In dieser kooperativen Kolumne geht es um einen wöchentlichen Austausch, der an das Alphabet gebunden ist. Dies ist die erste Woche - also schreibe ich in dieser Kolumne über ein Thema mit dem Buchstaben „A“. Die Wahl fiel auf den Begriff „Affe“. Die Aufgabe lautet nun, diesen Begriff in einen Gaming-Kontext zu setzen und einen entsprechenden Text dazu zu verfassen. Wie das aussehen soll, ist uns komplett selbst überlassen.

Ein Traum für jeden Redakteur. Ich könnte ein Gedicht schreiben, einem bekannten Charakter wie Donkey Kong huldigen oder ein Loblied auf Text-Adventures á la Monkey Island verfassen. Ich könnte sogar so abstrakt werden und den Begriff in Zusammenhang mit dem Sozialverhalten einiger User in Kommentarbereichen assoziieren - aber all das erscheint mir irgendwie falsch. Ich sitze hier und zermartere mir die Birne über ein adäquates Thema und kann mich mit keiner Idee so wirklich anfreunden. Willkommen zu meiner Schreibblockade.

ABC-Kolumne - A wie Affe: Der Affe in meinem Kopf

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 1/41/4
Annes Kopf. Wenn man sie an einem guten Tag erwischt.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

In der Tat ist es der Affe in meinem Kopf, der fröhlich zwei Becken gegeneinander schlägt und mir gerade am meisten zu schaffen macht. Wie es in Redaktionen normalerweise üblich ist, gibt es für bestimmte Themen eine Deadline. Meine war zum Zeitpunkt des Schreibens nur einen Tag entfernt.

Zunächst kam mir in den Sinn über Tomb Raider 3 zu schreiben und meine schönen Erinnerungen an dieses Spiel mit euch zu teilen. So wollte ich über das kreative Leveldesign und die gemeinen tierischen Gegner philosophieren. Doch ich kam nicht über den ersten Absatz hinaus. Dann wollte ich über Rampage World Tour schreiben - eines der bedeutendsten Spiele meiner Kindheit und ein Auslöser für viele schöne Erinnerungen an Freunde und Familie. Aber was soll ich großartig beschreiben, außer, dass es irre viel Spaß macht, sinnlos Häuser zu zerstören? Vielleicht noch, dass ich das Spiel von einem guten Freund der Familie geschenkt bekam, der vor ein paar Jahren verstorben ist. Und dass ich immer daran denken muss, wenn ich den Titel einlege. Die Geschichte ist in einem Absatz erzählt, wie ihr seht.

ABC-Kolumne - A wie Affe: Der Affe in meinem Kopf

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 1/41/4
Wir haben alle unsere Leichen im Keller. Das hier ist offenbar Annes. Und guckt, Affe!
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Kolumnen sind eigentlich meine absoluten Lieblingstexte. Ich hatte nie Probleme ein Thema zu finden oder mich auszudrücken, immerhin spiegeln sie die eigene Meinung des Redakteurs wieder. Ich kann mich völlig austoben, Spiele glorifizieren, Praktiken kritisieren und mir alles von der Seele schreiben - in der Hoffnung, dass es irgendwen da draußen interessiert. Und im besten Fall kommt es zu einer coolen Diskussion. Mein Gehirn ist gerade dabei, mir diese Oase des kreativen Outputs zu rauben. Aber warum?

Schreibblockaden sind reine Kopfsache. Sie treten meist unter großem Erfolgsdruck auf, wenn eine wichtige Hausarbeit geschrieben oder ein großer essenzieller Artikel online gehen muss. Einige haben auch Angst davor, wie der Leser das eigene Werk bewertet, sei es jetzt ein Uni-Professor oder die eigene Community. In meinem Fall treten sie auf, wenn mich etwas wirklich beschäftigt oder ich privaten Ärger habe.
Was ich dagegen mache? Schreiben! Es klingt super dämlich und scheint auf den ersten Blick keinen Sinn zu ergeben, aber wie ihr jetzt gerade lest, funktioniert es irgendwie. Ich kann euch zwar immer noch nichts Spannendes über Donkey Kong niederschreiben, aber immerhin nutze ich das Problem, um es zu lösen.

ABC-Kolumne - A wie Affe: Der Affe in meinem Kopf

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 1/41/4
Kennt jeder, der schon öfter mal was schreiben musste: Der Affe im Kopf.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Jetzt fragt ihr euch sicherlich, was mich denn so beschäftigt und somit der Auslöser für diese Schreibblockade ist. Der Alltag in einer Videospiel-Redaktion ist nicht immer leicht. 100% aller Games-Redakteure werden das bestätigen. Es gibt mehr zu tun als man Arme hat, Spiel XY muss noch vorbereitet werden, Texte schreiben sich nicht von alleine und auch Themen liegen morgens nicht einfach so auf meinem Schreibtisch. Versteht mich nicht falsch, mein Job macht mir sehr viel Spaß und ich liebe die Videospielkultur, aber wenn ich von der Arbeit komme, ist Zocken momentan das Letzte, was ich im Sinn hab. Und dieser Umstand macht mich traurig.

Das Hobby zum Beruf machen ist immer eine Gratwanderung. Es ist toll, sich jeden Tag mit dem zu beschäftigen, was euch am meisten Freude bereitet. Ihr lauft aber auch Gefahr, euch irgendwann satt zu spielen. Das Gefühl ist bei Videospielen noch intensiver als bei Filmen oder Musik.

Ähnliche Situationen habe ich bereits in der Vergangenheit erlebt: Ich habe meinen Tanzlehrer mal gefragt, warum er im Auto nie Musik hört. Er sagte, dass er sieben Tage die Woche im Saal steht und sich von morgens bis abends Musik verschiedenster Genres anhört. Im Auto genießt er einfach nur die Stille. So ähnlich ist es bei mir gerade auch. Passiert, ist ganz normal. Was ich wiederum dagegen tue, habe ich noch nicht herausgefunden.

Und da wären wir wieder bei dem Affen in meinem Kopf. Er sitzt da und erlaubt es mir nicht, klar und lösungsorientiert an dieses Problem heranzugehen. Ich bin gezwungen auf den Bildschirm zu starren, bis mir irgendetwas einfällt. Hoffentlich hält das nicht bis zur nächsten ABC-Kolumne an.

Den zweiten Teil der ABC-Kolumne zum Thema "A wie Affe" findet ihr auf der Webseite von GIGA.

Was ist die ABC-Kolumne?

In der ABC-Kolumne beschäftigen sich die Redaktionen von GIGA und Gamona alle zwei Wochen mit einem auf den ersten Blick eher banalen Thema, das nach Reihenfolge des Alphabets festgelegt wird. Von Affe über Bier und China bis Ziegelstein schreiben wir in Kolumnen, Erfahrungsberichten oder Gedichten unsere Assoziationen zu Videospielen nieder. Dabei begeben wir uns mit euch auf eine fantastische Reise in die Vergangenheit, Gegenwart und Kultur der Titel, die uns auf eine ganz andere Art und Weise berührt haben.

Seid ein Teil der ABC-Kolumne!

Ihr seid gefragt, wenn es um die Wahl des nächsten Themas geht: Schreibt uns in den Kommentaren, welches Thema ihr euch zum jeweils nächsten Buchstaben des Alphabets vorstellen könntet und bestimmt so, über was sich die Redakteure Gedanken machen!

Wenn ihr selbst kreativ werden wollt, schnappt euch das Thema, veröffentlicht einen Beitrag auf euer Seite oder eurem Blick und verlinkt zurück zu unserem Beitrag. Die besten Texte teilen wir hin und wieder über unsere Social-Media-Kanäle. Viel Spaß beim Schreiben!