Der gute, alte Zergling-Rush. Wie oft hat er mir übel mitgespielt, damals, zu den seligen Starcraft-Zeiten. Meine ersten Internet-Partien gegen die schleimigen Brüter sind so etwas wie mein persönliches Waterloo, der dunkle Fleck meiner Zocker-Laufbahn.

Natürlich, irgendwann wurde es besser, und meine tapferen Protoss schlugen die schwachbrüstigen Viecher mit einem Lächeln im Gesicht zurück. Dennoch spüre ich immer noch ein Ziehen in der Magengrube, wenn ich an die blamablen Vorstellungen von einst zurückdenke. Auf die ersten Partien mit den Zerg in Paris – auf der WWI waren sie erstmals spielbar – habe ich mich trotzdem gefreut.

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Natürlich stürze ich mich zunächst auf die Zerg – auch wenn Blizzard die beiden bereits vorgestellten Rassen ebenfalls einigen Anpassungen unterzogen hat. Die Veränderungen gegenüber dem veralteten Vorgänger sind sofort offensichtlich: Endlich kann ich alle meine Drohnen (Arbeiter) auswählen und mit einem Klick auf die Mineralien hetzen, wo sie sich sofort auf die einzelnen Kristalle verteilen.

StarCraft 2: Wings of Liberty - Endlich sind auch die Zerg spielbar: Wir haben die ersten Schlachten geschlagen.

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Die Zerglinge bilden das Rückgrat jeder Zerg-Armee.
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Starcraft 1 erforderte hier einiges mehr an Micro-Management: Für die optimale Abbaugeschwindigkeit musste ich jede Drohne auf ein einzelnes Feld schicken. Auch die Wegfindung funktioniert um einiges geschmeidiger, teilweise stehen Einheiten dafür allerdings noch „übereinander“. Auch die Grafik überzeugt mich sofort: Der Wiedererkennungswert ist unglaublich hoch, auf den ersten Blick sieht Starcraft 2 aus wie der Vorgänger mit einem Grafikpatch aus dem neuen Jahrtausend.

Die ersten Schritte mit den Zerg

Obwohl die Starcraft-Instinkte nach mehreren Jahren ohne Übung mächtig eingerostet sind, gelingt der Einstieg nahezu problemlos. Und zunächst bleibt tatsächlich alles beim Alten: Ich schicke meine Drohnen auf die Mineralien, wähle eine Larve (weiterhin Ursprung jeder Zerg-Einheit) an und lasse sie in eine Drohne mutieren.Während meine Brutstätte („Hatchery“, das Hauptquartier der Zerg) fleißig neue Arbeiter ausspuckt, errichte ich einen Spawning Pool.

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Mit Hilfe des Baneling Nests lassen sich Zerglinge in rollende Selbstmord-Raupen verwandeln.
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Schließlich wird es Zeit, die ersten Zerglinge auf die Reise über die Karte zu schicken. Der Spawning Pool fungiert wie alle Zerg-Gebäude, die Vorraussetzung für die Produktion eines neuen Truppentyps sind, auch als Upgrade-Stätte. Hintergrund: Im Gegensatz zu Terranern und Zerg wird nahezu jede Einheit einzeln aufgewertet, statt gleich ganze Truppenteile (Infanterie, Fahrzeuge, Flugeinheiten) zu verbessern.

Ich bin sicher: Auch das neue Starcraft wird ein absoluter Knaller!Ausblick lesen

Als die ersten Zerglinge wie gewohnt in Zweiergruppen aus den Larven schlüpfen, erwartet mich die erste Überraschung. Die Zerglinge lassen sich im Gegensatz zum Vorgänger per Upgrade in so genannte „Banelings“ verwandeln, die sich wohl am besten als rollende Selbstmord-Larven beschreiben lassen, welche bei Feindkontakt sofort explodieren und besonders gegen frühe Fußtruppen durchschlagenden Erfolg versprechen.

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Neu mit dabei: Der Roach leistet vor allem zu Beginn gute Dienste.
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Ebenfalls neu sind die „Roaches“, für die ich allerdings zunächst eine „Roach Den“ errichten muss. Die daraufhin produzierbaren Käfer regenerieren ihre Lebenspunkte ungewöhnlich schnell und halten dadurch bei Feindbeschuss deutlich länger durch als die schwachen Zerglinge. Optimal einsetzen lassen sich Roaches deswegen besonders beim „Harassen“, nadelstichartigen Angriffen zu Beginn des Spiel, die darauf ausgelegt sind, den Aufbau des Gegners zu schwächen - meist indem Arbeiter-Einheiten ausgeschaltet werden.

Gleich zu Beginn darf ich außerdem eine Königin schlüpfen lassen. Diese unterscheidet sich grundlegend von der Zerg-Königin in Starcraft 1 und verfügt über diverse Spezialfähigkeiten. So kann sie beispielsweise Verteidigungsstellungen errichten, Larven dahingehend mutieren lassen, dass sie sofort schlüpfen (die Kosten für die so produzierten Einheiten fallen aber trotzdem an) und sich außerdem durch eine Buddel-Fähigkeit zu jedem eigenen Zerg-Gebäude „teleportieren“. Einen gravierenden Nachteil hat ihre königliche Hoheit allerdings: Außerhalb der mit Creep überzogenen Flächen verfällt sie in ein unglaubliches Kriechtempo und ist somit leicht Beute für alle angreifenden Einheiten.

Veränderungen – nicht nur im Detail

Für alle fortgeschrittenen Einheiten benötigt ihr wie schon beim Vorgänger neben den Mineralien auch Vespin-Gas. Um an die wertvolle Ressource heranzukommen, errichte ich einen Extraktor, an dem sich nach Fertigstellung die Drohnen ihre Gas-Ration abholen können und zum Hauptquartier liefern.

Die Vorräte einer Gasquelle sind allerdings meist recht schnell erschöpft. Danach muss entweder eine neue Quelle erschlossen werden oder – und das ist neu – der Extraktor wird kurzerhand mit dem Upgrade „Tiefenförderung“ ausgerüstet. Der Ertrag sinkt dann zwar gegenüber einer „vollen“ Quelle (sechs Einheiten pro Drohnenfahrt), aber immerhin werden noch zwei Einheiten Gas pro Fahrt gesammelt.

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Feuer aus allen Rohren!
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Ein neues Upgrade hat auch der Overlord spendiert bekommen. Zwar dient er weiterhin dazu, die Bevölkerungspunkte der Zerg zu mehren und somit die Grundlage für die Produktion neuer Einheiten zu schaffen. Darüber hinaus könnt ihr den quälend langsamen Glubscher aber zum „Overseer“ aufrüsten. Overseer spüren getarnte bzw. unsichtbare Feinde auf, verlieren aber eine wichtige Fähigkeit der Overlords: Diese sind in Starcraft 2 in der Lage, einen Fleck Creep auszuwürgen, auf dem Zerg-Gebäude errichtet werden können. Somit ist Expansion auch ohne den Bau einer neuen Brutstätte möglich.

Truppen darf der Overlord hingegen nicht mehr transportieren, dazu nutzen die Zerg die neuen Nydus-Würmer. Diese Würmer graben sich durch den Untergrund, errichten einen Tunnel und kommen an der gewünschten Stelle wieder hervor. Dort errichten sie quasi ein Gebäude, das ab sofort als Ausgang für alle unterirdisch „eingelagerten“ Einheiten gilt. Eingelagert deswegen, weil einmal in einen Tunnel gekrabbelte Einheiten an beliebigen Ausgängen hervorgeholt werden dürfen.

Statt des aus Starcraft 1 bekannten Vergifters ist der Infestor mit an Bord. Dieser hinterlistige Geselle kann feindliche Gebäude verseuchen, aus denen dann mutierte Einheiten strömen. Darüber hinaus kann er gegnerische Einheiten verseuchen und diesen somit einen dicken Batzen ihrer Lebenspunkte rauben.

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Die Schwarmwächter im Einsatz.
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Auch in Sachen Lufteinheiten hat sich bei den Zerg einiges getan. Zwar könnt ihr weiterhin die bekannten Mutalisken bauen, sobald der erste Schwämmling (Spire) steht – die Muties dürfen nun jedoch weiter aufgerüstet werden. Per Upgrade bekommt ihr die Möglichkeit, sie in Swarm Guardians („Schwarmwächter“) aufzurüsten. Die Namensähnlichkeit zum Wächter aus dem ersten Teil ist dabei kein Zufall: Swarm Guardians attackieren Bodenziele aus großer Entfernung, sind Luftangriffen aber schutzlos ausgeliefert.

Für alle Freunde der „Gedankenkontrolle“ haben die Zerg außerdem noch ein ganz besonderes Schmankerl in Petto. Der Corruptor, ebenfalls eine Lufteinheit, lässt feindliche Einheiten durch permanenten Beschuss zu euch überlaufen. So lange die Wirkung anhält, richtet sich der Gegner gegen seine Verbündeten.