Activision, insbesondere Bobby Kotick, sind nicht selten Ziel von mehr oder weniger berechtigter Kritik. Dabei fühlt sich Activision missverstanden und vor allem falsch behandelt. Es wäre alles gar nicht so schlimm, denn obwohl man nach dem Zusammenschluss mit Blizzard zur Nr. 1 der Publisher aufgestiegen ist, sei man immer noch dieselbe, nette, freundliche Firma wie vorher.

Das zumindest, versucht Dan Winters nun in einem Interview mit GamesIndustry richtigzustellen. Denn er findet, dass Activision das negative Image nicht verdient habe..

“Es ist interessant. Vor dem Zusammenschluss mit Blizzard, der uns aus Einnahmen-Sicht zum Nummer eins Publisher machte, waren wir immer als das herzliche und liebevolle Activision bekannt; die zusammengestückelte, entzückende Nummer zwei.
Sobald wir die Nummer eins wurden und breiter gefächerte Ansichten entwickelten, begannen sich die Wahrnehmungen etwas zu ändern. Wir haben schwer daran gearbeitet und werden weiterhin daran arbeiten, die Leute wissen zu lassen, dass wir immer noch wirklich dieselben sind. Wir haben uns nicht verändert! Ich bin derselbe, der ich vor dem Zusammenschluss war, wie die meisten von uns. Wir sind dasselbe Unternehmen. Wir sind immer noch in der Lage angepasst und schnell zu reagieren. Wir sind kein riesiges Imperium, das Entscheidungen im dunklen Kämmerchen trifft, wir sind immer noch sehr kooperativ. Wir haben noch denselben Respekt und die Anerkennung für Talent, wie zuvor.“

In dem Interview sagt Winters, dass Activision den Entwicklern, die für sie arbeiten, größere Freiheiten lässt und sie mit Respekt vor der eigenen Entwicklungskultur behandelt.

“Mit all unseren Studios haben wir ein Arbeitsverfahren aufgebaut, Bobby Kotick hat es selbst aufgebaut, einen Prozess für ein unabhängiges Entwickler-Modell, das den Entwicklern erlaubt, ihre eigene Kultur, ihr Image, ihre Führung und ihre Markenverwaltung beizubehalten.

Ich denke, dass ist ein wichtiger Bestandteil, wenn Menschen zusammenkommen und mit Leidenschaft zusammenarbeiten. Anders als den Namen des Publishers mit einer Ortsbezeichnung anzunehmen - das nimmt dem Studio ein Stück Individualität und vielleicht ihre Fähigkeit sich weiterzuentwickeln, ihre Leidenschaft einzubringen. Also ich denke, wir haben damit über die Jahre eine gute Arbeit geleistet.”

Das klingt an sich total nett, freundlich und irgendwie viel zu angenehm, als dass man annehmen könnte, es handele sich dabei um einen knallharten Industriezweig, der, wie alle anderen auch, auf Profitmaximierung hin ausgerichtet ist.