A Vampyre Story – Test

PC

Vorsicht bissig! Das Vampir-Abenteuer der Monkey Island-Macher

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von Matthias Grimm, 15. November 2008 10:30 Uhr

Ich hab’ da eine Idee!

Nach langem Widerstand ließ sich Bill Tiller nun doch von Fans und Presse erweichen, in die finale Version eine Hotspot-Anzeige per Tastendruck einzubauen. Gottlob, möchte man hinzufügen, sind doch einige Gegenstände auf beinahe unfaire Weise im Bildaufbau versteckt. Wir raten, diese Funktion so oft wie möglich zu nutzen. Auf weitere Hilfestellungen verzichtet das Spiel. Um einen Blick in unsere Komplettlösung, werden angesichts der teils recht wirren Rätsel nur wenige herumkommen.

Screenshot zu: Vorsicht bissig! Das Vampir-Abenteuer der Monkey Island-MacherDeutlich im Bild: unsere lange Leitung.

Allem Oldschool-Willen zum Trotz kommt jedoch auch A Vampyre Story nicht ohne Innovationen aus. An oberster Stelle steht die Möglichkeit, nicht nur Gegenstände, sondern auch Ideen ins Inventar zu verfrachten und an geeigneter Stelle zum Zünden zu bringen. Im Gegensatz zu Genrekollege Guybrush Threepwood verfügt Lady Mona im hauchdünnen Kleid um ihren zierlichen Körper nicht über Taschen von der Tiefe der San-Andreas-Verwerfung. Statt den Inhalt eines durchschnittlichen Umzugslasters während der Abenteuerreise stets gut verstaut bei sich zu tragen, merkt sich die Dame lediglich den Ort eines größeren Objekts und holt es sich dann erst ab, wenn es auch akut benötigt wird. Auswirkungen auf Spiel- und Rätseldesign hat diese Idee mit der Idee aber deswegen leider nicht.

Ebenfalls Monas Divenhaftigkeit geschuldet: Lady de Laffite rennt in ihrem Abendkleid selbstverständlich nicht durch die Szenerie, sie schreitet. Und das bei einer Geschwindigkeit, mit der sonst nur das Gras wächst. Zum Glück könnt ihr jederzeit mit einem Druck auf die Leertaste ihren Warp-Antrieb aktivieren und sie umgehend an den Bestimmungsort schicken. Löblich, zweifellos, doch hat man diese Funktion erst einmal zu schätzen gelernt, kommandiert man Mona und ihren Fledermausfreund Froderick ausschließlich auf diese Weise durchs Spiel.

Screenshot zu: Vorsicht bissig! Das Vampir-Abenteuer der Monkey Island-MacherWas einem Pirat sein Papagei, ist einem Vampir die Fledermaus auf der Schulter.

Letzterer ist die zweite Gameplay-Besonderheit von A Vampyre Story: Ähnlich wie den anarchischen Chaoshasen Max lässt sich Froderick zur Lösung mancher Rätsel im wahrsten Wortsinne „benutzen“. Die vorlaute Fledermaus kommt beispielsweise an Orte, die Mona nicht betreten kann, sorgt an der richtigen Stelle für Ablenkung oder hilft aus, wenn Teamwork gefragt ist. Die urkomische Szene, in der Froderick als kleines Mädchen verkleidet einen Schutzman ablenkt, hätte eigentlich einen Sonder-Award für Zwerchfellbeanspruchung verdient.