Der mutige Vorstoß in grafische Tiefen konnte uns beim reinen Blick auf die Hardware bereits ins Staunen versetzen, aber dringt Nintendos 3DS auch in neue Spieldimensionen vor? Wir haben uns einige Starttitel angeschaut.

3DS - 'So viele Spiele!'-AktionEin weiteres Video

Vorerst die Grundlagen: Wer noch nicht weiß, ob er sich das komische 3-D-Ding überhaupt holen soll, oder einfach auf dem Schulhof mit fettem Wissen protzen will, der liest sich unseren Hardware-Test durch. Nintendos neuer Handheld ist ab sofort erhältlich.

Auch wenn die paar vorinstallierten Minispiele auf dem Nintendo 3DS kurzweilig die Zeit vertreiben können - etwa Murmelbillard, Ballerei mit Face Raiders oder Fischen - geht doch nichts über anständiges Daddelfutter, um den vollen Spaß aus einer neuen Maschine zu quetschen. Beim Start eines Systems erwarten wir selbstverständlich weder grafische noch spielerische Kapriolen, aber die erste Software sollte zumindest demonstrieren, in welche Richtung Nintendos neues Zugpferd galoppiert. Speziell beim Stichwort 3-D.

Nintendo 3DS - Fröhliches Tiefenschielen: Sechs 3DS-Starttitel beäugt

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Da ist das Teil. Kleiner als der DS Lite, aber was hat die 3-D-Wunderkiste dort auf dem Kasten, wo es drauf ankommt? Gucken wir mal.
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Da wir noch nicht über die gesamte Palette an Spielen verfügen, die beim Start des 3DS erhältlich sein werden, fällt unser Urteil in diesem Artikel keineswegs allumfassend aus. Im Gegenteil, es lässt noch ein paar Fragezeichen über unseren Köpfen bimmeln. Und zwar reichlich: Ding! Ding! Ding! Wahrscheinlich genauso wie bei den Spieleschmieden, die sich erst mal kopfkratzend zum Brainstorming versammeln müssen. Alle mit derselben Problemstellung im Visier: Wie kann man die 3-D-Optik sinnvoll nutzen, wenn das System voraussetzt, dass man den Effekt jederzeit abschalten kann?

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Welche Spiele kann man zum Launch kaufen?
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Der Vorgänger ohne 3 im DS war nicht zuletzt wegen seiner Lifestyle-Spiele beliebt und sprach dank der Touchscreen-Steuerung ein Publikum an, das sich nicht zu den üblichen Gamern zählt. Dr. Kawashima, Professor Layton und Konsorten gehören aber zu einer Software-Sparte, die in jetziger Form weder von der 3-D-Darstellung profitiert noch mit Tiefeneffekt dargestellt werden kann, sofern das Gerät wie üblich in Buchform gehalten wird. Zur Seite gekippt wirkt die 3-D-Optik nicht, denn die Ausrichtung der Pixel verlangt dafür eine horizontale Ausrichtung des Bildschirms.

Umso verständlicher, dass Nintendo und Lizenznehmer vorerst Grafikfetischisten und Core-Gamer anpeilen, was sich in der Software-Palette widerspiegelt. Nintendogs + Cats bildet die große Ausnahme, Pilotwings Resort fällt in eine eigene Sparte zwischen Core und Casual, der Rest besteht aus Umsetzungen und abgewandelten Core-Games. Spielspaß verbirgt sich unter den großen Namen definitiv, aber nicht jede Umsetzung wäre nötig gewesen, wie ihr auf den folgenden Seiten erfahrt.

Federleichte Flugschule und überzuckerte Welpendressur

Wäre ich bei Nintendo dafür verantwortlich, würde ich Pilotwings Resort dem 3DS-Grundgerät beilegen. Diese leichtfüßige und unkomplizierte Flugsimulation verdeutlicht den 3-D-Effekt hervorragend, fällt für 45 Euro aber etwas mager aus. Klassisches Fliegen mit dem Wasserflugzeug, feinfühliges Abheben mit einem Jet-Pack und entspanntes Gleiten beim Drachenfliegen stehen auf dem Programm, und zwar im Umfeld einer großen Insel, deren Tiefensicht selbst kleinste Details interessant macht.

Vor der Bedienung der Himmelsstürmer braucht sich aber nicht einmal Omi Gretel zu fürchten. Bis auf Höhenmesser und Sprit-Anzeige sind keinerlei Instrumente zu lesen. Nach Lust und Laune herumdüsen darf man die meiste Zeit leider trotzdem nicht. Stattdessen soll man mitunter kniffelige Flugmanöver vollziehen, um punktgenau durch Ringe zu gleiten, auf Plattformen zu landen oder die Tricks eines vorauseilenden Flugzeugs zu kopieren. Zeitlimits und Aufgaben werden in den fünf freizuschaltenden Flugklassen immer knackiger.

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Sorglos durch die Lüfte fliegen ist in 3-D ein Hammer. Nur am Umfang des Moduls hapert es ein wenig
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Alternativ winkt der sogenannte Freiflugmodus, der aber zu viel verspricht. Die vermeintlich zwanglose Entdeckungstour verkommt mit ihrem strengen Zeitlimit zu einer weiteren fordernden Aufgabe. Erst nach dem Einsammeln von Ballons und dem Erreichen einzelner Sehenswürdigkeiten der Insel bekommt das Zeitkonto einen Bonus. Wer fleißig alles absucht, darf dann auch abends oder nachts durch die Lüfte düsen und an einem anderen Startpunkt abheben.

Viel mehr bietet Pilotwings Resort leider nicht. Es hätten gern drei grundverschiedene Inseln sein dürfen, um Abwechslung und Forscherdrang anzufeuern. Warum die Fallschirmsprungdisziplin aus den Vorgängern ersatzlos gestrichen wurde, wissen wir auch nicht - sehr bedauerlich, war sie doch eine des spaßigsten, wenn auch schwersten Disziplinen.

Ein gewisser Casual-Kuschelkurs lässt sich nicht leugnen, angefangen bei den Mii-Charakteren bis hin zur deutlich vereinfachten Flugzeuglandung auf dem Wasser. Da hätte ich inhaltlich etwas mehr erwartet. Grafisch erinnert vieles an Wii-Sports und Konsorten, doch kommt vereinfachte Darstellung in 3-D sehr angenehm und kontrastreich rüber. Texturen und Ortschaften sind bei näherer Betrachtung zwar alles andere als scharf, aber für unterwegs reicht es allemal. Pilotwings Resort könnt ihr sorglos kaufen, wenn ihr einen tollen 3-D-Effekt bestaunen wollt, Spaß am unkomplizierten Fliegen habt und mehr einen Gaming-Snack als ein abendfüllendes Erlebnis sucht.

Pilotwings Resort / Nintendo

Profitiert spielerisch von 3-D: Ja, durchgehend.
Wertung: 77%

Aaach, so süüüß wie Baumkuchen

Sucht ihr nach Argumenten, um vor eurer Partnerin die Anschaffung eines 3DS zu rechtfertigen? Kein Problem, kauft gleich Nintendogs + Catz dazu, und sie wird sich höchstwahrscheinlich vor „Ist das süüüß“- und „Ach, wie goldig“ -Phrasen gar nicht mehr einkriegen. Wir testeten die Fassung „Golden Retriever & Friends“.

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Schönere Grafik, mehr Utensilien, mehr Hunde und jetzt auch Katzen - Nintendogs + Cats bedient die Knuddelfraktion.
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Grundsätzlich handelt es sich um dasselbe Programm wie auf dem „normalen“ DS, nur dass die verbesserte Grafik deutlich hervorsticht. Soll heißen, man besorgt sich aus dem Tierheim einen von maximal drei Hundewelpen oder Jungkatzen, die man in bester Tamagotchi-Tradition hegt und pflegt. Den finanziellen Aufwand muss der Hund decken, der lernt nämlich mit der Zeit, Frisbee-Scheiben zu fangen oder aufs Wort Kommandos auszuführen, und beweist sein Können in preisdotierten Wettbewerben.

Wie schon im Vorgänger könnt ihr Kommandos über den Touchscreen eingeben oder ins Mikrofon sprechen, Frisbees werft ihr mit einem kurzen Stylus-Schwung. Die neuen Katzen dürfen sich hingegen auf die faule Haut legen, während ihr sie zu Tode liebhabt. Katze müsste man sein!

Einer der auffälligsten Unterschiede zum Vorgänger fällt beim Streicheln der Fellknäule ins Auge. Früher sah man sie auf dem Touchscreen und interagierte direkt mit ihnen. Nun erscheint auf dem berührungssensitiven Bildschirm nur noch ein schattenhaftes Schema eures Tieres, während Streicheleinheiten auf dem oberen Screen in Form einer virtuellen Hand vollzogen werden. Das nagt aber weder am Spaß noch am Bedienkomfort - man sieht seine Tierchen sogar besser.

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Keine Frau mit Herz kann dem widerstehen. Auch harte Burschen nicht.
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In 3-D und mit Texturfiltern, feinerer Geometrie usw. steigt der Zuckerfaktor der Wonneproppen nochmals um mehrere Kilo und auch das Ausstaffieren der eigenen Wohnung macht mehr Spaß. Spielerisch hat die Tiefensicht dennoch nur wenig Einfluss auf das Geschehen, da es weder beim Discwettbewerb noch beim Cursing hilft. Völlig bescheuert fand ich sogar, dass man für den Gehorsamkeitstest zwingend eine der mitgelieferten Augmented-Reality-Karten benötigt, weil man den Hund als virtuelle Projektion über die 3-D-Kameras betrachtet.

So niedlich die Ansicht auch sein mag, unterwegs hat man meist weder Platz dafür, noch denkt man notwendigerweise an diese komischen Pappkarten. In den Händen von Kindern werden die Karten sowieso nicht lange überleben. Nintendogs + Cats bietet von allem mehr: bessere Grafik, mehr Utensilien, mehr Tiere. Neue Spielelemente sind jedoch rar.

Nintendogs + Cats / Nintendo

Profitiert spielerisch von 3-D: Geringfügig, nur im Niedlichkeitsfaktor
Wertung: 76%

Harte Prügelknaben und altbekannte Strichmännchen

Prügelspiele gehören im mobilen Gaming nicht unbedingt zur Standard-Software. Zumindest bisher nicht, was wohl an den kleinen Bedienelementen der tragbaren Zeitvernichter liegt. Super Street Fighter 4 3D Edition umgeht das Problem, indem es euch eine festgelegte Zahl an Special-Moves als Makro auf den Touchscreen zugesteht. Ein Druck genügt und selbst der fieseste Piledriver oder die fingerbrechende Super-Kombo gelingt. Alle Moves eines Straßenkloppers darf man jedoch nicht zuweisen, daher bleibt noch ein wenig Handarbeit, die mit der Analogscheibe wenige Probleme macht.

Ansonsten geht es um Super Street Fighter 4, wie man es von den großen Konsolen kennt: Eine riesige Kämpferriege, heftige Kombos und schicke Comic-Optik. Hintergrundgrafiken und Animationen der Zuschauer fielen an einigen Stellen der Schere zum Opfer, was aber nur auffällt, wenn man nicht am Kämpfen ist. Alle Prügelknaben sehen dagegen wunderbar aus und verraten nur bei Nahaufnahmen oder der optionalen Verfolgeransicht, wo an den Details gekürzt wurde. Für unterwegs reicht es allemal.

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Legt euch komplizierte Moves als Makros auf den Touchscreen. Gegen Obermotze wird aber auch das nicht helfen.
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Die erwähnte Verfolgeroptik kann man als kleine Spielerei werten, die den 3-D-Effekt noch stärker hervorhebt. Spielerisch zieht man jedoch keine Vorteile daraus - die klassische Seitenansicht bleibt übersichtlicher um macht mehr Spaß. Ob mit oder ohne Tiefensicht spielt hingegen keine Rolle. In beiden Grafikmodi werdet ihr von Obermotz Seth die Kauleiste poliert bekommen, bis eure Zähne im Arsch Klavier spielen.

Nicht einmal die Makros verschaffen bei diesem Obermotz einen Vorteil. Kloppkönige brauchen um die Herausforderung also nicht zu fürchten. Online-Anbindung und Street-Pass-Funktion konnten wir leider noch nicht testen, trotzdem ist eine Kaufempfehlung Ehrensache.

Super Street Fighter 4 3D-Edition / Capcom

Profitiert spielerisch von 3-D: Nein, sieht aber schick aus.
Wertung: 88%

Der schon wieder?

Man schaut auf die Packung und staunt: ein völlig neues Rayman, ganz ohne abgedrehte Hasenbande und Minispielchen? Leider nicht. Wäre ja auch zu schön gewesen. Rayman 3D kennen viele Fans bereits als Rayman 2 - The Great Escape, das schon in unzähligen Umsetzungen vorliegt. PSone, N64, PC, Dreamcast, PlayStation 2 – ja, sogar der direkte Vorgänger des 3DS bekam schon eine Variante des 1999 erstmals veröffentlichten Hüpfabenteuers serviert. Mit einer plumpen Umbenennung macht sich Ubisoft also nicht unbedingt Freunde, riecht die Maßnahme doch nach Bauernfängerei.

Am Spielspaß ändert dies nichts. Raymans Flucht aus den Fängen der fiesen Robo-Piraten stellt euch vor kniffelige Hüpf-, Sammel- und Suchaufgaben in klassischem Action-Adventure-Stil. Solltet ihr noch nicht das Vergnügen auf anderen Plattformen gehabt haben, spricht nichts gegen die Anschaffung. Der 3-D-Effekt alleine rechtfertigt jedoch keine zweite Sparschweinschlachtung, zumal die minimal leichtere 3DS-Umsetzung noch ungeschliffene Ecken und Kanten zeigt. Hin und wieder legt Nintendos Jüngster die Handbremse ein - die Bildrate sackt ab, was in einer stotternden Optik resultiert.

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Neuer Name, altes Spiel: Rayman 3D kennen viele noch als Rayman 2: The Great Escape.
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Grafisch leiht sich die Umsetzung alle Tugenden der Dreamcast-Variante und legt an manchen Stellen sogar ein Schippchen drauf. Tiefenintensives 3-D ist hier nicht nur nett anzusehen. Bei Rutschpassagen, Schwimmeinlagen und komplizierten Sprüngen hilft es sogar beim Abschätzen der Distanz.

Ob überhaupt eine Umsetzung nötig war, steht auf einem anderen Blatt. The Great Escape gehört zu Recht zu den am meisten geschätzten Hüpfabenteuern seiner Generation, kann die ersten grauen Haare und Fältchen aber nicht verbergen. Lauwarme Brühe oder zweite Chance? Müsst ihr selbst entscheiden.

Rayman 3D / Ubisoft

Profitiert spielerisch von 3-D: Gelegentlich, vor allem, wenn es turbulent wird
Wertung: 82%

Lautlose Schleicher und taktische Ballerfritzen

Sam Fisher gehört derzeit nicht mehr zu den angesagten Helden der Videospielszene, und Tom Clancy's Splinter Cell 3D wird daran leider nichts ändern. Es handelt sich um eine theoretisch durchaus gelungene Umsetzung von Splinter Cell Chaos Theory, die grafisch keinen schlechten Eindruck macht und mit Feinheiten wie gelegentlicher Kipp-Sensorik aufgemöbelt wurde. Bereits im ausführlichen Intro kommt die Tiefenoptik hervorragend zur Geltung und lässt erahnen, welche Qualität echte 3-D-Spielfilme auf dem 3DS haben werden.

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Inhaltlich gut, technisch nah am Reinfall. Sam Fisher kämpt mehr mit der stotternden Bildrate als mit Terroristen.
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Sam schleicht noch immer souverän im Dunkeln, meuchelt sich still und leise durch Katakomben und Militäreinrichtungen, knackt Schlösser und greift gelegentlich zur Waffe, um einen fernöstlichen Komplott aufzudecken. Prima Stoff, vor allem wenn man diese Episode der Serie noch nicht kennt. Nur die Steuerung macht Sorgen. Auf dem Touchscreen stapeln sich die Funktionen, während man mit Analogscheibe und den vier Feuerknöpfen läuft und sich umsieht. Die Rundumsicht mit den Face-Buttons wirkt jedoch träge und wenig feinfühlig, was so manche gut geplante Meuchelaktion zu einem Glücksspiel degradiert. Von anständigem Zielen mit den Waffen ganz zu schweigen.

Der Genickbruch dieser Umsetzung liegt jedoch in den häufigen und heftigen Einbrüchen der Bildrate, die selbst mit einem Analogstick oder einer Maus kein vernünftiges Anpeilen über Kimme und Korn gewähren könnten. So spannend Splinter Cell Chaos Theory einst war, so zermürbend ist es heute auf dem 3DS, weil man sich in den seltenen Feuergefechten nicht auf die Steuerung verlassen kann. Obendrein ärgert man sich schnell über das nicht entspiegelte Display des Handhelds. Dafür kann Ubisoft natürlich nichts, aber die extrem dunkle Umgebung macht die Reflexion noch deutlicher, sodass man bei Tageslicht kaum etwas erkennt.

Splinter Cell 3D / Ubisoft

Profitiert spielerisch von 3D: In den Zwischensequenzen durchaus, aber selten im Spiel, weil man sowieso kaum etwas erkennt. Zudem ruckelt es oft.
Wertung: 70 %

Taktisch, rundenweise, unterhaltsam

Tom Clancy's Ghost Recon: Shadow Wars macht beim ersten Einlegen keinen besonders spektakulären Eindruck. Doch das witzige Taktik-RPG in Vogelperspektive hat es faustdick hinter den Ohren. In Tradition früherer Genrevertreter wie etwa „Das Schwarze Auge“, „Tactics Ogre“ oder „Final Fantasy Tactics“ bewegt man hier die Soldaten seiner Armee rundenweise über Schlachtfelder, die taktisch in kleine Quadratsektionen eingeteilt sind. In jeder Runde dürfen sich Mitstreiter und Kontrahent eine bestimmte Anzahl an Kästchen fortbewegen und gegenseitig vor den Latz ballern.

Ghost Recon ist nicht gerade für Zaubersprüche, Rüstungen und Nahkampfstrategien bekannt, was einen zunächst zweifeln lässt, ob so ein Spin-off spielerisch überhaupt funktioniert. Schließlich kann die Heldenriege nur ballern und/oder heilen. Zu meiner Überraschung funktioniert das System jedoch wunderbar und offeriert sehr viele taktische Feinheiten: von Vorteilen in Schussdistanz oder Beschaffenheit der Umgebung, bis hin zu RPG-typischen Spezialkräften wie doppeltem Vorrücken in einer Runde oder extrastarken Attacken.

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Der 3-D-Effekt ist bei Ghost Recon Shadow Wars mehr als nebensächlich, aber die taktischen Scharmützel machen Laune.
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Dass kein einziger Mitstreiter sterben darf, empfand ich zwar als ganz schön heftig, aber welcher Zauberer sollte einen erschossenen Soldaten auch wiederbeleben? Zudem steigt damit auch die Herausforderung in den drei wählbaren Schwierigkeitsgraden.

Von allen Spielen, die wir bisher für den 3DS zu Gesicht bekamen, nutzt Ghost Recon: Shadow Wars die Tiefenoptik am schlechtesten. Das ist nicht abwertend gemeint, nur gehört die 3-D-Optik nicht zu den hervorstechenden Merkmalen dieses Titels. Mit seinem eher theoretischen Schachbrettcharme und Fuzzelsoldaten bietet sich Ghost Recon keinesfalls als 3DS-Paradetitel an. Spaß macht der RPG-Ballerschinken trotzdem. Beeindruckend: Der virtuelle Surround-Klang fetzt!

Tom Clancy's Ghost Recon: Shadow Wars / Ubisoft

Profitiert spielerisch von 3-D: Nein
Wertung: 83 %