Absolver ist wie Dark Souls. Genau. Dark Souls im Titel verkauft sich immer gut. So schreibe ich das… ah, ihr seid schon da? Shit. Nagut, wenn ihr schon hier seid, jetzt mal frei Schnauze: Absolver ist höchstens ein bisschen wie Dark Souls. Euch erwartet ein grandioses Kampfspiel – mit einem grandios hohen Schwierigkeitsgrad – und einem grandios schlechten Koop-System.

Ist Absolver etwas für euch? Schaut euch unser Gameplay-Video an und findet es heraus!

Absolver - Die ersten 30 Minuten Prügelspaß4 weitere Videos

Die Essenz von Absolver ist kein Button-Smashing, sondern Taktik. Und dazu jede Menge Zeit, in welcher ihr grindet, Erfahrungspunkte sammelt, Gegner wieder und wieder besiegt und natürlich: an eurem Kampfdeck werkelt. Klingt ein wenig öde, muss es jedoch nicht sein: Zwischen Meditationen und mystischen Kampfkünsten entfaltet sich über die minimalistisch gezeichnete Welt eine beruhigende, fast schon besinnliche Aura, die den Martial-Arts-Stil des Titels wunderbar unterstreicht.

Ob Absolver nur ein Haudrauf-Spiel oder mehr ist, liegt jedoch ganz bei euch – und der Art und Weise, wie ihr euren Weg gehen wollt. Diesen beginnt als junger Schüler, in Lumpen gekleidet, und mit einer undurchdringlichen Maske, die auf magische Weise an euer Gesicht geheftet wurde...

Absolver im Test: Meditieren und austeilen - Ommmm - Klatsch!

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Eur Reise beginnt, als euch die Maske aufgesetzt wird
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Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen

Zu Beginn seid ihr nichts und habt so gut wie nichts an – was jedoch nicht schlecht sein muss, da ihr mit jedem Gramm Gewicht am Körper an Schadenskraft und Schnelligkeit verliert. Ihr wurdet auserwählt, euch in einer Prüfung der Guides, die Herrscher dieses Landes, zu beweisen. Euer Ziel ist es, neben etlichen anderen Anwärtern durch Adal zu streifen, mehrere sogenannte Gezeichnete zu besiegen und einen riesigen Turm in der letzten Zone zu erreichen: Hier erwartet euch die finale Prüfung, ein Kampf gegen den Martial-Arts-Meister Risryn. Erst, wenn ihr ihn besiegen konntet, dürft ihr euch einen echten Absolver nennen.

Marina Hänsel: “Windfall ist die Kunst des Ausweichens: Für mich der herausfordernste, aber auch grazilste Stil in Absolver. Wenn das Spiel sich eine Scheibe von Dark Souls abgeschnitten hat, dann ist die bei Windfall gelandet.”

Aller Anfang ist schwer: Bevor ihr euch den Gezeichneten stellen könnt, wählt ihr zwischen drei Kampfstilen; Khalt, Windfall und Forsaken (später könnt ihr noch einen vierten freischalten). Diese kommen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden, Attacken und Verteidigungstechniken daher; bei Khalt absorbiert ihr die Angriffe andere, bei Windfall weicht ihr aus und mit Forsaken blockt ihr.

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Die einzelnen Attacken schaltet ihr über die besiegten Gegner frei
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Denn Übung macht den Meister

Leicht zu lernen, schwer zu meistern: Dieses Motto dürft ihr euch für Absolver merken. Während ihr über den rechten Stick vier verschiedene Positionen auswählt, gibt es zu diesen jeweils eine X- und Y-Kampffolge, was acht Abfolgen von Angriffen macht, die mehrere einzelne Techniken miteinander kombinieren. Diese könnt ihr über das Kampfdeck bis ins kleine Detail individuell einstellen. Und das wäre dann – wie bereits oben beschrieben – nur ein Stil. Auch weitere Angriffe mit Schwertern oder Fausthandschuhen sind möglich, also: Euch sind keine Grenzen gesetzt. Dementsprechend steil ist jedoch auch die Lernkurve, durch welche euch das Spiel mit Fausthieben schleudert.

Auch Parieren oder Ausweichen will gelernt sein. Wählt ihr den Stil Windfall, gilt es mit steigendem Level zunehmend, jedwede Attacke eurer Gegner exakt auswendig zu lernen, um sie noch vor der Ausführung erkennen zu können. Denn ihr könnt auch zu allen möglichen Seiten ausweichen und müsst die richtige zur richtigen Zeit wählen: Etwas, worin auch unsere erfahrensten Dark-Souls-Spieler knabbern mussten.

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Absolver im Test: Die taktischen Kämpfe sind das Beste am Spiel
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Also: Lohnt sich das Spiel? Definitiv, aber nur, wenn ihr Geduld mitbringt, Spaß an taktischen Kämpfen habt und gerade soviel Misanthrop seid, um nicht mit Freunden, aber mit fremden Online-Spielern zocken zu wollen.

Wenn ihr eure Freunde hasst und lieber mit Fremden zockt

Das Koop-System von Absolver ist schon eine Sache für sich. Perfekt, um in der offenen Online-Welt mit Fremden gemeinsam in den Kampf zu ziehen und ein absoluter Reinfall für Sessions mit ausgewählten Personen.

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Koop-Optionen: Sobald ihr eine Einladung versendet, verlasst ihr automatisch eure Gruppe - warum?
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Während ihr durch die Ruinen von Adal joggt, begegnen euch nicht ständig, aber oft andere Mitspieler. Die könnt ihr ignorieren, zum Kampf herausfordern oder sehr einfach und schnell zum Koop einladen. Ohne Chat, ohne zuviel Schnickschnack: Mit wenigen, aber ausdrucksvollen Gesten unterhaltet ihr euch, was das Ganze beeindruckend unkompliziert und angenehm gestaltet. Stirbt jemand, spawnt die Person in der Regel wieder in der Nähe und ihr könnt euch erneut zusammentun. Wäre es doch nur so einfach, wenn ihr Freunde in eure Party einladen wollt.

Ein Meilenstein im Kampfspiel-Genre, der leider ein wenig an der kurzen Story und einem verkorksten Koop-System krankt.Fazit lesen

Einladen – Party automatisch verlassen – erneut einladen – endlich Koop – einer stirbt – einladen – Party automatisch verlassen – Argh!

Es ist kein Kampfschrei, der durch Adals atmosphärische Irrgärten hallt, sondern pures Wut-Gebrüll: Wenn eingeladene Freunde in der Party sterben, wird die Koop sofort beendet, die Verbindung zu der Person bricht ab und sie spawnt zumeist noch nicht einmal in derselben Instanz. Außerdem wird die eigene Party aufgelöst, sobald eine Einladung versendet wird – zu dritt ergibt das ein Chaos an Einladungen und Gefummel, sodass die eigentlichen Kämpfe alsbald in den Hintergrund rücken. Schade!