Jets! Hubschrauber! Raketen! Geballer! Und Explosionen! Unglaublich, was es alles zu sehen gibt. Nein, das sind nicht die Nachrichten, das ist das neueste Ace Combat mit dem Titel: Assault Horizon. Das Arcadegeballer geht in die nächste Runde, wartet mit einer spannend inszenierten Story um eine geheimnisvolle Waffe auf und will die Spieler mit riskanten Dogfights und reißerischen Zeitlupeneinstellungen begeistern.

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Und... ACTION!

Das Spiel fackelt nicht lange und wirft euch gleich nach dem Start ohne Vorspann mitten rein in eine Luftschlacht. Man merkt gleich, dass etwas nicht stimmt, denn es ist nicht der Nahe Osten, in dem es ordentlich scheppert, sondern der Krieg ist um Miami entflammt. In diesem Kampfeinsatz muss ich als Pilot nach einem Treffer kontrollieren, ob meine Maschine noch funktionstüchtig ist und alles mögliche testen. Das dient als Tutorial und ist in dieser Weise verdammt vorbildlich. Ich bekomme gar nicht wirklich mit, dass ich die Steuerung beigebracht bekomme.

Dass dem so ist, ist wirklich schön, denn mir als Fluganfänger wäre es nicht im Traum in den Sinn gekommen, dass mir das Spiel Spezialmanöver ermöglicht. So gibt es den sogenannten Dogfightmodus (DFM). In diesem setzt sich mein Jet automatisch hinter den anvisierten Gegner und verfolgt diesen. Ich kann mich also voll und ganz auf das Abfeuern meiner Waffen konzentrieren.

Besonders spektakulär: Häufig fliegen die bösen Jungs im Tiefflug über das Kampfgebiet, so dass ich mich mit halsbrecherischer Geschwindigkeit zwischen Industrieschornsteinen hindurch manövriere oder die gerade abgefeuerte Rakete einen von diesen zerfetzt, so dass ich todesverachtend den herabfallenden Trümmern ausweichen muss, um die Verfolgung weiter aufzunehmen.

Ace Combat: Assault Horizon - Jets! Hubschrauber! Raketen! Geballer! Und Explosionen!

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BUMM! Das hört und sieht man öfter.
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Das alles passiert vollautomatisch und ist genauso unrealistisch wie spaßig. Überhaupt sucht man Realismus bei Assault Horizon vergeblich. Oder habt ihr schon einmal einen Kampfjet mit 300 Sidewinder-Raketen bestückt gesehen? Ebenfalls können die Kampfflieger hier Manöver fliegen, die wohl entweder jedem echten Piloten das Genick brechen oder die Maschine zerreißen würden.

Aber egal, Laune macht das Ganze jedenfalls. So kann man sich fernab jeglicher Realität auf die „Bandits“ stürzen, denn der jeweils nächste wird schön komfortabel per großem grünen Pfeil auf dem HUD angezeigt, per Knopfdruck anvisiert und bei entsprechender Nähe per Dogfightmodus ausgeschaltet.

Natürlich kann man versuchen die Sau per normalen aufgeschalteten Raketen vom Himmel zu holen, aber da weichen die Feinde verflucht oft aus oder werfen Flares ab, die meine Raketen zum Narren halten. Der Dogfight und die dadurch ermöglichten „High Precision Shots“ sind eine sicherere Methode, den Gegner an die Schwerkraft zu erinnern. Allerdings wird das auf die Dauer langweilig, da man pro Mission locker 30 Feinde gegen sich hat und jeden einzelnen abschießen muss.

Zwar gibt es auch Mehrfachwaffen, aber im Grunde ist es einfach immer dasselbe: Nah genug ran, DFM an, Raketen anvisieren, Fire and Forget. Ab und zu gibt es dann noch eine schnieke Zeitlupenanimation zu sehen, in der man bestaunen kann, was so eine Rakete mit einem Flugzeug anstellen kann. Manchmal fliegt sogar das arme Schwein von Pilot einmal quer durchs Bild, begleitet von den traurigen Überbleibseln seines Stahlvogels.

Packshot zu Ace Combat: Assault HorizonAce Combat: Assault HorizonErschienen für PS3, Xbox 360 und PC kaufen: Jetzt kaufen:

Assault Horizon macht aber den Eindruck, dass es gerne eine spannende Geschichte erzählen möchte und daher spielt man auch Mission um Mission weiter. Die Kampfmechaniken sind zwar schnell verinnerlicht und manchmal öden sie sogar an, aber die brachiale Inszenierung macht immer wieder Spaß. Zwischen den Missionen wird man dann mit schönen Ingame-Grafik-Sequenzen belohnt, die die Geschichte vorantreiben. Dabei schlüpft man nicht nur in die eine Rolle, des einen tapferen Superkampfpiloten, sondern wechselt auch die Charaktere.

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An der Inszenierung gibt es nix zu meckern.
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So kann man auch hinter den Steuerknüppel eines AH-64 Apache Hubschraubers gelangen und damit Jagd auf Bodenziele machen. Das wiederum gestaltet sich um einiges stressiger als die Luftkämpfe. Zum einen ist so ein Heli einfach ein leichteres Ziel und zum anderen verschanzen sich die gemeinen Bösen immer und überall. Durch die recht bescheidene Kameraeinstellung kann man sie auch noch extra schlecht sehen, was zu einer eskalierenden Überbeanspruchung der „Focus Fire“-Taste führt. Diese zoomt nämlich mögliche Ziele heran, so dass ihr genau sehen könnt, wo sich was versteckt. Was dann folgt ist simpel: Waffen aufschalten und abknallen.

Es fliegt, es kracht, es fetzt. Und das macht es gut.Ausblick lesen

Selbst wenn man mal getroffen wird, ist das nur halb so wild. Denn das eigene Fluggerät hält um Längen mehr aus als die feindlichen. Zwar gibt es keine Lebensanzeige und auch ein Schadensmodell fehlt, an dem ich den Status meines Vogels ablesen könnte, aber irgendwie wird es nur kritisch, wenn man innerhalb von kürzester Zeit mehrere Raketentreffer abbekommt und gleichzeitig versucht sich mit der Flak-Kanone anzufreunden.