Wir Redakteure jagen einander gerne ins Boxhorn. Da versteckt man den Tacker des Kollegen, als Antwort darauf rührt der einem Strychnin in den Kaffee und so geht das immer weiter. Richtig fies wird es aber erst, wenn wir uns Aufträge zuschustern können. Ich wusste also, dass das erste Spiel, das auf Gregors Tisch landet und nach Folter riecht, früher oder später in meinen Händen enden würde.

ADAC: Die Simulation - Trailer

In der Simulation des ADAC (Allgemeines Deutsches Auto-Curriculum) darf ich jetzt also kaputte Karren flicken, zu Noteinsätzen hechten und mich dabei fragen, ob jemand der, wie ich, keinen Führerschein hat, überhaupt adäquat nachvollziehen kann, was so toll an alltäglichem Werkstätten-Jägerlatein sein soll. „Da war ich also, und vor mir lag die größte und defekteste Lichtmaschine, die ich je gesehen habe...“

Noch bevor ich auch nur die Packung geöffnet und die Disc entnommen habe, die, wie ich mittlerweile weiß, eher als kreisrunde Schablone zum Zeichnen und Malen herhalten sollte als ihr Dasein als Datenträger für dieses Spiel zu fristen, strahlen mich die altbekannten Floskeln an. „Spannender Alltag“. „Abwechslungsreicher Alltag“. „Oberaffengeiler Alltag“. Ich bin wirklich ungern der Überbringer schlechter Neuigkeiten, aber: Könnte jemand dem Publisher rondomedia mal erklären, dass sein gesamtes Geschäftsmodell darauf basiert, dass noch keiner seiner Mitarbeiter den Begriff „Oxymoron“ nachgeschlagen hat?

ADAC: Die Simulation - Gott weiß: Ich will kein Engel sein

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Kaffee für alle! So einfach kann es sein, Mitarbeiter zu motivieren.
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Nachdem ich also die spannende Disc ins spannende Laufwerk gelegt und die spannende Installation hinter mich gebracht habe, starte ich meine Karriere im ADAC (Autos Doll, Autos Cool). Im Tutorial wird mir eine der typischen Missionen vorgeführt, ganz ohne Anfahrt bin ich gleich am Ort des Geschehens und kann im abgekrepelten Boliden du jour rumpfuschen. Das ist ok, den Rest, mit schneller Reaktion auf Krisen und mit Vollgas und Gebrüll zum Einsatzort zu hetzen, kann ich auch noch später erleben.

Erstmal bin ich vor Ort. Es steht die leblose Karre da, ihr Besitzer und mein stocksteifes Männchen in gelb. Der Fahrer erklärt mir, seine Kutsche sei ganz plötzlich abgenippelt und er könne sich nicht erklären, warum das so sei. Ich darf das Auto nun untersuchen, allerdings steuere ich nicht etwa meine Figur. Stattdessen drehe ich die Kamera um das zentral positionierte Auto und kann die einzelnen Komponenten anklicken, um sie zu untersuchen oder, wie zum Beispiel bei den Rädern bzw. den Radmuttern, mit ihnen zu interagieren.

Packshot zu ADAC: Die SimulationADAC: Die SimulationErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Ich greife ein bisschen vor, aber: Das ist tatsächlich der beste Teil des Spiels, vielleicht auch einfach deshalb, weil ich wenig Ahnung von Autos habe. Aber jeder Wagen hat viele (allerdings natürlich immer die gleichen/sehr ähnliche) Komponenten und ein bisschen Diagnostik bzw. Kriminalistik hat mir schon immer Spaß gemacht. Die Autos sind auch recht detailliert.

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Der Blick unter die Motorhaube eines Trabants.
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Es ist allerdings reichlich mager, dass man nicht nur keinerlei Animationen hat, sondern auch keine Minispiele zur Reparatur, die sich hier ja geradezu aufdrängen würden. Stattdessen klickt man den entsprechenden Teil des Autos einmal an, um ihn zu untersuchen, und, falls er kaputt sein sollte, nochmals, um ihr zu reparieren. Das hat mit der Arbeit eines echten Mechanikers weniger zu tun als mit einem Wimmelbildspiel. Nur, dass es hier keine Gewimmel gibt, stattdessen liegt der miefige Geruch von Graubrot und Sauerkraut in der Luft.

Anfangs sind die Fälle selbst für so einen vehikulären Analphabeten wie mich absurd leicht zu durchschauen. So absurd leicht, dass ich an den Absichten des Fahrers zweifle. Denn was entdecke ich beim ersten Fall? Ich betätige die Zündung und sehe schlagartig die rote Warnlampe für den Benzintank – der Vollhorst hat einfach nicht getankt. Ich könnte ja noch glauben, dass er das vielleicht vergessen oder während der Fahrt nicht dran gedacht hat, aber will er mir wirklich erzählen, dass er selbst nach dem Exitus seines Autos die Warnlampe nicht gesehen oder mal kurz drüber nachgedacht hat, woher das Problem kommen mag? Das will er mir wohl weißmachen, denn er beharrt darauf, er wisse nicht, warum sein Wagen nicht mehr anspringt. Mir erscheint die Erklärung einfacher, dass der Fahrer mich gleich, wie dermaleinst Serienmörder Buffalo Bill, mit einem falschen Gipsarm KO schlägt, in den Kofferraum sperrt und ich dann bald in einem Loch sitze und mich mit Lotion einreiben muss.

Die ganze Welt ist Hebebühne

Vollends surreal wird die Geschichte, wenn man die unglückseligen Pannenopfer nach zusätzlichen Informationen befragt. Selten dringt dann aus ihren Kopföffnungen mal eine gescheite Information, die uns bei der Reparatur des Wagens hilft, häufiger aber folgt ein dermaßen sinnfreies non sequitur, dass man das Gefühl bekommt, als hätte man ein Speed Date mit dem Joker und Deadpool gleichzeitig und die beiden signalisieren sich durch Blicke, wer bei der anschließenden Menáge-à-trois die Kamera halten darf und wer dafür den Alligator mit Gleitcreme einschmiert.

Man wird ganz gelb vor Neid auf Leute, die dieses langweilige Klickfest nicht spielen müssen.Fazit lesen

Ich habe aus diesem Anlass ein kleines Drama geschrieben, und auch, wenn ich die Kommentare der Fahrerin aus dem Kopf gebe, schwöre ich, dass ich sie nicht bewusst verfälsche – inhaltlich sind das ziemlich genau die Dinge, die im Spiel von den apathischen Fahrern so gesagt werden. Ich präsentiere: „Highway to Hell – Eine Komödie in einem Akt und einer Szene“.

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Sind sie nicht süß?
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ADAC-Engel: So, Frau Biedermeier. Tut mir leid, dass ich etwas zu spät bin, es wurde nicht rechtzeitig auf mein Auto geklickt, daher hat sich alles etwas verzögert. Wo liegt denn das Problem?

Frau B: Oh, es war schrecklich. Ich fuhr auf der Straße entlang, als plötzlich mein Motor einfach ausging, jetzt springt er nicht wieder an. Und dabei muss ich doch eilig zu einem Termin!

ADAC-Engel: Ich verstehe. Das kann natürlich mehrere Ursachen haben, ich sehe mir das gleich mal an. Können Sie mir noch weitere Informationen geben, ist Ihnen am Verhalten des Autos etwas aufgefallen, bevor es ausging?

Frau B: Haben Sie gestern Abend das Spiel gesehen? Echt enttäuschend.

ADAC-Engel: Ich ha- Moment, wirklich? Es ist mitten in der Nacht, Sie sind auf der Autobahn liegengeblieben, haben mir gerade noch gesagt, dass Sie es eilig haben und jetzt wollen Sie Smalltalk halten über... Sport? Fußball, nehme ich an? Ich frage Sie nochmal: HA-BEN SIE IN-FOS Ü-BER IHR AU-TO?

Frau B: Haben Sie gestern Abend das Spiel gesehen? Echt enttäuschend.

ADAC-Engel: Werte Frau, ich werde mich nun mehrere Meter von Ihnen entfernen, ganz langsam, und ich möchte Sie warnen, dass ich einen ziemlich massiven Schraubenschlüssel parat habe, ja? Ich werde mir jetzt Ihr Auto ansehen und rausfinden, was kaputt ist.

(Frau B. zeigt keine Reaktion, sondern starrt in die Leere der bundesdeutschen Nacht. Nach einer halben Stunde emsigen Durchleuchtens des Motors geht der ADAC-Engel für ein paar Sekunden zum hinteren Teil des Wagens, wirft anschließend einen kurzen Blick auf die Armaturen, schüttelt ungläubig den Kopf, geht nochmals nach hinten und kehrt zur Kundin zurück.)

ADAC-Engel: Sie hatten kein Benzin im Tank.

Frau B: Oh, Sie sind ein Lebensretter!

ADAC-Engel: SIE HATTEN KEIN BENZIN IM TANK, SIE MOORHUHN. Wie schaffen Sie es eigentlich, sich Socken anzuziehen, ohne sich dabei versehentlich zu strangulieren?! Autos brauchen Treibstoff! Ich bin naiverweise davon ausgegangen, dass Sie einen Grundschul-Abschluss haben, der sich hier wirklich bezahlt gemacht hätte, aber vielleicht sind gewisse Lektionen wie „Autos werden nicht von Wunschdenken und Feenstaub angetrieben.“ ja abhanden gekommen, weil Ihre Zwangsneurose Ihnen stattdessen befohlen hat, Leim zu essen oder die anderen Kinder zu fragen, ob sie das echt enttäuschende Spiel gestern Abend gesehen haben.

Frau B: Oh, Sie sind ein Lebensretter!

ADAC-Gefallener-Engel: Ich gebe auf. Mir ist übrigens aufgefallen, dass Ihre Bremsflüssigkeit etwas niedrig war, also habe ich sie aufgefüllt. Mögen Charles Darwin und die Annalen der Geschichte mir verzeihen und gnädig sein.

Willkommen im Club

Selbst, wenn die Fälle später ein wenig kniffliger werden und noch optionale Bonusziele beinhalten (Ich durfte auch noch den Stand des Wassers in der Scheibenwischanlage auffüllen – schweig still, mein klopfend Herz!), ist das Vorgehen immer dasselbe – einfach alles nacheinander durchleuchten, wobei man dort anfängt, wo es am plausibelsten ist. Zum absoluten Klickfest verkommt es dann, wenn man blind nach besagten optionalen Zielen fischt. Und selbst angesichts dieser drögen und wenig kreativen Arbeit sind die Einsätze, wie eingangs erwähnt, immer noch das beste an der Simulation des ADAC (Ausbildung, Denn Ansonsten Castingshows).

Der von mir so heiß erwartete Teil mit der schnellen Reaktion auf hastig hereinkommende Notfälle? Den gibt es, aber er hat mit den tatsächlichen Einsätzen, die gerade beschrieben wurden, so ziemlich gar nichts zu tun. Stattdessen verbringt man den Großteil der Zeit mit der Verwaltung. Das ist genauso spannend wie es klingt, lässt sich aber auf zwei ganz grundlegende Elemente herunterbrechen: eine spielerische Komponente, in der man ADAC-Fahrzeuge über einen Stadtplan zu Einsätzen schickt, und der Erwerb von Upgrades mit der Währung, die man so erspielt.

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Das Hantieren in diesen Menüs ist noch am ehesten damit zu vergleichen, was im Volksmund als „Spielspaß" bezeichnet wird.
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Nach und nach werden Verwaltungsgebäude freigeschaltet, deren erstes, kein Witz, keine Aufgabe hat, als zwei Links zu den echten, offiziellen Webseiten des ADAC zu präsentieren. Das passt gut zum Rest des Spiels und der furchtbar piefigen Selbstbeweihräucherung, die der ADAC (Fan-Kürzel für „ADAC on Titan“) wortwörtlich religiös zelebriert. Wer sich nicht entblödet, seine eigenen Mitarbeiter und Mechaniker in jedem Fitzel Promo-Material als „die gelben Engel“ zu ikonisieren, hat am Begriff der Auto-Erotik so einiges missverstanden.

Ja, es ist ein nützlicher Verein, für dessen Existenz man durchaus dankbar sein darf. Aber Götterboten sind die helfenden Leutchen genausowenig wie der Fahrer im ersehnten Nachtbus, der Schlosser, der einen wieder in die Wohnung lässt oder der Müllmann, der lästigen Unrat wegschafft. Dankbarkeit ist schön und angebracht, aber wenn mich demnächst die Reinigungskraft im Treppenhaus fragt, wann ich ihr endlich ein Lamm opfere, hat sich das mit dem Respekt auch wieder ganz schnell erledigt.

Der Rest der Gebäude erlaubt einfach, immer mehr Upgrades freizuschalten. Das ist zwar herzlich langweilig, aber doch noch am ehesten das motivierende Element an der ganzen Nummer. Eine dumpfe, fast schon animalische Freude daran, dass man seine Aufgabe jetzt ein kleines bisschen besser erfüllen kann als noch vor zwei Sekunden und dem letzten Mausklick, damit hat sich der Simulationsfreund von Welt zu begnügen. Ich weiß nicht, ob sich jemand wirklich in die Haut eines ADAC-Verwalters versetzt fühlt, wenn ihm irgendeine einsame Zeile in einem Menü signalisiert, dass er gerade für einen Upgradepunkt seine Mitarbeiter, die er nie gesehen hat, zu einem Kundenbetreuungs-Lehrgang gescheucht hat und sie deshalb jetzt etwas schneller arbeiten. Bei mir jedenfalls zieht es nicht.

„Mein Motor macht so ein komisches Klick-Geräusch...“

Aber was upgraden wir denn nun? Der Großteil des Spiels besteht leider darin, dass wir die Karte einer Stadt aus der Vogelperspektive betrachten und unsere gekauften und in Garagen abgestellten Autos anklicken, sobald uns auf der Karte ein roter Punkt signalisiert, dass dort ein Ensatz erforderlich ist. Die gelbe Schüssel tuckert dann zum Ort des Geschehens, ein Fortschrittsbalken füllt sich, dann geht es wieder zurück oder zum nächsten Einsatz.

„Also fast wie ein Strategiespiel?“, fragt mich Kollege Gregor, und nachdem ich ihn fünf Minuten knallherbst ausgelacht habe, ziehe ich eher den Vergleich zu einem Zeitmanagement-Klickspiel – ich möchte die althergebrachte Kunst der Heeresführung nicht in der Nähe des ADAC (berühmte Rockband aus Australien) oder seines Simulators verortet wissen. Schnell aufleuchtende rote Punkte mit all seinen Wagen zu bedienen ist nicht sonderlich spannend und auch nicht wirklich fordernd, sondern eher eine Frage davon, ob man denn genug Autos hat – hat man sie, ist die Aufgabe trivial, hat man sie nicht, unmöglich.

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In welchem Jahr spielt das hier gleich noch mal?
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Abgesehen von dem Epilepsie induzierenden Lichtgewitter aus roten Einsatzpunkten, das im Laufe der Zeit größer und schneller wird, besteht die Steigerung des Schwierigkeitsgrades vor allem darin, dass es später spezielle „Missionen“ für Abschlepper und Hubschrauber gibt, aber das System bleibt immer derselbe Mumpitz – Klick hier, Klick dort, wiederholen. Die Upgrades machen das nervenschonender, ebenso wie die Funktion, die Zeit anzuhalten, die Strecke anzugeben und dann das Geschehen wieder laufen zu lassen. Letzteres ist irgendwann bitter nötig, nimmt aber natürlich auch jedweden Druck und jede Forderung. Hat man dann genug gelbe Pixel durch die Pampa geschoben, spielt man einen der eingangs beschriebenen Einsätze mit einem der gestörten Randstreifenparker frei und das ganze Spiel geht von vorne los.

Uuuund... das war's. Ja, in ihrem Kern ist diese „Simulation“ eine dieser unheiligen Mischungen aus Suchspiel und Zeitmanagement-Gedöns, wie sie meine Mutter (ist nicht nur meine, oder?) spielt, wenn sie mal partout keinerlei Hirnaktivität ausüben will. Dagegen lässt sich ja erstmal prinzipiell nichts sagen, außer eben, dass es keine Simulation ist und mit einem Preisschild von 20 Tacken hart an der Grenze zum Betrugsversuch kratzt. Ich meine, wie kann es sein, dass man in einem Spiel über den ADAC (Attention Deficit-y Annoying Cargame) nicht ein einziges Mal ein Auto steuert?

Für eine Sache bin ich sehr dankbar, ich werde nämlich für diesen Text mehr berechnen dürfen, um mir neue Ohren zu kaufen. Die alten sind nach einer geschlagenen Viertelstunde mit Schmackes abgerissen und in Frisbeemanier vom Balkon geschleudert worden, damit sie nicht mehr dem ca. 15-sekündigen Loop ausgesetzt sein mussten, der sich die gesamte Hintergrundmusik schimpft. Lasziv gestöhnte Synthie-Bläser lassen vergessen, dass die Ära der ebenso omnipräsenten wie beschissenen Werbespiele von Banken, Versicherungen, politischen Parteien und dergleichem Gesocks mehr nun einfach mal schon 20 Jahre vorbei ist.

ADAC: Die Simulation - Gott weiß: Ich will kein Engel sein

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Nein, wir werden an dieser Stelle keinen „Rad ab"-Vergleich bringen.
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„Macht aber nichts“, denkt sich der talentfreie Soundverdreher von Welt, häkelt den pornösen Katzenjammer auf ein bisschen spaciges Geklimper und den einfallslosesten Beat der Welt – voilà, schon hat man einen akustischen Mordversuch zusammengeschustert, der genauso unsexy wie der ADAC (Audio-Dilettanten am Computer) selbst ist und dem Spiel in Sachen Abwechlungsarmut in nichts nachsteht.

Von der Grafik will ich gar nicht erst anfangen – die Einsätze sind quasi Standbilder und die Verwaltung ist ziemlich genau so, als ob man gelbe Matchbox-Autos auf einem tatsächlichen Stadtplan platziert und dann jedesmal schnell dorthin schiebt, wo ein in der Nähe platzierter Bekannter einen Dartpfeil hinwirft.

Wisst ihr was? Ich nehme alles zurück. Wer diesen spannenden Alltag tatsächlich mit einer gewissen Regelmäßigkeit ohne Amoklauf übersteht, muss tatsächlich ein Engel sein oder zumindest die Geduld eines solchen aufbringen.