Zeratul. Raynor. Mar Sara. Nie gehört? Wohl kaum, schließlich gehören die Geschichten im Starcraft-Universum mittlerweile ebenso zur Spielgeschichte wie Kane zum Tiberium oder die Zigarre zum Duke. Blizzards höchst erfolgreicher Strategieklassiker erfreut sich selbst heute noch großer Beliebtheit und geht vor allem in Korea völlig durch die Decke: E-Sport-Veranstaltungen werden dort live im Fernsehen übertragen, Spitzenspieler wie Superstars gefeiert.

Auf der World Wide Invitational in Korea ließ man vor kurzem die Katze aus dem Sack - Starcraft 2 kommt. Wenig überraschend und doch von jedem herbeigesehnt. Seither herrscht weitestgehend Funkstille - bis jetzt. Auf der Blizzcon 2007 bot sich die Möglichkeit, die Fortsetzung erstmals ausgiebig anzuspielen. Während die WWI lediglich einen Ausblick auf die Fraktion der Protoss gab, konnten wir bereits die ersten Feldzüge mit den Terranern unternehmen.

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Was man nach der Protoss-Präsentation auf der World Wide Invitational bereits erahnen konnte, bestätigt sich schon nach wenigen Spielminuten mit der zweiten Starcraft-Fraktion, den Terranern. Viele Einheiten und Gebäude werden auch in der Fortsetzung zum Einsatz kommen und nur geringfügig oder gar nicht verändert. Natürlich sind die beliebten Space Marines wieder dabei. Auch die Belagerungspanzer oder Schlachtkreuzer feiern ihr Comeback.

StarCraft 2: Wings of Liberty - Erstmals spielbar auf der Blizzcon: Wir schicken die Terraner in die Schlacht.

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Schwere Geschütze: Diese Ungetüme tragen nicht umsonst den Namen des Donnergottes Thor.
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Viele Spielerlieblinge mussten jedoch weichen: Die brandgefährlichen Firebats werden Starcraft-Veteranen vergebens suchen, ebenso die feuerstarken Goliath-Walker. Dafür liefert Blizzard eine ganze Palette an Neuzugängen ab. Etwa acht bis zehn frischer Einheiten möchte man jeder Fraktion spendieren. Die Philosophie der Entwickler lautet dabei: "Für jede coole Einheit, die wir einbauen, fliegt eine der alten raus", so Lead Designer Dustin Browder.

So darf man sich unter Anderem über den Einstand der Reaper freuen. Diese flinken Jungs überwinden Abgründe per Sprungattacke und sind so hervorragend für einen Hinterhalt geeignet. Besonders ausgefuchste Taktiken erlauben die Vikings: Im normalen Modus erinnern sie an die Valkyre-Jagdflieger aus dem Vorgänger. Ist die Luftabwehr des Kontrahenten jedoch zu groß, kann der Viking in den Walker-Modus wechseln: Dann landen die schnittigen Jäger geschmeidig animiert auf dem Boden und mischen die gegnerische Armee von unten auf.

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Ein Äquivalent für das Mutterschiff, eine Art Supereinheit der Protoss, haben die Terraner übrigens nicht. "Wir wollen, dass sich jede Rasse so unterschiedlich wie nur irgend möglich spielt", gibt Browder zu verstehen. Über zu wenig Feuerkraft brauchen sich die Menschen jedoch nicht beklagen - schließlich haben sie mit dem mächtigen Thor ein wandelndes Abrisskommando in Petto. Der gewaltige Mech ist derart überdimensioniert, dass er sogar außerhalb der Fabrik gebaut werden muss.

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Die Viking-Jäger wechseln auf Befehl in den Mech-Modus.
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Aus taktischer Sicht bieten die Terraner jedoch noch weit mehr strategische Möglichkeiten. So kann man an sämtliche Produktionsgebäude einen Reaktor bauen und erhält dadurch eine zweite Bauschleife - perfekt, um möglichst schnell eine massive Armee auf die Beine zu stellen. Auch die Kommandozentrale hat es dieses Mal in sich. Hebt das Hauptgebäude von seinem angestammten Platz ab, kann es trotzdem Einheiten im Flug generieren oder wird per Geschützturm-Upgrade besonders wehrhaft.

Nostalgie in jedem Byte

Der Anspruch der Entwickler, die Stärken des legendären Vorgängers aufzugreifen und das gewisse Starcraft-Feeling neu aufleben zu lassen, spürt man an allen Ecken und Enden: Die Steuerung wirkt seltsam vertraut, selbst die Shortcuts kennen Veteranen. Einheiten-Upgrades, Bauschleifen, Rohstoffabbau, Minimap - alles befindet sich an seinem Platz. Wer einmal Hand an Starcraft 1 gelegt hat, fühlt sich auch mit Teil zwei sofort wohl. Kritiker bemängeln jedoch nicht zu Unrecht den Mangel an innovativen Ideen - Neuerungen an den grundlegenden Spielmechaniken gibt es keine.

Dafür spendieren Browder und seine Mannen der Fortsetzung massig Detail-Verbesserungen und erhöhen den Spielkomfort: So kann man jetzt mehrere Gebäude gleichzeitig anwählen oder per Menüpunkt den gesamten Techtree der jeweiligen Fraktion einblenden. Im Strategiegenre mittlerweile zwar Standard, in der Starcraft-Reihe jedoch völlig neu: Untätige Arbeiter werden nun per Symbol sofort kenntlich gemacht. Besonders cool: Die Silos der Terraner, die früher gerne den Weg in die eigene Basis versperrt haben, lassen sich jetzt in den Boden absenken und sind so für eigene Einheiten jederzeit passierbar.

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Battlecruiser können jetzt einen ganzen Raketenteppich auf Gegner niederregnen lassen.
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Wer übrigens glaubt, das grafische Gerüst könne mit aktuellen Titeln nicht mithalten, irrt. Mit stimmigen Effekten, krachenden Sounds und liebevollen Details erzeugen die Entwickler ordentlich Atmosphäre. Der gekonnte Mix aus technoidem Sci-Fi-Setting und buntem Comic-Look wirkt vor allem bei den Protoss: Blau schimmernde Energieströme durchziehen die Gebäude, der Zwielicht-Archon wird von mystisch-glühenden Plasmawolken umhüllt, überall blitzt und blinkt etwas - sehr schick.

Nicht nur für Singles

Richtig beeindruckt hat uns das neue Konzept der Singleplayer-Kampagne. Die konnte man zwar nicht anspielen, feierte jedoch bei einer Live-Präsentation mit Rob Pardo ihre Premiere. Entgegen unserer Erwartungen wird die Geschichte nicht in Ingame-Cutscenes fortgeführt, sondern in einer eigens erstellten 3D-Umgebung. Dort steuert ihr den jeweiligen Kampagnen-Hauptcharakter wie in einem Adventure durch relativ frei begehbare Räumlichkeiten wie die Kantine oder das Maschinendock.

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Nukleares Feuer: Der Ghost visiert sein Ziel an.
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Als Ausgangspunkt dient in der Terraner-Kampagne die Hyperion, ein riesiger Battlecruiser unter dem Kommando von Starcraft-Urgestein Jim Raynor. In den Räumen der Hyperion könnt ihr dann auf verschiedenste Objekte zugreifen. Im Briefing Room gibt euch eine interaktive Karte Überblick über sämtliche Missionen, die zum Teil frei wählbar sind und nicht immer nacheinander absolviert werden müssen. Ein Einheiten-Terminal erlaubt euch zum Beispiel, bestimmte Units für den nächsten Einsatz zu kaufen. So startet ihr bereits mit einem respektablen Trupp in den Kampf.

Darüber hinaus kann man sich jederzeit mit verschiedenen Charakteren auf der Hyperion unterhalten - so trefft ihr z.B. Tychus, den Space Marine aus dem Cinematic-Trailer oder Ober-Protoss Zeratul. Per Multiple-Choice-Fragen könnt ihr so mehr über die Hauptstory, Charaktere oder Missionen erfahren und werdet noch tiefer in die Welt von Starcraft gesogen. Neben der Haupthandlung wird es übrigens noch viele verschiedene Nebenstorys geben, die man aber nicht zwingend erfüllen muss.