Aufgeklappt und losgedaddelt! Kein Justieren mehr, kein unfreiwilliger Silberblick auf der wackeligen Busfahrt. Der neue 3DS macht nicht so viel neu, wie man anhand des Namens vermuten könnte. Aber das, was er an Neuigkeiten mitbringt, macht Lust auf mehr mobilen Spielspaß.

3DS - 'So viele Spiele!'-AktionEin weiteres Video

Da liegen sie nebeneinander: der alte 3DS XL und der neue seiner Zunft. Zusammengeklappt kann man sie kaum voneinander unterscheiden, auch wenn der Jungspund ein paar Millimeter weniger Plastik benötigt, was ihn geringfügig flacher erscheinen lässt. Selbst aufgeklappt könnte genauso gut eine leicht modifizierte Revision vorliegen. Ein paar der Bedienelemente wurden neu platziert oder anders eingefärbt, aber ansonsten ist's halt ein 3DS XL wie man ihn kennt und schätzt.

Lustiges Knöpferücken

Schauen wir doch mal genauer hin. Der Home-Button des New 3DS hat keine störenden Nachbarn mehr, er fristet sein Dasein nun mutterseelenalleine unter dem zweiten Bildschirm und lässt sich dank des besseren Druckpunkts viel intuitiver bedienen als der alte. Select und Start rutschen nach rechts rüber, an den Platz, den einst der Netzschalter einnahm, während der wiederum an die untere Kante des Geräts rutscht.

New 3DS - Endlich ohne Schielaugen im Bus zocken

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 37/411/41
Der kleine Gnubbel über den Aktionstasten ist ein zweiter Stick, der vorrangig die Steuerung der Kamera übernimmt.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Übersichtlich, aufgeräumt, schlicht und praktisch, auch wenn die neue Position des Netzschalters nicht die glücklichste ist. Da unten fühlt man so gut wie kein Feedback. Aber was soll's – inzwischen befördern die Meisten ihren Reisebegleiter in den Schlaf-Modus, wenn sie ihre Sitzung unterbrechen. Ist also zu vernachlässigen.

Und sonst? Einmal die Hände in Standard-Griffhaltung gebracht, kommen die nächsten Verbesserungen zutage. An den Fingerspitzen warten nun zwei weitere Schulterbuttons und über den vier Aktionsköpfen lugt ein kleiner Gnubbel heraus. Der sogenannte C-Stick, benannt nach seinem Gegenstück auf dem GameCube. Mehr Kontrolle ist immer gut. Doch noch vor dem Anschalten kommt die Frage auf, ob dieser winzige steife Gnubbel überhaupt feinfühlige Eingaben zulässt, oder ob es um ein verkapptes zweites Steuerkreuz geht. Mit dem Daumen bekommt man das Ding um keinen Millimeter verschoben.

Die Probe aufs Exempel mit dem Remake von Zelda: Majora's Mask beweist, dass beides richtig ist. Der Stick ist nicht feinfühlig genug, um etwa in einem Rennspiel eine exakte Geschwindigkeit vorzugeben und auch nicht flexibel genug, um Street-Fighter-Kombos auszuführen. Aber immerhin, er ist gut erreichbar und erkennt mehrere Druckstärken, was uns in Zelda ermöglicht, die Kamera in einem angenehmen Tempo zu justieren. Für solche Dinge reicht der C-Stick allemal aus.

New 3DS - Endlich ohne Schielaugen im Bus zocken

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 37/411/41
Der kleine Bruder kommt mit sympathischen Super-Nintendo-Tasten daher. Schweig still, mein klopfend Nerd-Herz!
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

In Kombination mit den hervorragend erreichbaren Schulterbuttons ZL und ZR erspart uns Nintendo damit die Anschaffung eines klobigen Circle-Pads. So geht auf Reisen nichts mehr verloren. Apropos: Es ist auch nicht mehr so leicht, das Modul aus der Halterung zu lockern. Passierte bei dem älteren Modell gerne mal, wenn man das Gerät zwecks zuklappen in die volle Hand nahm. Der Modulschacht wurde – genau wie der Netzschalter – auf die Unterseite gepackt und liegt tiefer im Gehäuse.

Eine Einsparung wurde übrigens ebenfalls vollzogen. Den W-Lan-Schalter gibt es nicht mehr. Um das Netzwerk anzusprechen oder die Funktion abzuschalten, muss man nun ins Hauptmenü wechseln. Leider nicht sehr praktisch für notorische Stromsparer, die das drahtlose Netzwerk immer nur ansprechen wollen, wenn es gerade nötig ist. Zumal man dafür das laufende Programm unterbrechen muss.

Wohltat für die Augen

So angenehm die neue Verteilung der Bedienelemente auch sein mag, ist sie nüchtern betrachtet nicht „new“. Im Grunde wurde nur das separat erhältliche Circle Pad fest integriert. Wirklich neu sind lediglich zwei Features.

Die zweifellos beste Version des tragbaren Zeitvernichters profitiert von vielen Verbesserungen. Allem voran vom stabilen 3D!Fazit lesen

Am Kopf des oberen Bildschirms schlummerte schon immer eine kleine Kamera, die man für Selfies oder (angedachte) Videochats nutzen konnte. Sie hat nun einen kleinen Bruder mit ähnlichem Nutzen. Sie soll euch beim Spielen beobachten. Nicht etwa zum Ausspionieren, sondern zum Erfassen eurer Augenposition. Diese Daten dienen als Grundlage für einen Algorithmus, mit dem der New 3DS berechnet, wie er das 3D-Bild ausrichtet.

New 3DS - Endlich ohne Schielaugen im Bus zocken

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 37/411/41
Zeitgleich mit dem neuen 3DS erscheint auch Zelda: Majora's Mask 3D. Besser kann man das Gerät kaum einweihen.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Was das bringt? Ganz einfach: Ihr müsst nicht mehr nach dem „Sweet Spot“ suchen, also nach dem Neigungswinkel des Geräts, bei dem eure Augen die Tiefendarstellung wahrnehmen. Mit dem New 3DS seht ihr den 3D-Effekt selbst im wackeligen Bus durchgehend stabil und ohne Geistereffekt. Etwa geschätzte 45 Grad nach links oder rechts müsst ihr schwenken, bevor die kleine neue Kamera euch aus dem Blick verliert und anfängt, das Bild sinnlos umherzuschieben.

Ohne Zweifel dürfte das die sinnvollste denkbare Aufwertung sein, die Nintendo dem Kleinen unterjubeln konnte. Endlich stabiles 3D. Wobei die zweite echte Neuerung damit verknüpft ist, denn für die Bildsteuerung benötigt das Gerät mehr Rechenleistung. Was Nintendo gleich zum Anlass nahm, einen moderneren Chipsatz auf die Platine zu pflanzen. Von ihm sollen einige Exklusivtitel profitieren, etwa Xenoblade Chronicles. Erste Trailer versprechen eine gehörige Steigerung der Kapazitäten, vor allem was Grafikdetails angeht. Schärfere Texturen, im Wind wehendes Gras, rundere Geometrie. Kein Quantensprung, aber zehrend genug, um das alte Modell auf Dauer zu torpedieren. Mit jedem Exklusivtitel für den New 3DS gibt es einen Grund mehr für einen Wechsel.

Angesichts der etablierten Nutzerbasis ist allerdings nicht von einer Flut an New-3DS-Spielen auszugehen. Die allermeisten Titel der näheren Zukunft werden beide Systeme unterstützen. Jedes andere Konzept wäre Selbstmord für Nintendo, da sich viele Käufer geprellt fühlen würden – insbesondere Neueinsteiger, erst vor kurzem mit dem vereinfachten 2DS an die Marke gebunden wurden.

New 3DS - Endlich ohne Schielaugen im Bus zocken

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 37/411/41
Klarer Fall: Muss man nicht unbedingt haben, sollte man aber.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Alles spricht für einen schleichenden Wandel. Soll heißen: Im Moment braucht niemand zwingend einen New 3DS. Aber solche Geräte gehen gelegentlich kaputt und der ein oder andere Early-Adopter dürfte sich inzwischen über die winzigen Bildschirme des Ur-Modells aufregen. In beiden Fällen lohnt sich der Umstieg definitiv. Selbst wenn man erneut zur „kleinen“ Variante greift, denn deren oberer Bildschirm nimmt inzwischen ein kleines Stück mehr Fläche ein als zuvor. Beim XL-Ableger bleibt in Sachen Screen alles beim alten.

Was durchaus schade ist, denn zumindest eine höhere Auflösung hätten wir uns schon gewünscht – selbst wenn sie nur bei New-3DS-Exklusives zur Geltung käme. 400 x 240 Pixel? Die kann man auf dem XL-Modell fast schon zählen, so groß sind sie. Haltet mal euer Smartphone daneben... Wenn's sonst nichts zu meckern gibt, ist ja alles fein.

Der New 3DS übernimmt ab sofort die Preisgestaltung der früheren Varianten. Für knapp 180 oder 200 Euro erhaltet ihr die normale oder die XL-Fassung. Wie zuvor liegt kein Netzteil bei. Das muss separat erstanden werden, sofern man nicht auf ein bereits vorhandenes zurückgreift.