Nintendos Handheld wird häufig voreilig mit Kindern und Gelegenheitsspieler in Verbindung gebracht. Wie falsch man damit liegen kann, zeigen jedoch viele komplexe und atmosphärische Titel, die durchaus jeden Erwachsenen in ihren Bann ziehen können. Ein gutes Beispiel dafür war und ist die „Advance Wars“-Serie, die bereits auf dem Gameboy Advance für Begeisterung sorgte. Wir haben den neusten Teil „Dark Conflict“ getestet.

Advance Wars: Dark Conflict - Gameplay Trailer #2Ein weiteres Video

Umfangreiche Kampagne, schicke Präsentation

Bei Nintendos „Advance Wars“-Serie handelt es sich um erstaunlich komplexe, rundenbasierte Strategiespiele. Die Geschichte des neuesten Teils handelt von einer apokalyptischen Katastrophe: Ein Meteoriteneinschlag hat nahezu die gesamte Menschheit ausgelöscht und die Erde in einen ungemütlichen und dunklen Ort verwandelt. Die wenigen Überlebenden liefern sich nun einen erbitterten Kampf um die spärlichen Ressourcen, die von der Katastrophe verschont geblieben sind.

Advance Wars: Dark Conflict - Strategiehammer für die Hosentasche: Cleverer kann man auf Nintendos Handheld nicht taktieren.

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Auf der Landkarte wählt ihr euer nächstes Einsatzgebiet.
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Im Rahmen der Kampagne, die mit häufigen Dialogen eine überraschend interessante Geschichte erzählt, erwarten euch über 50 Missionen und zusätzliche Herausforderungen. Fans der Serie wird auffallen, dass Dark Conflict insgesamt deutlich erwachsener wirkt. Statt bunter Farben und oberflächlicher Charaktere erwarten euch nun düstere, atmosphärische Schauplätze und interessante Persönlichkeiten. Sämtliche Dialoge führen die Story fort und sorgen für eine ansprechende Rahmenhandlung rund um die fordernden Missionen.

Strategiehammer im Hosentaschenformat

Auf einer Übersichtskarte wählt ihr das Gebiet aus, in das ihr als nächstes vorrücken wollt. Dabei trefft ihr dann meistens auf Plünderer – Bösewichte, die alle friedlichen Überlebenden der Apokalypse terrorisieren und ausrauben. Nachdem das Spiel dann in den rundenbasierten Strategiemodus gewechselt hat, könnt ihr eure Einheiten befehligen. Wahlweise per Stift oder einer Kombination aus Steuerkreuz und Fronttasten zieht ihre eure Einheiten nacheinander an den gewünschten Ort.

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Zahlreiche Dialoge treiben die interessante Story voran.
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Die Komplexität von Dark Conflict ist dabei nicht zu verachten. Im Rahmen der Kampagne werdet ihr Stück für Stück mit den Feinheiten des Spiels vertraut gemacht. Lobenswert ist dabei erneut die Einbindung beider DS-Bildschirme. Während ihr auf dem unteren Screen die scrollbare Karte mit allen Einheiten seht, werden euch auf dem oberen Bildschirm Zusatzinformationen zur angewählten Einheit oder dem aktuellen Terrain angezeigt.

Kommt es zum Gefecht, wird jeweils ein Bildschirm für die attackierende Kampfeinheit und der andere für die angegriffene Einheit verwendet. Dabei schickt zunächst der angreifende Kampfverband eine Munitionssalve los, bevor er seinerseits den Gegenangriff des Gegners einsteckt. Die Besonderheit des Spiels liegt vor allem in den vielen Details. So werden Einheiten beispielsweise vom Terrain beeinflusst.

Ressourcemanagement und Stadtverwaltung

Artillerie, die aus den Bergen operiert, profitiert nicht nur von der erhöhten Sichtweite, sondern auch von einem besseren Verteidigungswert. Ebenso können sich Einheiten in Wäldern oder Städten verschanzen, was sie zu einem schwierigen Angriffsziel macht. Zur Produktion neuer Militäreinheiten dürft ihr in einigen Missionen auf bestehende Waffenfabriken zurückgreifen, die pro Spielrunde eine beliebige Einheit produzieren, solange eure Ressourcen dafür ausreichen.

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Die Spieldarstellung ist sehr übersichtlich.
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Eure Einnahmen richten sich nach der Anzahl der Städte, die ihr unter Kontrolle habt. Städte können von Fußsoldaten und neuerdings auch von der schnellen Motorradartillerie eingenommen werden. Dazu zieht ihr die entsprechende Einheit einfach auf eine neutrale oder gegnerische Stadt und wählt „Einnehmen“ aus dem Aktionsmenü.

Je nachdem wie geschwächt eure Einheit ist, dauert es nun mindestens zwei Spielrunden, bis ihr die Stadt unter Kontrolle habt. Von großer taktischer Bedeutung sind auch die individuellen Eigenschaften der verschiedenen Einheiten. Neben der Entfernung, die eine Einheit pro Runde zurücklegen kann, spielt auch der Angriffsradius eine wichtige Rolle.

Leuchtraketen gegen Kriegsnebel

So können Haubitzen beispielsweise aus der Distanz großen Schaden anrichten, während sie im Nahkampf völlig hilflos und relativ schwach gepanzert sind. Zudem greift auch bei Dark Conflict das typische Schere-Stein-Papier-Prinzip. Ihr müsst also immer abwägen, welche Einheiten ihr gegen bestimmte Gegner einsetzt, um möglichst effektiv zu operieren.

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Bei den Gefechten kommt es häufig zu ungleichen Duellen.
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Eine gänzlich neue und taktisch sehr interessante Einheit ist der Leuchtpanzer, der als Aufklärungseinheit fungiert. Da gegnerische Einheiten bei Dark Conflict, ähnlich wie bei vielen anderen Strategiespielen, häufig in den Fog of War gehüllt und somit nicht sichtbar sind, erweist er sich als sehr hilfreich: Ihr feuert einfach eine Leuchtrakete auf ein beliebiges Gebiet innerhalb des begrenzten Aktionsradius des Panzers und schon ist die Gegend erkundet.

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Ebenfalls neu ist das Rangsystem, mit dem erfahrene Einheiten aufsteigen und dadurch über bessere Attribute verfügen. Ihr solltet also möglichst darauf achten, hochrangige Einheiten zu schützen und sie nach eventuellem Beschuss in Städten oder Waffenfabriken zu reparieren. Ebenfalls neu ist bei Dark Conflict die Möglichkeit, eine beliebige Einheit mit einem Kommandeur auszustatten. Alle anderen verbündeten Einheiten, die sich innerhalb eines bestimmten Radius um diese Einheit bewegen, erhalten dann einen Angriffs- oder Verteidigungsbonus.

Je mehr Einheiten ihr im Zusammenspiel mit der Kommandeurseinheit eliminiert, desto mehr steigt ein Moralbalken an. Ist dieser zur Hälfte gefüllt gibt es weitere Boni und bei maximaler Moral darf der Kommandeur zudem eine Spezialfähigkeit einsetzen, die verbündete Einheiten beispielsweise repariert oder ihnen eine größere Reichweite beschert. Auch hier gilt es, die vom Kommandeur besetzte Einheit zu beschützen und sie dennoch in eure Angriffsstrategie einzubeziehen.

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Halten die Panzer dem Luftangriff statt?
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Abgerundet wird das Spiel durch isolierte Einzelgefechte und einen Map Editor, mit dem ihr euch eigene Karten für Einzelgefechte basteln könnt. Zudem beinhaltet Dark Conflict einen hervorragenden Mehrspielermodus, mit dem ihr nicht nur lokal gegen Freunde, sondern sogar online gegen Spieler auf der ganzen Welt antreten könnt. Dabei kommuniziert ihr nicht nur per Munitionsaustausch, sondern sogar per Sprachübertragung, was für besonders spannende und interessante Auseinandersetzungen sorgt.