - The Beast within (Sierra): toller Schauderfilm 4. Syberia 2 (Microids): Zeitgemäßes Grafik-Adventure 5. Black Mirror (Future Games): Klassisch-Gruselig 6. Runaway (Pendulo Studios): Witzige Krimino-Logik 7. 7th Guest (Trilobyte): Überaus atmosphärische Rätseleien 8. Ankh (Rebel Games): Schickes Comic-Adventure 9. Law & Order 4: Criminal Intend (Vivendi): Gelungene TV-Umsetzung 10. Nibiru (Future Games): Point & Click-Adventure für Einsteiger