In der heutigen Kolumne soll es um das Thema „Clown“ gehen. Wie passend: Es gibt nämlich nur drei Sachen auf dieser Welt, vor denen ich wirklich große Angst habe. Und Clowns sind eine davon.

Mein größter Wunsch als Kind war es, eines Tages Disneyland in Paris zu bereisen. Da ich schon damals wusste, wie ich das bekomme, was ich will, haben meine Eltern nach viel Quengelei nachgegeben und buchten die Reise. In jenem Jahr feierte der Park sein fünfjähriges Jubiläum; und außerdem erschien zu der Zeit auch „Der Glöckner von Notre-Dame“, so dass die Stimmung im Park vor allem durch Narren und Harlekine geprägt war.

Auch die Paraden, die jeden Abend durch den vollen Park liefen, wurden durch buntgekleidete Personen mit scheinheiligen Gesichtern begleitet. Geschöpfe, die reihenweise Kinder aus den Massen mit sich zogen, damit sie mit der verrückten Parade tanzen und singen konnten – in aller Öffentlichkeit.

ABC-Kolumne - C wie Clown: Das Disneyland-Trauma

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Wer soll nach diesem Anblick nachts noch ein Auge zubekommen?
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Als Kind gehörte ich eher zur schüchternen Sorte und wollte um keinen Preis von der Seite meiner Eltern weichen. Wäre da nicht ein ganz besonders aufdringlicher Clown gewesen, der es auf mich abgesehen hatte. Da ich weder Englisch noch Französisch verstand, waren seine Worte für mich nur gruseliges Gebrabbel. Dabei zog er mich immer wieder am Arm, damit ich mit den anderen „fröhlichen“ Kindern mittanzen konnte.

Ausgerechnet dieser wunderbare Ausflug sorgte bei mir also für ein lebenslanges Trauma. Der Harlekin – Clowns, Pantomimen und Harlekine sind für mich übrigens das Gleiche – wollte mich einfach nicht loslassen. Nachdem ich komplett in Tränen ausgebrochen war, ließ er dann doch irgendwann von mir ab. Doch das Trauma blieb.

Seit jenen Tagen läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken, sobald ich einen Clown sehe. Am liebsten möchte ich direkt davonlaufen, da ich mir seltsamerweise einbilde, sie könnten mir etwas antun. Dass sich hinter dem scheinheiligen Lächeln das absolut Böse verbirgt.

Ich bin kein Angsthase. Im Gegenteil: ich liebe Horror-Filme und –Videospiele in jeglicher Form; natürlich nur solange kein Clown-ähnliches Wesen darin vorkommt. Besonders schlimm hat mich der Clown aus American Horror Story: Freak Show verfolgt – obwohl das sonst eigentlich eine meiner absoluten Lieblingsserien ist. Doch sobald der Clown aufgetaucht war, wollte ich mich nur unter meine Decke verkriechen. Bloß war selbst da kein Entkommen: ich bekam Albträume.

Selbst in der Videospiel-Welt gibt es Charaktere, die mir jedes Mal einen Kloß im Hals verursachen. Devil May Cry 3 gehört zu den wenigen Titeln, die ich nur durchspielen konnte, wenn ich mich nach Auftauchen von Clown Jester auf andere Dinge konzentrierte und ihn so gut wie möglich ausblendete.

ABC-Kolumne - C wie Clown: Das Disneyland-Trauma

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Gut, manche Clowns muss man einfach mögen - und wer kann diesem Lächeln schon widerstehen? Annika jedenfalls nicht.
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Zwei fiktive Figuren bilden für mich die Ausnahme, sie können mich trotz ihres Erscheinens nicht in Angst und Schrecken versetzen: Buggy, der Clown aus One Piece. Woran das liegt? Er ist so bescheuert und nervig geschrieben, dass meine innere Angst ihn komplett ignorieren kann.

Der andere Herr ist der Joker aus Batman. Seien wir mal ehrlich: wenn es einen absolut psychotischen Charakter gibt, dann ist es der Joker. Sein Aussehen – und damit auch Clown-Sein – wird für mich komplett in den Hintergrund gerückt, denn hier zählt vor allem sein Charakter: Der Joker ist unglaublich genial, grandios und einzigartig in allem, was er tut.

Aber Ausnahmen bleiben Ausnahmen. Wenn ihr mir also richtig Angst machen möchtet, dann ladet mich einfach in den nächsten Zirkus ein und bucht eine Privataudienz mit der Clown-Mannschaft. Dann werde ich in diesem Leben wirklich nie wieder schlafen können. Danke, Disneyland.

Den zweiten Teil der ABC-Kolumne zum Thema "C wie Clown" findet ihr auf der Webseite von GIGA.

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In der ABC-Kolumne beschäftigen sich die Redaktionen von GIGA und Gamona alle zwei Wochen mit einem auf den ersten Blick eher banalen Thema, das nach Reihenfolge des Alphabets festgelegt wird. Von Affe über Bier und China bis Ziegelstein schreiben wir in Kolumnen, Erfahrungsberichten oder Gedichten unsere Assoziationen zu Videospielen nieder. Dabei begeben wir uns mit euch auf eine fantastische Reise in die Vergangenheit, Gegenwart und Kultur der Titel, die uns auf eine ganz andere Art und Weise berührt haben.

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