Wenn ein Publisher sein neues Spiel vorstellt, lädt er für gewöhnlich direkt zu den Entwicklern ins Studio, zu sich nach Hause oder in eine Stadt wie Paris oder London, wo sich eine Horde Journalisten problemlos einsammeln und unterbringen lässt.

Warum uns Namco Bandai für die hauseigene Spieleshow Level-up aber ins sonnige Dubai einfliegen ließ, konnten wir uns im Vorfeld allenfalls mit einem Fluchtversuch vor dem anhaltenden Dauerregen in Deutschland erklären. Dass Ace Combat: Assault Horizon der Grund dafür war, überraschte uns dann doch…

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Grafik-Nachbrenner

Begründung: Eine der zahlreichen Missionen des Flugzeug-Actionspiels findet nämlich in dem arabischen Emirat statt. Dass man ursprünglich gar geplant habe, die Präsentation auf Hawaii abzuhalten, lässt möglicherweise im Umkehrschluss die Vermutung zu, es werde dort auch einen Level geben.

Ace Combat: Assault Horizon - Schleudersitz in die Spaßosphäre

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Wie in echt: Dubai mit dem Burj Dubai, dem höchsten Wolkenkratzer der Welt.
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Egal. Den Aufwand, den Namco Bandai für seine Show betrieben hat, macht jedenfalls unmissverständlich klar, wie wichtig der Titel für die Japaner ist. Und das, obwohl Flugsimulationen in den letzten Jahren stets nur ein überschaubares Nischenpublikum fanden. Aber hat das nicht vor Red Dead Redemption auch jeder über Westernspiele gesagt?

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Rumms! Kampfjets explodieren nicht einfach, sie splittern, rauchen, bersten auseinander.
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Bereits der direkte Vorgänger Ace Combat 6 ist mir für einen ganz besonderen Kiefer-herunter-klapp-Moment in Erinnerung geblieben, als ich erstmals die unfassbar fotorealistische Grafik auf der Games Convention 2007 zu Gesicht bekam. Für Assault Horizon legen die Entwickler von Project Aces diesbezüglich noch eine Schippe auf den Grafik-Nachbrenner.

Mehr Action, mehr Bombast, mehr Story, Konflikte rund um den Globus lautet die Devise, und das bedeutet im Falle des neuen Ace Combat: Anonymes Raketensemmeln in Höhen, in denen der Gegner am Horizont kaum von einer Mücke auf dem Bildschirm zu unterscheiden ist, ist passé, adrenalinpeitschenden Dogfights in Bodennähe gehört die Zukunft.

Ruckediguh, Sand ist im Schuh

Und so ist Dubai in Assault Horizon mehr als ein Fleckchen auf der Landkarte, es ist eine dem Original exakt nachgebildete Stadt. Schon von Weitem ist der Burj Dubai zu erkennen, der größte Wolkenkratzer der Welt, der sich wie eine Nadelspitze bis in den Himmel streckt und die Wolken kitzelt – gäbe es in dem Wüstenstaat welche.

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Die Landschaften sind anhand echter Satellitendaten modelliert.
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Darauf die Probe aufs Exempel: Ob unser Hotel auch im Spiel abgebildet ist? Entwickler Kono San nimmt Kurs auf das Burj Arab, das Wahrzeichen der Stadt und Fünf-Sterne-zwei-Plus-Hotel des Königs persönlich. Hier in unmittelbarer Nähe sitzen wir gerade in einem klimatisierten Präsentationsraum, und tatsächlich lässt sich deutlich die Fassade des Mina A’ Salam erkennen, der Pool, die Palmen darum, selbst die Zinnen der mittelalterlichen Wüstenfestungen nachempfundenen Türmchen sind akkurat modelliert.

„Und jetzt alle Mann in Deckung“, scherzt der Entwickler und feuert eine Rakete direkt auf den Ort, an dem wir uns gerade befinden. Das Gebäude bleibt allerdings intakt, eine zerstörbare Umgebung gibt es nicht. Verständlich, geht es im Spiel doch um Dogfights mit anderen Kampfjets und nicht um das Zertrümmern von Städten. Diese sollen schließlich beschützt und nicht in Schutt und Asche gelegt werden.

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Die Action ist filmreif inszeniert und ungemein packend.
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Dafür haben schließlich die Bösewichte schon gesorgt: Bis zum Horizont erstrecken sich die Rauchschwaden brennender Häuser, steigen schwarze Rauchsäulen in den Himmel. Ein Bild, wie die brennenden Ölfelder während des Irakkriegs. Der Staub eingestürzter Gebäude vernebelt die Sicht, schafft eine Atmosphäre, wie man sie mit dem 11. September 2001 in New York assoziiert.

Bombastischer. Packender. Ace Combat zündet den Action-Nachbrenner.Ausblick lesen

Project Aces war sichtlich bemüht, dem Genre der Flugsimulationen den Holzklassencharme zu nehmen und es in die Bussiness-Class zeitgemäßer Spektakelspiele einzuchecken. Rasante Kamerafahrten und Zeitlupenszenen bei gelungenen Abschüssen reißen den Spieler mitten ins Geschehen und machen die Zeiten vergessen, als man noch sechs Stunden in Echtzeit über den Atlantik flog.

Dass man nun meist näher am Boden fliegt, ist zudem ein unschätzbarer Vorteil für das Geschwindigkeitsgefühl. Wer einmal mit einem Affenzahn durch die Häuserschluchten von Dubai gerauscht ist, fühlt sich schon beinahe wie ein Luke Skywalker im Graben des Todessterns – mit dem Unterschied, dass dieser nur geradeaus fliegen musste…