Machen wir uns nichts vor: Ihr habt eure Entscheidung doch längst getroffen, ob zum Guten oder Schlechten. Der Kauf eines Nintendo-Spiels ist selten eine vernunftbedingte Geschichte, sondern wird meist vom selben Teil des Gehirns gesteuert, der auch auf niedliche Katzenvideos und spontane Mario-Kart-Abende mit Freunden anspringt. Das neue Super Smash Bros. wird daran glücklicherweise wenig ändern.

Super Smash Bros. 3DS/Wii U - Cloud Reveal Trailer26 weitere Videos

Euch und mir wäre deshalb nur wenig damit gedient, an dieser Stelle das Prinzip Super Smash Bros. noch einmal näher zu erläutern, wie es an anderer Stelle bereits dutzende Male exerziert wurde. Wer überhaupt keine Ahnung hat, welches Feuerwerk Nintendo da eigentlich abbrennt, sollte einfach mal einen x-beliebigen Vorgänger aus der Videothek ausleihen und eine Handvoll Freunde vor dem Fernseher zusammentrommeln. Notfalls tut's auch unser Test des letzten Teils der Serie oder ein Blick auf Nintendos E3-Treehouse-Videos, die lang und breit jede Menge Szenen aus dem neuen Prügler zeigten.

Alle anderen wissen ziemlich genau, was da Ende des Jahres auf sie zukommt – erst auf dem 3DS, in der Wii-U-Version kurz darauf auch erstmals in HD. Beide Spiele werden keine grundlegenden Mechaniken ändern (warum auch?), verstehen sich eher als behutsame Weiterentwicklung im Detail denn krampfhafte Revolution der Serie – insofern war der Anspieltermin in Frankfurt bei Nintendo nicht unbedingt von Überraschungen, zumindest aber einigen interessanten Erkenntnissen geprägt. Die naheliegendste:

Super Smash Bros. Wii U/3DS - You had me at GameCube controller - fünf Gründe, optimistisch zu sein

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 408/4121/412
Keine Experimente: Nintendo verändert die Smash-Bros.-Formel lediglich im Detail. Gut so.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Smash Bros. bleibt Smash Bros.

Schon Mario Kart 8 war ein Schritt in die richtige Richtung und begradigte den Schlenkerkurs seines Wii-Vorgängers, der immer wieder willkürlich über die feine Linie bretterte, die Anspruch von lapidarem Glücksspiel unterscheidet. Brawl stand damals weit konsequenter in der Tradition seiner Serie als Mario Kart Wii, zeigte aber ebenfalls ein paar jener Vereinfachungen, die neben der Spielanleitung damals unweigerlich jeder schneeweißen Spielhülle beilagen, in der eine Disc aus Kyoto schlummerte.

Das neue Super Smash Bros. wirkt nach den ersten Runden, als wäre es weitestgehend von solchen Sperenzchen befreit worden, was sicher nicht die schlechteste Sache ist und vor allem auch daran liegt, dass...

Super Smash Bros. Wii U/3DS - You had me at GameCube controller - fünf Gründe, optimistisch zu sein

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 408/4121/412
Technischer Fortschritt in allen Ehren, aber mehr als das habe ich nie gewollt.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Alte Liebe rostet nicht: GameCube-Controller sind zurück

Es ist wie Fahrradfahren: Haben die Synapsen erst einmal die Verbindung zwischen GameCube-Controller und Smash Bros. hergestellt, hält diese Verbindung quasi ein Leben lang. Ohne groß darüber nachzudenken, griff ich mit zwei weiteren Kollegen zu den lilafarbenen Pads (die immer noch zu den besten gehören, die je hervorgebracht wurden,) und schleuderte mit Pikachu wieder Blitze durch die Gegend, als hätte ich ihn den letzten fünf Jahren nie damit aufgehört. Nennt es „muscle memory“ oder Intuition, für mich fühlte es sich wie Nachhausekommen an.

GameCube-Controller, coole Neuzugänge und schicke Action: Nintendo doktert nicht an der Grundformel herum, sondern baut alte Stärken aus. Sieht schwer nach der Fortsetzung aus, die wir uns erhofft haben.Ausblick lesen

Trotz vibrierender Trigger, feinerer Analog-Sticks und all der anderen Vorzüge, die ihr und ich seit der GameCube-Zeit lieben gelernt habt, scheint es, als hätte dieses Stück Plastik nur darauf gewartet, für diesen Zweck eine späte Renaissance zu erleben. Klar ist dieses Urteil durch einen guten Schuss nostalgischer Überhöhung geprägt, aber liebgewonnene Gewohnheiten legt man nun mal nicht gern ab – als Videospieler schon gar nicht. Und für alle anderen gibt es immer noch Wiimotes, Pro Controller und das GamePad.

Das GamePad ist zum Daddeln da

Letzteres ist dann auch fast ausschließlich zum Daddeln da, versprochen. Klar hätte man allerlei schnöde Spielereien einbauen können und ein paar werden es sogar ziemlich sicher ins fertige Spiel schaffen (habe da nicht so genau hingeschaut, zugegeben, weil GameCube-Controller > GamePad), doch nichts davon wird euch aufgezwungen. Statt „Hier, wenn wir euch schon so ein cooles Teil in die Hand drücken, müsst ihr das Ding auch nutzen!“, wird es höchsten ein paar dezente Hinweise Richtung Touchscreen, Gyrosensor etc. pp. geben. Hier will euch niemand etwas aufzwingen, was nach Wii-Fuchteleskapaden und während Touchpad-Gezeter des PS4-Controllers weit weniger selbstverständlich ist, als man annehmen könnte.

Der 3DS-Teil wird nicht nur eine abgespeckte Version

Wie genau das auf dem 3DS aussehen wird, lässt sich bislang nur schwer einschätzen, da die Handheld-Demo vom Umfang her noch stärker limitiert war als die des großen Bruders. Ein paar Sperenzchen wird es sicherlich geben, aber auch hier scheint zu gelten: Wer keinen Bock drauf hat, lässt es eben bleiben. In den Mehrspielerrunden und damit dort, wo es drauf ankommt, gibt es weder nerviges Touchscreen-Gefrickel noch anderen Kram, den keiner braucht und will.

Super Smash Bros. Wii U/3DS - You had me at GameCube controller - fünf Gründe, optimistisch zu sein

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 408/4121/412
Gebraucht hätte es die 3DS-Version nicht unbedingt, einen ganz brauchbaren Eindruck macht sie dennoch.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Überhaupt scheint Nintendo schon sehr genau zu wissen, was auf dem 3DS möglich ist und was nicht. Abgesehen vom etwas trägen Schiebepad und der durch die geringe Bildschirmgröße in Mitleidenschaft geratene Übersicht ist das auch unterwegs immer noch Smash Bros., wie man es eben erwartet. Spielerisch also kaum Anlass zur Sorge. Wie das inhaltlich aussieht, zeigt sich spätestens zur Veröffentlichung am 3. Oktober.

Neue Charaktere: sinnvolle Fähigkeiten sind wichtiger als große Namen

Wer derzeit den Begriff „Super Smash Bros. Wii U“ in Googles Bildersuche hämmert, sieht gefühlt zu 80 Prozent auf verschiedene Charakterauswahlbildschirme. Seit 1999 der erste Teil der Prügelreihe mit der wohl coolsten TV-Werbung beworben wurde, die Nintendo je produziert hat (vom Zelda-Rap vielleicht mal abgesehen), ist das Internet mit der Ankündigung eines neuen Teils stets voll von Spekulationen, Wünschen und Gerüchten um neue Kämpfer. Auch nach 15 Jahren hat sich daran nicht viel geändert.

Super Smash Bros. Wii U/3DS - You had me at GameCube controller - fünf Gründe, optimistisch zu sein

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden4 Bilder
Little Mac dürfte schnell zum neuen Liebling vieler Spieler avancieren. Der Kerl vereint Kraft und Schnelligkeit (und hässliche Klamotten).
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Inzwischen hat Nintendo viele Neuzugänge enthüllt; erst auf der E3 kamen Miis und Pac-Man hinzu. Mir persönlich ist das ziemlich wumpe, weil ohnehin niemand gegen Pikachu ankommt, doch nach den ersten Matches, die mich langsam an dieser Haltung zweifeln ließen, ist auch klar: sinnvolle Attacken sind inzwischen wichtiger als große Namen. In Brawl war Solid Snake sowohl optisch als auch spielerisch ein kruder Bruch, der sich nie so ganz rund anfühlte. Roboter R.O.B. Schlug in eine ähnliche Kerbe und auch diesmal wird wieder eine Handvoll Charaktere dabei sein, die eher in die Kategorie „Schön, dass du da bist, aber jetzt lass mich wieder in Ruhe“ gehört.

Pac-Man wäre ein ganz heißer Kandidat dafür, der Wii Fit Trainer ebenfalls – krasse Ausreißer wie eben Snake gibt es bislang jedoch (noch?) nicht. Rosalina ist eine ebenso sinnvolle Ergänzung wie Palutena und der Dorfbewohner aus Animal Crossing, „Punch Out!!“-Knabe Little Mac hat sogar das Zeug, Pikachu als meine ewige Nummer eins abzulösen. Keiner von ihnen ist nur eine dreiste Kopie eines bereits bestehenden Kämpfers; jeder greift auf sein eigenes Repertoire an Angriffen zurück und passt zur Gesamtauswahl.