Activisions CEO Bobby Kotick äußerte sich kürzlich nicht nur zu seine Plänen im Kampf gegen den Weiterverkauf von Spielen, sondern auch dazu, wie man mit den Spielen selbst mehr Geld verdienen könnte.

Activision Blizzard - Keine Onlinegebühren für Spiele aber Cutscenes als Film

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Einige beliebte Strategien, um den Weiterverkauf von Spielen zu verhindern, bestehen darin zusätzliche Gebühren für das Onlinespiel zu verlangen. Diese können in Form einer Monatsgebühr oder auch durch das nachträgliche Erwerben eines Online-Passes erhoben werden.

Allerdings hält Bobby Kotick nur recht wenig von solchen Ideen. Wie er schon in einem älteren Interview erwähnte, sollten Spiele wie Call of Duty weiterhin kostenlos online spielbar bleiben. Sein Ziel wäre es vielmehr, das Onlineerlebnis für die Spieler so hochwertig zu gestalten, dass sie nicht auf die Idee kommen, das Spiel weiterzuverkaufen.

Aber trotzdem sucht er nach neuen Ideen, um mit Spielen mehr Geld zu verdienen. Eine Idee, die in der Spiele-Industrie nicht ganz unbeliebt ist, ist es, Werbung in den Spielen zu platzieren. Dazu äußerte sich Kotick folgendermaßen:

„Es gab mal eine Zeit, als wir Sponsoring und Werbung für eine große Möglichkeit hielten. Doch dann haben wir verstanden, dass unsere Kunden Geld für ein Spiel oder eine Abo-Gebühr bezahlen und dann nicht noch zusätzlich mit Werbung oder Sponsoren bombardiert werden wollen. Aus Respekt vor unseren Kunden werden wir so etwas nicht in ein Spiel integrieren, es sei denn, es ist authentisch oder trägt zum Spielerlebnis bei.“

Das schließt nicht aus, dass es Werbung in den Spielen geben wird. Sie soll dann höchstens so angezeigt werden, dass sie nicht als störend oder unrealistische empfunden wird.

Activision Blizzard - Keine Onlinegebühren für Spiele aber Cutscenes als Film

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StarCraft2-Zwischensequenzen als Film für 30$ - wer würde so viel dafür ausgeben wollen?
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Eine ganz andere Idee ist es, die Cut-Szenen eines Spiels heraus zu schneiden und als zusammenhängenden Film gesondert zu verkaufen. Auf diese Idee kam Kotick, als er die hohe Qualität der Zwischensequenzen in StarCraft 2: Wings of Liberty sah.

„Was wäre, wenn wir diese Stunde, oder diese anderthalb Stunden, aus dem Spiel nehmen und zu unseren Kunden gehen, zu denen wir durch ihre Kreditkarteninformationen eine direkte Beziehung haben, und sie fragen ‚Möchtet ihr einen StarCraft-Film?‘“

Für einen solchen Film, der linear aus den Zwischensequenzen zusammengeschnitten wurde, schwebt Kotick dann ein Preis von 20-30 Dollar (ca. 15-23 Euro) vor.

„Innerhalb der nächsten fünf Jahre könnte es möglich sein, dass wir genau das machen. Es könnte sein, dass wir es zusammen mit einem Partner realisieren oder auch allein, aber es wird eine Zeit kommen, in der wir aus der Beziehung, die wir zu unseren Kunden haben, Kapital schlagen. Wir liefern ihnen etwas derartig außergewöhnliches und lassen sie es direkt durch uns konsumieren, anstatt durch einen Vertrieb über Kinos.“

Kotick zeigt sich aber auch für den Vertriebsweg über Kinos durchaus optimistisch: „Wenn wir einen Film auf diese Art und weise ausliefern, würde ich sagen, dass ein extrem hoher Prozentsatz in die Kinos gehen würde, um ihn noch mal zu sehen.“

Der Activision-CEO ist allerdings nicht der erste, der auf diese Idee gekommen ist. Rockstar veröffentlichte unlängst eine Sammlung der Zwischensequenzen aus Red Dead Redemption und veröffentlichte sie im Fernsehen. Nur ohne für den Spaß 30 Dollar zu verlangen.