Wenn es nach Activision Blizzards CEO Bobby Kotick geht, dann sollte die Plattformhersteller sich eher darauf konzentrieren, dass sie ihre Online-Netzwerke ausbauen und sichern, statt den Fokus darauf zu legen, neue Konsolen zu entwickeln. Er geht aber davon aus, dass die Konsolen von Microsoft und Sony demnächst einen deutlichen Preisfall hinlegen werden.

Activision - PS3 und Xbox fallen bald im Preis

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Activision konnte seinen Gewinn mithilfe digitaler Verkäufe vergrößern - und die Konsolenhardware wird bald günstiger werden.
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In einem Interview, in dem es um Activisions Gewinne im ersten Quartal 2011 ging, nahm Kotick in einer Nebenbemerkung Stellung zu den Problemen, die Sony aktuell mit dem PlayStation Network hat. Die digitale Distribution, die über die Netzwerke der jeweiligen Plattformhersteller abgewickelt wurde, hatte deutlichen Anteil an den Quartalsgewinnen.

„Die Industrie entwickelt sich - wir hatten mehr als fünfzig Prozent unserer Einnahmen aus der digitalen Distribution in diesem Quartal - und eine der Sachen, die man realisieren muss, ist, dass die Leute weniger Bedarf an neuer Hardware haben, wenn sie enthusiastischer für die Online-Inhalte der Spiele werden.

Die Plattform war früher lediglich als Kasten definiert. Heutzutage ist sie aber viel mehr der Kasten zuzüglich aller Onlinedienste und -fähigkeiten.“

Kotick meint hier, dass man die Konsolen ursprünglich lediglich als Geräte gebaut hat, mit denen man eben spielen konnte. Die Online-Funktionen kamen im Laufe der Zeit immer stärker hinzu und haben die Art und Weise, wie Spiele und auch die Plattform selbst rezipiert werden, massiv verändert. Mittlerweile ist eine Konsole viel mehr als nur ein Gerät, mit dem man spielen kann. Neben der Möglichkeit, Spiele direkt online zu kaufen, sind Kommunikationsmöglichkeiten mit Freunden oder einfach nur anderen Spielern und eine Integration von Facebook und Twitter mittlerweile bei den großen Konsolen (mit Ausnahme der Wii) Standard.

Für Activision war der Zusammenbruch des PlayStation Network etwas, dass sich ebenfalls deutlich auf die Verkäufe niedergeschlagen hat. Die finanziellen Ergebnisse der Firma hat es aber nicht weiter beeinflusst. Der Call of Duty: Black Ops Download-Inhalt „First Strike“ wurde am 1. Februar veröffentlicht und wurde innerhalb der ersten 24 Stunden über 1,4 Millionen Mal über Xbox Live heruntergeladen. Ein zweiter Inhalt für Black Ops „Escalation“ wurde letzte Woche veröffentlicht und Activision hofft, ihn später im Quartal auch über den PlayStation Store verkaufen zu können, sofern das PSN wiederhergestellt werden kann.

Insgesamt konnte Activision seine Umsätze um 50 Millionen Dollar auf insgesamt 3,95 Milliarden Dollar erhöhen. Zudem rechnet Activision mit einem Preissturz der Konsolen, was dann den Kundenkreis noch einmal vergrößern dürfte.

„Wir haben mehr Vertrauen in die Konsumausgaben. Wir glauben, dass sie sich ein wenig stabilisiert haben und da sind Preissenkungen für die Konsolenhardware in Arbeit.“

Nächsten Monat auf der E3 wird erwartet, dass Activision seine neue Beachhead-Plattform vorstellt, über die vor allem „Call of Duty“-Inhalte vertrieben werden sollen und an der die Firma nun seit etwa zwei Jahren arbeitete.