Es ist gewissermaßen das Electronic Arts Russlands: 1C Company, der mit Abstand größte Publisher im Land von Wodka, Borschtsch und Metro 2033. Denn auch wenn ihn hierzulande die Wenigsten kennen dürften, bringt der Anbieter im Osten fast alle Spiele namhafter internationaler Spieleentwicker von EA bis Microsoft auf den Markt.

Doch neben bekannten westlichen Marken wie Mass Effect, die 1C Company in Russland vertreibt, finden sich im Portfolio auch respektable Eigenentwicklungen. Zu den bekannteren Titeln aus der letzten Zeit zählen etwa der gelungene HoMM-Konkurrent King’s Bounty und der einfallsreiche Horror-Shooter Cryostasis. Auf einer Veranstaltung in Prag durften wir uns erste Versionen der kommenden Spiele anschauen und stellten fest: Das 1C-Line-up wird von Jahr zu Jahr besser.

Captain Blood

Allein der Name deutet es an: Für dieses Spiel sehen wir rot. Wenn Captain Blood in Deutschland jemals auf den Markt kommen sollte, würde es uns schon sehr wundern. Ein Blick in den Trailer bestätigt die Vermutung: Hier spritzt jede Menge roten Saftes – rotes Tuch für die USK und ausgiebiger Gebrauch des Rotstiftes dürften die Folge sein.

Captain Blood - ARRRRR blute gefälligst stärker!

Vor allem die Finishing-Moves des Piraten-Hack-n-Slay sind übertrieben gewalttätig: eine Muskete, die aus wenigen Zentimetern Entfernung in den Kopf des Gegners gefeuert wird und dessen Auge herausschießt, rollende Köpfe, zerhackstückelte Körperteile… Auch wenn die Grafik mittlerweile sehr viel besser aussieht als in der letzten Version, die wir vor zwei Jahren zu Gesicht bekamen: Mit God of War 3 wird sich der blutige Piratenkapitän kaum messen lassen und daher eher Spieler ansprechen, die sich an dem übertriebenen Gore belustigen können.

King’s Bounty: Crossworlds

Obwohl sich Kollege Sebastian Weidner in der Redaktion regelmäßig als weltgrößten „Heroes of Might & Magic“-Fan brüstet (nach mir wohlgemerkt), hält er den Konkurrenten King’s Bounty sogar für noch einen Tick besser als die Kultserie von Ubisoft. Was man dabei häufig vergisst: Das Ur-„King’s Bounty“ erfand das Spielprinzip beider Erfolgsserien bereits 1990, bevor es unter Flagge von 1C Company im Jahre 2008 neu aufgelegt wurde.

1C Company - "Werner, die Russen kommen!" Captain Blood, King's Bounty: Crossworlds und mehr von 1C Company

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Das neueste King's Bounty bringt zwei neue Kampagnen und einen Editor.
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Die nach Armored Princess bereits zweite Standalone-Erweiterung Crossworlds wurde unlängst angekündigt und in Prag erstmals der Presse gezeigt: Zwei neue Kampagnen, neue Einheiten, Zaubersprüche, Items etc. bilden entsprechend die Kern-Features der neuen Episode. Größte Neuerung dürfte der Editor sein, mit dem Fans endlich eigene Maps und Kampagnen erstellen können. Neben eurem Helden dürft ihr dieses Mal auch dessen Haustier, einen gezähmten Drachen, aufleveln, der sich vom possierlichen Hündchen zum feuerspuckenden Ungetüm entwickelt.

Russische Spione und Sternenwölfe

Death to Spies 3

So was kann auch nur aus Russland kommen! Im dritten Teil des Sam-Fisher-Herausforderers Death to Spies verlasst ihr erstmals in der Serie das Zweite-Weltkriegs-Szenario und infiltriert als russischer Spion die bösen Amerikaner während des Kalten Krieges.

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James Bond auf Russisch: Als Spion bereisen wir die Welt des Kalten Krieges.
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Dabei verschlägt es euch neben diversen Schauplätzen in Europa auch nach Kuba und in die USA. Neben dem aus den Vorgängern bekannten Hauptcharakter Captain Strogov übernehmt ihr diesmal auch die Kontrolle über seine Kompanions Viktor Kovalev und die adrette Olga Godunova-Lopes. Neben den serientypischen Schleich- und Versteckspielchen kommen diesmal auch James-Bond-typische Gadgets zum Einsatz.

Star Wolves 3: Ashes of Victory

Wenn Spielejournalisten aufeinander treffen und der „guten, alten Zeit“ hinterher nostalgieren, fällt unweigerlich der Wunsch nach einem neuen Wing Commander. Umso erstaunlicher, wie wenige Publisher sich an einer Renaissance der Space-Flugsimulationen versuchen. Die Spiele der „Star Wolves“-Serie bildeten in den letzten Jahren die (nicht immer) löbliche Ausnahme.

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Grafisch nicht mehr ganz up-to-date, aber für Sci-Fi-Fans einen Blick wert.
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Ashes of Victory wird ein Addon zum bereits erschienenen dritten Teil „Civil War“. Auch wenn sie vermutlich nicht so schön aussehen wird wie die von Black Prophecy ist die neue Grafik-Engine von Star Wolves 3 um einiges schicker als im Hauptspiel. 110 neue Sternensysteme dürft ihr in der Erweiterung erforschen, während ihr in der Kampagnen-Story mit eurem Raumschiff Zünglein an der Waage eines interstellaren Krieges spielen dürft.

Red Orchestra 2: Heroes of Stalingrad

Auch das ist vermutlich nur in Russland möglich: ein Ego-Shooter mit dem Untertitel „Heroes of Stalingrad“. Teil 1 von Red Orchestra war vor vier Jahren jedenfalls ein passabler Action-Titel mit realistischem Anspruch. Teil 2 führt euch in zeitgemäßer Unreal-Engine-3-Grafik auf die Schlachtfelder des „brutalsten Kampfes in der Menschheitsgeschichte“ (Presseheft).

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Red Orchestra ist bekannt für seinen realistischen Anstrich.
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Mit Ranglistensystem, Medaillen und Errungenschaften fischt Red Orchestra 2 dabei klar in den Mehrspieler-Gewässern von Call of Duty. Für Einzelspieler gibt es neben etlichen Übungskarten für den Online-Skill auch eine eigene Kampagne.