Bereits mehrfach berichtete das Wirtschaftsmagazin Bloomberg über einen angeblichen Verkauf von Activision Blizzard. Jetzt scheint es in die heiße Phase zu gehen, denn laut einem neuen Artikel war Jean-Bernard Lévy das letzte Hindernis für Vivendi.

Jean-Bernard Lévy verließ in der letzten Woche plötzlich das Unternehmen - wahrscheinlich deshalb, weil er sich mit allen Kräften gegen Eingriffe in der Unternehmensstruktur gewehrt hat.

Nun sollen in Paris die Vorbereitungen für den Verkauf der Anteile an Activision Blizzard angelaufen sein - insgesamt 61 Prozent hält Vivendi. Mit einem solchen Verkauf will man den eigenen Aktienkurs anscheinend über einen kurzfristigen Zeitraum in die Höhe treiben.

Zusätzlich versucht Chairman Jean-Rene Fourtou die Holding ein wenig auszudünnen, um sich auf weniger Geschäftsbereiche zu konzentrieren. Neben Activision Blizzard kontrolliert Vivendi im Medienbereich auch die Universal Music Group.

MIt dem Verkauf der Anteile, die derzeit 8,1 Milliarden US-Dollar wert sind (also die 61 Prozent), kann man die Aktie aus dem Neun-Jahres-Tief holen und die Verbindlichkeiten senken.

Analyst Michael Pachter hält einen Verkauft zwar nicht für unwahrscheinlich, sieht am Markt derzeit jedoch keinen geeigneten Käufer. Immerhin müssen die 8,1 Milliarden US-Dollar erst einmal aufgebracht werden.

Und in der Spielebranche selbst dürfte wohl kein Käufer zu finden sein, da kartellrechtliche Probleme nur eine Frage der Zeit sind. Laut Bloomberg wäre ein Verkauf der Anteile über die Börse wahrscheinlich. Für Pachter hingegen gibt es nur eine Möglichkeit: Vivendi müsse die Bilanz von Activision Blizzard verbessern und die Barmittel als Dividende aus dem Unternehmen ziehen, um es dann auszugliedern.

Nach wie vor halten sich Vivendi und Activision Blizzard bedeckt darüber.