Knapp zwei Monate ist das RTS des Jahres nun auf dem Markt. Veredelt durch einige Patches, geadelt durch durschnittlich rund 1,5 Millionen aktive Spieler - allein in Europa. Die testen ihre Skills bei Weitem nicht nur in den beliebten Ligaspielen. Ein Großteil der Action findet auf sogenannten Custom-Maps statt - Karten, die von Spielern für Spieler entwickelt, programmiert und stetig erweitert werden. Damit ihr nicht den Überblick verliert, haben wir unsere Favoriten zusammengetragen.

StarCraft 2: Wings of Liberty - Midnight Opening - Die Tore öffnen sich38 weitere Videos

Dotas Erben

Banelings Arena

Autor: colors, published by Diaclo
Kategorie: Arena
Modi: King of the Hill, Deathmatch, Elimination

StarCraft 2: Wings of Liberty - Mod-Report: Die coolsten Maps und Minigames

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Ungewöhnlich: Banelings Arena spielt sich wie ein Third-Person-Shooter.
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„Banelings Arena“ spielt sich wie viele der unkomplizierten Deathmatch-Geballer, die man aus „WC3“-Zeiten kennt, allerdings im Stil eines 3rd Person-Shooters. Statt Raketen oder Patronen verschießt ihr hier die zerstörerischen Banelings, um mit ein paar gezielten Treffern den Gegner zu erledigen. Gespielt werden kann gegen bis zu drei menschliche Spieler oder allein gegen Bots. Die kleine Arena bietet nicht viel Raum zum Ausweichen, Action ist also garantiert. Cool sind die Upgrades wie Mienen, Schilde oder Superwaffen, nicht so cool die relativ hakelige Steuerung. Für den kurzen Adrenalinschub zwischendurch aber gut geeignet.

Wertung: Gut

THE Card Game

Autor: Clord
Kategorie: Kartenspiel
Modi: 1v1, 3v3

Fans des legendären Kartenspiels “Magic the Gathering“ werden diese Map lieben: Der findige Coder Clord hat mit viel Mühe ein Variante des Klassikers erschaffen und diesen auf das Starcraft-Gameplay übertragen. Im Spiel dürft ihr aus einem Pool von fünf Karten wählen, die für Einheiten, Upgrades und Verteidigungsgebäude stehen. Verfügt ihr über die erforderliche Menge Vespin Gas, schickt euer Hauptgebäude den gewählten Einheitentyp los – der des Gegners Basis attackiert.

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Sieht aus wie Magic, spielt sich aber sehr viel actionreicher.
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Gewonnen hat, wer das Hauptgebäude des jeweils anderen als erster zerlegt. Ganz einfach. Interessant ist die taktische Tiefe, die innerhalb eines solchen Matches liegt, denn nur wer die richtigen Karten zur optimalen Zeit ausspielt, hat Chancen auf den Sieg. Gespielt wird in zwei Modi, 1v1 und 3v3, wobei letzterer deutlich spaßiger ist. Wir empfehlen übrigens die aktuelle Version 2.31 – die Karten sind hier sehr schick designt.

Wertung: Sehr gut

Storm of the Imperial Sanctum

Autor: Vjeux
Kategorie: Aeon of Strife
Modi: 5v5

Da Icefrog, der derzeitige Entwickler des Ur-Dota, einen neuen Titel mit Valve entwickelt und nebenher weiterhin für die berühmte „Warcraft 3“-Map codet, müssen sich andere darum kümmern, das Dota-Erbe in „Starcraft 2“ fortzuführen. Von allen bisher veröffentlichten Dota-Klonen ist „Storm of the Imperial Sanctum“ (kurz: Sotis) die ausgereifteste und beste Variante. Gespielt wird auf einer Karte, die dem „WC3“-Vorbild nahezu 1:1 nachempfunden ist, Item-Shops (inklusive mehrstufiger Rezepte) funktionieren hier auch, sogar eine Roshan-Variante gibt es.

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Beinahe perfekter Dota-Klon: Sotis macht schon jetzt verdammt viel Spaß.
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Die aktuelle „Sotis“-Version bietet 20 Helden, die zwar hier und da an bekannte „Dota“-Vorbilder erinnern, aber ansonsten viel eigenen Charakter mitbringen und kreativ gestaltet sind. Die Schlachten spielen sich schnell, sind schon jetzt angenehm bugfrei und strotzen vor taktischer Tiefe.

Leider gibt es noch einige Schwachstellen: Die Steuerung funktioniert aufgrund fehlender UI-Komfortfunktionen zum Teil noch mangelhaft, vor allem das „Pathing“ (also die Wegfindung der Einheiten) ist noch suboptimal und kostete uns in der Hitze des Gefechts häufiger das Leben. Besonders ärgerlich ist momentan aber ein Problem, welches „Dota“ ebenfalls erst sehr spät und nur durch Hilfe von externen Bots gelöst bekam: Lags und Leaver.

Während erstere meist durch russische Spieler ausgelöst werden und mit einem Kick behoben werden können, ist Problem zwei eine echte Plage. Hier muss dringend eine Leaver-Protection her – sonst hat „Sotis“ auf lange Sicht keine Zukunft.

Wertung: Sehr gut

Tower Defense und Income Wars

Circle TD

Autor: Jona
Kategorie: Tower Defense
Modi: 4 Spieler

Die Circle TD kennen Veteranen bereits aus Starcraft 1 und Warcraft 3. Sämtliche Mobs laufen hier in einem großen Kreis um die Bauareale der Spieler herum. Daraus entwickelt sich ein cleverer taktischer Kniff: Wer seine Mobs durchlässt, erschwert entsprechend den Kollegen das Leben, da die dann ihre eigenen Gegnerwellen und die der Kameraden erledigen müssen. Andererseits bekommt man für die zusätzlichen Feindeshorden natürlich auch entsprechend mehr Gold und darf somit stärkere Türme bauen.

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Klassischer geht's kaum: Circle TD liefert euch die Feindeshorden am Schnürchen.
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„Circle TD“ gibt in verschiedenen Varianten: Die„Blue-“, „Red-“ oder „Green Circle“-Tower Defense-Maps unterscheiden sich aber lediglich durch die Farbgebung der Umgebung. Der Schwierigkeitsgrad wird zu Beginn von den Spielern gewählt, sollte aber definitiv behutsam reguliert werden – schon die mittlere Stufe fordert eine geschickte Build Order (Baureihenfolge). Leider fehlt es der „Circle TD“ an zündenden Ideen was Mobs, Türme oder Fähigkeiten angeht – da bieten einige Konkurrenten weit mehr Inhalt.

Wertung: Gut

Retribution TD

Autor: Ghostwalker
Kategorie: Tower Defense
Modi: 4vs4

Ein ganz anderes Tower-Defense-Kaliber ist die Retribution TD. Wem normale TD-Maps mit ihren teils vertrackten Baureihenfolgen schon zu komplex sind, wird hier vor Grausen die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Zunächst einmal: Gespielt wird im Koop. Entflohene Mobs landen also direkt bei den Mitspielern. Zudem wird hier ge-mazed – sprich: statt an festgelegten Orten zu bauen, müssen die Türme so errichtet werden, dass die Gegnerhorden hindurchgeleitet werden – eindeutig nur für Fortgeschritte.

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Überkomplex: Retribution TD ist absolut nichts für Einsteiger.
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Um den Schwierigkeitsgrad weiter zu erhöhen, drohen Neulingen und Nachzüglern empfindliche Strafen, die sich dank Koop-Komponente auch noch auf das gesamte Team ausweiten. Kommen nämlich Mobs durch die Turmreihe, füllt sich der so genannte Retribution-Meter. Ist der voll, zerlegt eine Atombombe den Großteil der teuren Türme. Für den schnellen Spaß zwischendurch ist Retribution TD daher deutlich zu komplex, wer sich jedoch einarbeitet, freut sich über spannende Matches.

Beispiellos ist die Menge an verschiedenen Türmen, die sich in mehrere Unterkategorien (Splash, Gift, Slow) unterteilen samt Upgrades. Jedoch erhöht sich hierdurch abermals der Komplexitätsfaktor der Baureihenfolgen. Wirklich, leicht macht es einem die Retribution TD nicht.

Wertung: Gut

Lunar Special Forces

Autor: Tlactar
Kategorie: RPG/Special Forces
Modi: 6 Spieler vs. KI

Lunar Special Forces ist mittlerweile schon ein Klassiker, den Vorgänger gab’s nämlich bereits für das erste „Starcraft“. Gespielt wird im Team, wobei alle Spieler maximal einen bis zwei Helden steuern. Die sind so Kampfstark, dass sie es mit den heranstürmenden Zerg locker aufnehmen. Erst auf den oberen der frei wählbaren Schwierigkeitsgrade ist Zusammenarbeit wirklich Pflicht.

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Übermächtig: Eure Helden nehmen es locker mit mehren Zergverbänden auf.
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Für Abschüsse gibt es Gold, für das man Upgrades kauft oder Hilfstruppen anheuert. Auf dem untersten Schwierigkeitsgrad ist das muntere Dauergeballer ein Witz, auf dem höchsten die absolute Hölle. Trotzdem ist der Spaß eher von kurzer Dauer, wer’s einmal bis zum Finale geschafft hat, verspürt wenig Motivation für weitere Durchläufe. Munteres Geballer für Zwischendurch - mehr auch nicht.

Wertung: Befriedigend

Income Wars

Autor: bone
Kategorie: Income Wars
Modi: 3vs3

Noch ein Klassiker, den Veteranen wahrscheinlich gut kennen dürften. Das Prinzip erinnert stark an „The Card Game“. Sprich: Aufgeteilt in zwei Teams, senden die Spieler zahllose Einheiten von ihrer Basis zu der des Feindes. Anders als beim „Card Game“ kosten diese Truppen jedoch nicht nur Mineralien, sie belohnen euch auch mit einem gewissen Einkommenssatz. Alle 30 Sekunden wird dann abgerechnet und der erwirtschaftete Profit auf euren Kontostand aufgeschlagen.

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Income Wars weckt den Spekulanten in dir.
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Der Clou besteht hier also aus einer taktisch cleveren Wahl des Truppenkaufs: Spamt man lieber billige Einheiten, für die es jedoch kaum Einkommen gibt? Oder setzt man von Beginn an auf wenige und umso teurere Truppen, die dafür mächtig Asche auf die Bank bringen? Obendrein gilt das Schere-Stein-Papier-System - wer im richtigen Moment, die perfekten Kontereinheiten baut, liegt klar im Vorteil. Das Resultat sind zum Teil extrem spannende Matches, in deren Verlauf die Frontlinie immer wieder hin und her verschoben wird.

Wertung: Sehr gut