Autor: Manfred Duy

Was bleibt von einem Spiel - einerlei ob Adventure, Rollenspiel, Sport, Wirtschaftssim oder Strategie -übrig, wenn man es von seinen friedlichen Elementen befreit? Die Action natürlich, letztlich ist sie in fast allen Spielen vorhanden und mit ihr verhält es sich wie mit den Filmbösewichten: Ohne sie wäre es schlicht langweilig. So gesehen sind Actionspiele die unverfälschteste Spielegattung überhaupt.
Wer heutzutage "Actionspiel" sagt, denkt natürlich an einen Ego-Ballermann. Dementsprechend 3D-orientiert fällt auch dieses Special aus.

Dass Actionspiele so enorm populär sind, liegt auch daran, dass der Mensch (und insbesondere der Spieler) von Natur aus ein Jäger ist. Aber es gibt noch zwei weitere Gründe: Zum Einen trifft bei Actionspielen die Lieblingsweisheit eines jeden Spieledesigners voll ins Schwarze: "Leicht zu erlernen, schwierig zu meistern".

Action - Die Geschichte der Actionspiele: Unterwegs mit Gordon Freeman, dem Duke und vielen anderen.

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Zählt zu den erfolgreichen 1st-Person-Shootern: Counterstrike.
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Sieht man mal von der Tastaturbelegung ab, fallen Einarbeitungszeiten ebenso unter den Tisch wie das Handbuchstudium. Zum Zweiten pflegen Actionspiele aus jedem Computer das letzte Byte Rechenpower rauszuquetschen und sehen dementsprechend klasse aus.

Kein Wunder, dass Computerfachmagazine beim PC-Leistungstest meistens ein Actionspiel als Benchmark missbrauchen.

Profiling: Der ideale Actionspieler
Natürlich ist der Begriff "Actionspiel" ein ziemlich umfassender. Dazu gehören viele Subgenres wie etwa 3D-Action, Beat ém up, Arcade, Egoshooter, Plattformspiele sowie alle Flug/Renn/Weltall/Tauch/und Schwimmsims, bei denen die schnörkellose Action dominiert

Da aber spätestens seit Mitte der 90er Jahre die 3D-Shooter sämtliche anderen Subgenres auf die Konsolen abgeschoben haben, handelt dieses Special vornehmlich von den besagten Ballermännern. Die meisten Medien wollen einem ja weismachen, dass sämtliche Egoshooter nur aus einem tumbem Gemetzel bestehen, das höchstens bei vereinsamten Kaputniks Begeisterung auslöst.

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Ja, so sahen Spiele früher aus!
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Das ist natürlich Unsinn. So muss ein guter Actionist über ultraschnelle Reaktionen, Präzision und eiserne Nerven verfügen, er braucht eine ganze Menge taktisches Geschick und muss mit seinen begrenzten Ressourcen (sprich Munition) sehr gut haushalten um zu überleben.

Darüber hinaus sollte er viel trainieren und sich mit seinen Mitstreitern gut abstimmen, denn als Einzelgänger bekommt man nur den halben Spaß mit, wenn es darum geht, die Gegner zu übertölpeln. Kleine Rätsel- und Geschicklichkeitseinlagen sowie gewisse Storyansätze gibt es zwar ebenfalls in Actionspielen, sie haben aber eher die Funktion, dem Spieler eine kleine Atempause zu verschaffen, bevor er die nächsten Gegner ins Visier nimmt.

Eine kurze Geschichte der Zeit
Die aller ersten Ballerspiele standen Ende der 70er Jahre in Spielhallen herum und sind heutzutage altbekannte Klassiker wie etwa "Space Invaders" von 1978 sowie "Defender" oder "Phönix", beide aus dem Jahr 1980. Bei all diesen Spielen pulverisierte man mit einem Raumschiff endlose Scharen angreifender Aliens, wobei "Defender" sogar schon einen horizontal scrollenden Bildschirm aufbot.

Bereits 1981 erschien auf dem Apple das erste "Castle Wolfenstein" vom Entwickler Muse Software. Es hatte aber keinerlei Ähnlichkeit mit seinen gleichnamigen Nachfolgern - sieht man mal davon ab, dass sich dort ebenfalls böse Nazis tummelten und es daher genauso indiziert wurde wie sein Nachfolger "Wolfenstein 3D".

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Wo gehts denn hier raus?
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Was die Indizierung betrifft, hält der 1982 erschienene Militär-Shooter"River Raid" von Activision übrigens einen besonderen Rekord: Er war das erste in Deutschland indizierte Computerspiel überhaupt.

Die Bundesprüfstelle begründete dies damit, dass hier eine paramilitärische Ausbildung stattfinde und das Bespielen zu Verkrampfung, Ärger und Aggressivität führe. Na ja, andere Zeiten, andere Sitten, kann man da nur sagen, denn vor drei Jahren wurde die Indizierung von "River Raid" zurück genommen und die USK verpasste dem Spiel die Einstufung: "Freigegeben ohne Altersbeschränkung".

Erste Action auf dem Computer
Natürlich gab es schon seit Anbeginn des Computerzeitalters Actionspiele für die Rechenknechte, die meisten davon waren aber lupenreiner Schrott, der bereits nach kürzester Zeit langweilten und nur mangels Konkurrenz zeitweilige Popularität erlangte. Herausragend waren in der Frühzeit der 80er Jahre eigentlich nur Kampfsportarten wie etwa "Way of the Exploding Fist" von Beam Software aus dem Jahr 1985 oder "Attack of the Phantom Karate Devils" von 1983, bei denen sich die Spieler mit ausgeklügelten Schlagkombos duellierten.

Die damaligen Ballermänner wie etwa die Hubschrauberei "Action Force" aus dem Jahr 1987 sind dagegen zurecht dem Vergessen anheim gefallen.

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Typisch für Ego-Shooter: Enge, dunkle Gänge - hinter jeder Ecke kann ein Gegner hervorspringen.
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Erwähnenswert sind vielleicht noch die ab Ende der 70er Jahre populären "Breakout"-Spiele, bei denen man mittels Schläger und Ball Balken abschießen musste, um sich den Weg zu bahnen. Ein lupenreiner Klassiker war und ist natürlich auch der "Pacman", dessen erste Version Anfang der 80er Jahre entstand.

Heutzutage sind all diese Actionspielarten zumindest auf dem PC samt und sonders praktisch ausgestorben, man findet sie allenfalls noch als Gratis-Download in Freewaregefilden.

Es wird "Ego"-manisch
Die heutzutage so beliebten 3D-Egoshooter tauchten erst relativ spät auf. Der erste echte FPS (First Person Shooter) nannte sich "Wolfenstein 3D". Entwickelt wurde er 1992 von einer texanischen Programmierertruppe, die ihn als Shareware via BBS (Bulletin Board System) und auf Diskette verbreitete.

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In den Anfänger der Shooter kamen statt moderner 3D-Modelle noch zweidimensio-nale Sprites zum Einsatz.
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"Wolfenstein 3D" war zudem das erste lupenreine PC-"Ballerspiel", das in 3D und auch noch aus der Ich-Perspektive gezeigt wurde. Ein genialer Einfall, den ein Jahr zuvor bereits Origin bei seinem Rollenspiel "Ultima Underworld" erfolgreich umsetzte.

Durch diese "Ich"-Ansicht wurde der Spieler viel unmittelbarer ins Geschehen miteinbezogen als bei der bis dato üblichen Betrachterperspektive. Sie ist bis zum heutigen Tag nicht nur obligatorisch für alle Actionspiele, auch viele Rollenspiele setzen seitdem unverdrossen auf die Egoansicht.

In Deutschland landete "Wolfenstein 3D" vor allem wegen der darin enthaltenen Nazisymbolik (es ging darum, Kehraus in einem Nazi-Bunkersystem zu betreiben) ruckzuck auf dem Index. Dem weltweiten Erfolg tat dies allerdings keinen Abbruch, so dass seine Programmierer eine Firma namens id Software gründen konnten um die Arbeiten an einem weiteren Genre-Meilenstein aufzunehmen. Der erschien 1993 und übertraf den Erfolg von "Wolfenstein 3D" sogar noch. "Doom" hieß das bahnbrechende Meisterwerk, das ebenfalls als Shareware erhältlich war und weltweit rund 15 Millionen Anhänger fand.

"Doom" basierte deutlich auf "Wolfenstein 3D", verfügte aber darüber hinaus über eine Mehrspieleroption: Bis zu vier Spieler konnten sich via Telefonleitung, LAN oder Direktverbindung bekriegen, was deutlich mehr Spaß machte, als alleine auf Monsterjagd zu gehen. Außerdem konnte man das Spiel modifizieren, etwa eigene Level bis hin zu völlig neu gestalteten Szenarien wie etwa "Star Trek Doom" entwerfen.

ID Software zum Dritten
Nachdem viele Firmen vergeblich versuchten, mit meistens weniger gelungenen Plagiaten auf der "Doom"-Erfolgswelle mitzureisen (einzig das brillante und mit Rollenspiel-Elementen garnierte "System Shock" von Looking Glass verdient eine lobende Erwähnung), war es erneut id Software, die für den nächsten bahnbrechenden Hammer sorgten.

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Hände hoch und zwei Schritte zurück!
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Nach dem eher mäßig erfolgreichen "Doom"-Aufguss "Doom 2" aus dem Jahr 1994 erschien 1996 mit "Quake" das Genre-Meisterwerk schlechthin, an dem sich sämtliche nachfolgenden Actionspiele messen lassen mussten.

Ein vorzügliches Leveldesign, eine superbe Präsentation, klasse Soundeffekte und die äußerst geschmeidigen Animationen setzten die Meßlatte so hoch, dass zu seiner Zeit kein Konkurrent ernsthaft daran rütteln konnte.

Der einzige ernstzunehmende Konkurrent war "Duke Nukem 3D", der Nachfolger eines actionreichen Plattformers. Der Duke brachte das Genre zwar in punkto Innovation nicht gerade voran, erwies sich aber als so phantastisch spielbar, dass dessen Anhänger seit nunmehr über zehn Jahren unverdrossen auf den Nachfolger "Duke Nukem Forever" warten.

Auf den heiß ersehnten Erscheinungstermin angesprochen antworten die Entwickler von 3D Realms seit Jahr und Tag mit den mittlerweile geflügelten Worten "Coming, when it´s done"

Quake Dir einen
Ein Jahr später setzte id Software mit "Quake 2" noch mal einen drauf. "Quake 2" war (vielleicht abgesehen von der Flugzeugballerei "Descent") das erste in echtem 3D gehaltene Spiel. Trotzdem es im Onlinebetrieb an fürchterlichen Lags krankte war auch der Mehrspielermodus überaus populär.

"Quake 2" überzeugte mit ausgewogenen Waffensystemen und neuen Spielmodi, die dazu führten, dass sich weltweit sogar Spielliegen mit professionellen Quake-Spielern gründeten. In der Folgezeit erschienen zahllose Addons wie etwa "Team Fortress" oder "Quake World" und jede Menge Hobby-Quaker verbrachten ihre Zeit damit, Mods zu basteln und weiter zu verteilen. Mitte der 90er Jahre waren id Software die unangefochtenen Herrscher der 3D-Shooterzunft.

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Duke Nukem 3D: Auf den Nachfolger warten Fans schon seit 10 Jahren.
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Nur auf der Konsole gab es ein wenig Konkurrenz, denn 1997 erschien mit dem 007-Epos "Golden Eye" ein Egoshooter, der nur auf dem Nintendo 64 die Arbeit aufnahm. Da nahm es kaum Wunder, dass auch das mittlerweile voll auf den Mehrspielerbetrieb ausgerichtete "Quake 3: Arena" aus dem Jahr 1999 ein überwältigender Erfolg wurde. Eine besondere Erwähnung verdiente sich das originelle Leveldesign und hierbei ein Abschnitt mit niedriger Schwerkraft, der wiederum völlig neue Taktiken erforderlich machte. Dieser Level war übrigens derart hardwarehungrig, dass er in der Folgezeit von PC-Magazinen als Standard-Benchmark hergenommen wurde.

Die Konkurrenz erwacht
Aber mittlerweile hatte die Genrekonkurrenz Blut geleckt, eifrig von "Quake" gelernt und servierte der nach Nachschub gierenden Spielergemeinde ebenfalls so manch wohlschmeckende Ballerkost. Schon das ausgezeichnete "Unreal" von GT interactive aus dem Jahr 1998 brauchte sich vor "Quake" wahrlich nicht zu schämen, und ein Jahr später erschien mit "Unreal Tournament" ein in jeder Beziehung ebenbürtiger "Quake"-Gegner, der sogar mit Außenwelten aufwartete.

Bislang waren die Metzeleien nämlich auf programmiertechnisch wesentlich einfacher gestrickte Innenbereiche beschränkt. Zudem verfügte "Unreal Tournament" über bewegliche Gegenstände wie etwa Kisten, die zu originellen Gefechtstaktiken führten.

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Wenn zwei sich streiten freut sich der Dritte...
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Diesbezüglich gilt "Unreal" auch als eine Art Vorläufer von Spielen wie "Battlefield". Außerdem führte "Unreal Tournament" eine neue Waffengattung ein, die bis heute zu den beliebtesten Bleispritzen überhaupt zählt: Die Sniperrifle. "Unreal" mauserte sich in der Folgezeit zu einer überaus populären Serie mit zahllosen Ablegern.

Und überhaupt entwickelte sich in der Branche damals schon die löbliche Sitte, praktisch jedem erfolgreichen Shooter zahllose Erweiterungen, Addons und Sequels hinterher zu schieben. Wer sich also auch nur für einen Actionshooter begeistert, dem dürfte so schnell nicht langweilig werden, wird er doch von Entwicklern und Hobbyspielern stets mit neuem Kanonenfutter umschmeichelt.

Vom Geheimtipp zum Megaseller
1999 gelang es dem zunächst als Geheimtipp gehandelten Sci-Fi-Horror "Half-Life" von Valve, "Quake" den Rang abzulaufen. Neben der prachtvollen Präsentation verfügte das ungemein spannende "Half-Life" auch noch über eine perfekte Bedienbarkeit und eine für Genreverhältnisse geradezu komplexe Story sowie einen bemerkenswert hohen Rätselanteil, der es schon fast in die Nähe eines Rollenspiels rückte.

Einziger Pferdefuß dabei: Der Mehrspielermodus war nicht ganz so prall, das ließ sich aber nachträglich ändern. Denn "Half-Life" verfügte über einen hochentwickelten Editor, mit dem sich Multiplayermatches und auch Solomissionen zurecht basteln ließen.

Damit entwickelte die Fangemeinde immer ausgefeiltere Spiellandschaften, die man sich bis heute via www.planethalflife.com herunterladen kann. Leider ging im Sog des übermächtigen "Half-Life" so manch hochkarätiger Egoshooter ziemlich unter. Etwa das formidable und mit einem exquisiten Leveldesign sowie reichlich Rollenspielelementen aufwartende "System Shock 2".

Alle Trekkies mussten derweil auch nicht darben, denn"Star Trek Voyager: Elite Force" von Raven Software bewies, dass es im Star Trek-Universum nicht immer derart politisch oberkorrekt zugehen musste wie in der TV-Serie. Zumindest im Spielbereich war Action angesagt, die zumindest im Solobetrieb gegen Klingonen, Borg und anderes Gelichter so richtig Spaß machte.

Ebenfalls eine Erwähnung wert ist der Taktik-Shooter "SWAT 3: Close Quarters Battle" aus Sierras Police Quest-Universum. Der zeigte auf, dass bei Actionspielen eifriges Nachdenken und taktische Abstimmung wichtiger sein können als ein schneller Finger, wenn der NPC-Gegner so intelligent agiert wie hier.

Der Schrecken aller Moralhüter
Knapp zwei Jahre später sorgte eine simple Erweiterung für mächtig Aufregung. Mit der "Half-Life"-Mehrspieler-Modifikation "Counter-Strike" erschien das bis dato vielleicht erfolgreichste Actionspiel überhaupt, das seit Jahr und Tag für Furore sorgt. Und das nicht nur bei zehntausenden von Spielern, sondern auch bei den Jugendschützern.

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Der erfolgreichste Mod aller Zeiten: Counterstrike.
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So hyperrealistisch war das rasend spannende Duell zwischen Spezialeinheiten und Terroristen in Szene gesetzt worden, dass "Counter-Strike" immer wieder als klassisches Beispiel dafür herhalten muss, wenn die Öffentlichkeit mal wieder über die angeblich zunehmende Brutalisierung der Gesellschaft räsoniert.

Ob solche Spiele allerdings bereits vorhandene Aggressionen abbauen, diese erst erwecken oder aber überhaupt keinen Eindruck auf die Psyche hinterlassen, darüber sind sich die Fachleute selbst nicht einig und soll hier auch nicht weiter erörtert werden. Darüber mögen sich vielleicht in einigen Jährchen - siehe das Eingangs beschriebene Schicksal von "River Raid" - die Sozialhistoriker ihre Köpfe zerbrechen.

2001: Halo - hier bin ich
2001 gelang es nach "Golden Eye" auch der X-Box, den Neid der PC-Actionspieler auf die Konsolenjünger zu erwecken. Das phantastisch in Szene gesetzte "Halo" blieb leider zunächst der Microsoft-Konsole vorbehalten, erst im Jahr 2003 folgte eine PC-Umsetzung.

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An der Waffe eines Mannes...
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Ein echter Jammer zu der Zeit, denn "Halo" stach in punkto Grafik alles aus, was Rang und Namen hatte. Den PC-Anhängern blieb da nur übrig, sich zur gleichen Zeit mit "Medal of Honor: Allied Assault" von Electronic Arts zu bescheiden.

Kein schlechter Trost allerdings, denn in diesem prachtvoll in Szene gesetzten und später als Serie fortgeführten Soldatenepos kämpft man in historisch belegten und hochspannenden Weltkrieg-Zwo-Einsätzen.

Zudem gab es mit "Deus Ex" von Warren Spector ("Ultima Underworld") den vielleicht interessantesten Shooter aller Zeiten zu vermelden, der neben seiner Nobeloptik auch noch eine spannende Atmosphäre, Rollenspielelemente und eine interessante Story für sich verbuchen konnte.

Nicht uninteressant war 2001 zudem die Alieninvasion "Serious Sam" vom kroatischen Entwickler Croteam, das auf gradlinige Action, ein reichhaltiges Waffenarsenal und riesige Schlachten an originellem Schauplätzen (ägyptische Pyramiden) setzte. Im selben Jahr erschien dann dank Activision mit "Return to Castle Wolfenstein" endlich der legitime Erbe des mittlerweile sagenumwobenen "Wolfenstein 3D". Erneut muss hier der Spieler ein Nazi-Schloss vom braunen Gesindel befreien, das auch noch von teuflischem Mutantengesocks Unterstützung erhält.

Neuzeit = Actionzeit
2002 durfte Electronic Arts ein neues Genre-Highlight zu verbellen. Das ebenfalls im Zweiten Weltkrieg angesiedelte und von Dice entwickelte "Battlefield 1942" konnte es in punkto Grafik durchaus mit "Halo" aufnehmen. Durch die mittlerweile immer schnelleren Internetverbindungen kam dessen superbe Optik auch im Onlinebetrieb prächtig rüber.

Inspiriert vom "Half-Life"-Ableger "Team Fortress" konzentrierte sich "Battlefield" ebenfalls auf den Koop-Modus. Außerdem spickten die Entwickler fleißig bei "Halo" ab und siedelten ihre Gefechte ausschließlich in Außenbereichen an, wo man ebenfalls allerlei Fahrgeräte und sogar Flugzeuge mit in das Geschehen einflocht.

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Meilenstein der Shooter-Geschichte: Half-Life von Valve. Natürlich gabs einen Nachfolger.
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"Half-Life 2" knüpfte derweil storytechnisch nahtlos an seinen Vorgänger an, bot aber sehr unterschiedliche Arenen wie etwa eine Großstadt, eine Küstenautobahn oder einen Friedhof. Schuster bleib bei deinen Leisten, möchte man dagegen den Strategen von Westwood zurufen, denn ihr Actionshooter "Command & Conquer: Renegade" enttäuschte im Jahr 2002.

Die mäßige Optik, der horrende Schwierigkeitsgrad und der ziemlich lendenlahme Solomodus konnten nur hartleibige "C&C"-Fans begeistern. Das im Zweiten Weltkrieg angesiedelte und Arcade-schnelle "Call of Duty" von 2003 machte es da besser. Entwickelt von Infinity Ward überzeugte hier sowohl der Solomodus als auch die Mehrspieleroption. Damit war es Krachern wie "Medal of Honour" und auch "Battlefield" durchaus ebenbürtig.

Erfolg macht erfinderisch
"F.E.A.R." von Monolith aus dem Jahr 2005 machte ebenfalls mächtig was her. Als Mitglied eines High-Tech-Einsatzkommandos nahm man teil an einem überaus intensiven und überraschend gruseligen Horrorerlebnis. Und wo wir schon bei 2005 sind, in diesem Jahr gab´s auch (alle Fans mögen´s mir verzeihen) eine kleine Enttäuschung: "Quake 4" war etwas zu simpel gestrickt und erforderte fast nichts anderes als ultraschnelle Reflexe.

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Far Cry war der erste Shooter aus deutschen Landen, der auch international Erfolg hatte.
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Insbesondere verglichen mit Konkurrenten wie dem stimmungsvollen Inselabenteuer von"Far Cry" war die Optik eher mittelprächtig, die gegnerische K.I. eher bescheiden und der Solomodus ein wenig öde. Erschwerend hinzu kamen noch die Stimmungsmörder vom deutschen Jugendschutz, der die deutsche Version böse verstümmelte.

Der "Unreal"-Serie gelang dagegen eine interessante interne Neuerung, indem dort - "Halo" hat´s vorgemacht - ebenfalls Kämpfe unter Einbeziehung von Fahrzeugen ermöglicht wurden. Etwa zur gleichen Zeit hatte id Software ein Einsehen mit den Fans und schob das lang erwartete "Doom 3" in die Läden, das allerdings die hochgesteckten Erwartungen nicht ganz erfüllen konnte. Sicherlich, als Solist metzelt es sich ganz angenehm durch die Monsterhorden, der Mehrspielermodus dagegen war nicht sonderlich originell. Zudem war die gesamte Szenerie wenn gerade keine Lampe zur Hand war derart dunkel, dass man sich wünschte, jemand würde doch endlich das Licht anschalten.

Umso interessanter war dagegen das kürzlich erschienene "Prey" von 2k Games. In diesem gothic-dusteren wenn auch arg kurz geratenen Gruseltrip muss sich ein kleiner Automechaniker einer Invasion dickfelliger Aliens entgegenstemmen.

Kommendes Kanonenfutter
"Unreal Tournament 2007" von Epic wurde mit einer neuen Engine ausgestattet und soll Cross-Plattformen ermöglichen - mal schauen ob das wirklich klappt. Auf jeden Fall soll dieses Spiel auf PC, X-Box 360 und der Playstation 3 erscheinen. Versprochen wurden außerdem mehr Fahrzeuggefechte als in "Quake 4"und größere Karten als "Battlefield". Apropos "Battlefield".

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Freundlicher Smalltalk sieht anders aus.
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Der für Oktober anberaumte Nachfolger "Battlefield 2142" spielt in einer eisigen Zukunft. Dort muss sich der Spieler entscheiden, ob er mit seinem High-Tech-Waffenarsenal für die Sache der Europäer oder der einer asiatischen Koalition eintritt.

Nach letzten Meldungen wird "Battlefield 2142" auch über Ingame-Werbung verfügen - ob das dem Spielspaß förderlich sein wird, darf allerdings bezweifelt werden.

Ebenfalls im Oktober wird das außergewöhnliche "Dark Messiah of Might and Magic" erscheinen, dem eine verbesserte Version der "Half-Life 2"-Engine digitales Leben einhaucht. Inmitten des bekannten "Might & Magic"-Fantasyuniversums wird der Spieler wahlweise als Magier, Krieger oder Attentäter um sich schlagen.

2007: Der Rest vom Schützenfest
"Halo 3", das laut Entwickler Bungie nicht vor dem kommenden Jahr kommen soll, schaut schon mal sehr schick aus: Versprochen wurden zudem mehr Karten und reichlich Optionen um sich das Spiel nach Belieben Maß zu schneidern. Leider wird "Halo 3" vorerst der X-Box 360 vorbehalten bleiben. Macht aber nichts, denn auf dem PC dürfte die große Ladehemmung nicht so schnell ausbrechen.

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Und wir dachten immer, der Dschungel sei grün...
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Sehr gespannt sind wir auf "Half-Life: Aftermath", das im kommenden Frühjahr seinen Auftritt hat. "Crysis" von den "Far Cry"-Machern Crytek erscheint etwa zur selben Zeit. Erneut verschlägt es hier den Spieler auf eine einsame Insel, zu seinen Feinden zählen neben den allseits beliebten Aliens auch - George Bush wird´s freuen - böse Nordkoreaner. "Far Cry 2" dagegen wird von Ubi Soft direkt entwickelt, bekannt ist bisher nur, dass hier eine verbesserte Version der "Far Cry"-Engine zum Einsatz kommen soll.

Zu guter Letzt müsste es schon mit dem Teufel zugehen, wenn in den kommenden Monaten nicht noch die eine oder andere Erweiterung für "Battlefield 2" erscheinen sollte. Und vielleicht geschieht ja nächstes Jahr noch sogar ein Wunder und "Duke Nukem Forever" hat dank des Einsatzes einer völlig neuen Entwicklungsengine endlich seinen lang erwarteten Auftritt.