Endlich! Der Ausruf dürfte dem ein oder anderen Spieler der StarCraft-II-Reihe entfahren sein, als auf der BlizzCon 2014 Dustin Browder auf die Bühne ging und nicht über Heroes of the Storm sprach. Denn schon oft ging das Gerücht wie ein Gespenst durch die Fangemeinde, dass der dritte und letzte Teil der StarCraft-II-Serie noch lange auf sich warten lassen würde, da Blizzard sein MOBA vorschieben wolle. Dem ist anscheinend nicht so, denn nun wissen wir: Legacy of the Void kommt und es bringt eine Menge StarCraft mit.

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Eigentlich sollte Legacy of the Void, die Protoss-Erweiterung zu StarCraft II, laut eines geleakten Blizzard-internen Releaseplans bereits im ersten Quartal 2013 erscheinen. Nachdem zu diesem Zeitpunkt aber erst Teil 2, also Heart of the Swarm, das Licht der Bildschirme erblickte, war schnell klar, dass sich die Reihe noch etwas hinziehen wird. Nun ist es soweit und der dritte Teil beginnt seinen Weg und die epische Geschichte um Terraner, Zerg und Protoss findet ihren Abschluss. Und natürlich bleibt auch der Mehrspieler nicht verschont, welcher ja den Grundstein für Blizzards bisher erfolgreichsten E-Sports-Titel legt.

Aus Erweiterung wird ein Vollspiel

Dabei gibt es gleich zu Beginn eine echte Überraschung, denn im Gegensatz zu Heart of the Swarm wird Legacy of the Void keine Erweiterung zu StarCraft II sein, sondern als eigenständiges Spiel verkauft. Ihr benötigt also weder Wings of Liberty noch das Zerg-Addon, um euch mit den Protoss in den letzten Akt zu werfen.

StarCraft 2: Legacy of the Void - Mehr StarCraft! Mehr aber auch nicht?

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Artanis, hier links im Bild, ist quasi die Kerrigan von Legacy of the Swarm und unser Hauptcharakter.
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Natürlich solltet ihr, gerade wenn euch die Handlung interessiert, die beiden anderen Teile gespielt haben, da ihr sonst vermutlich eher schwer Zugang findet. Aber für Spieler, die zum Beispiel eher auf den Mehrspielerteil aus sind, ist das eine gute Gelegenheit, in StarCraft II einzusteigen, denn ihr werdet mit Legacy of the Void einen güstigen Einstieg finden. Und auch allen Schwarzmalern, die schon die Foren befallen haben, um zu erzählen, dass Teil 3 ja jetzt viel teurer wird, sei gesagt: Heart of the Swarm hat auch schon den Preis eines normalen Spiels gekostet, nur das man eben das Hauptspiel besitzen musste.

Artanis gegen Amon - die Kampagne

Zur Kampagne ist eigentlich nicht viel zu sagen. Die Protoss befinden sich in einer Krise, die sich wohl im Laufe der Geschichte zu einer alles umfassenden Katastrophe ausweitet, die den Fortbestand des gesamten Universums gefährdet. Also verknüpfen sich vermutlich alle Handlungsstränge; alle großen Figuren werden noch den ein oder anderen Auftritt erhalten und es wird zum großen Finale kommen. Ob es an dessen Ende noch eine Rasse der Protoss geben wird, ist aktuell ein heiß diskutiertes Thema. Anstoß des Ganzen ist Amon, besser bekannt als der Gefallene, ein Xel’naga mit äußerst bösen Absichten.

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Die Einzelspielerkampagne wird den Schlussakt der StarCraft-II-Reihe bilden und sicher mit mehr als nur einer dramatischen Szene daherkommen.
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Auf der BlizzCon hatte ich die Chance, eine der Missionen der Kampagne anzuspielen und was soll ich sagen, es spielte sich wie StarCraft II. In der Mission war die Aufgabe nicht eine Basis zu bauen, sondern eine Raumstation vor dem Absturz auf die Oberfläche eines Planeten zu retten. Ich schnappte mir also meine Truppe, zog los und erledigte den Auftrag relativ unspektakulär. Aber eine solch kurze Mission hat natürlich keine Aussagekraft für die gesamte Kampagne.

Legacy of the Void scheint sich bisher mit Neuerungen und Änderungen zurückzuhalten. Doch was Blizzard den StarCraft-Fans kredenzt, wird sicherlich wieder sehr kompetente RTS-Kost ohne große Macken sein.Ausblick lesen

Wichtig ist hier im Einzelspieler: Euer neuer Held ist Heirarch Artanis, welcher mit der Protoss-Arche “Speer des Adun” sein Volk wiedervereinen, den Untergang abwenden und Amon besiegen muss. Dabei ist schon klar, dass man sowohl Artanis als auch die Arche aufwerten kann, ob das aber im gleichen Umfang wie mit Kerrigan in Heart of the Swarm passieren wird, wurde bisher noch nicht erwähnt.

Schneller, offensiver, MOBA-ähnlicher: der Mehrspielerteil

Wie schon gesagt: der Mehrspieler-Teil von StarCraft II war schon von Beginn an eines der Erfolgsrezepte des Spiels. Nicht nur in Korea, auch in unseren Breiten steigen viele Spieler in den virtuellen Ring, messen sich in Laddern und Turnieren und träumen von den ganz großen Geschichten, wie zum Beispiel der WCS. Und so sollte natürlich auch im dritten Teil einiges, was das Mehrspieler-Herz begehrt, enthalten sein.

Doch hier wird man bisher eher enttäuscht als begeistert, denn das, was Blizzard bisher an Änderungen angekündigt hat, fällt eher in die Kategorie Feintuninig als innovative Weiterentwicklung. Ein paar neue Einheiten pro Fraktion (der Zerg-Lurker ist zurück!) und ein paar Änderungen an bestehenden Einheiten, mehr gibt es bisher nicht. Klar, das kann und wird vermutlich noch etwas ausgebaut, wir befinden und ja noch in der tiefsten Alpha, aber trotzdem hätte ich hier mehr erwartet.

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Der Mehrspielermodus soll schneller, offensiver und vermutlich geeigneter für MOBA-Fans werden.
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Bei diesen kleinen Änderungen an den Einheiten sind einige dabei, die auf eine neue Ausrichtung des Mehrspieler-Teils hindeuten. Genauso wie die Änderung, dass Kristall- und Vespin-Gas-Vorkommen nun 33 Prozent weniger Rohstoffe beinhalten. Worauf zielt das ab? Auf Geschwindigkeit. Denn wie Blizzard selbst offen zugibt, möchte man die Spieler in Legacy of the Void zu einem offensiveren und vor allem schnelleren Multiplayer-Spiel anhalten. Durch die mangelnden Ressourcen wird der Spieler dazu getrieben, schneller zu expandieren. Auch viele der Änderungen an den Einheiten unterstützen diesen Trend.

Warum das Ganze? Die Antwort könnte League of Legends oder DOTA2 heißen. Denn im Vergleich zu den sehr beliebten MOBAs ist StarCraft schon eher ein langsames Spiel. Und genau diese jungen, dynamischen Titel haben StarCraft schon lange den Rang als erfolgreiches E-Sports-Spiel abgelaufen. Blizzard zieht also die Geschwindigkeit an und macht das Spiel damit für die Sehgewohnheiten der aktuellen E-Sports-Zielgruppe fit. Da bleibt es nur zu hoffen, dass sie dabei nicht übertreiben und das Ganze auf Kosten der Taktik geht.

Neue Spielmodi

Zusätzlich hat Blizzard dem Multiplayer auch noch zwei vollkommen neue Spielmodi spendiert. Denn neben der Möglichkeit, gegen Freunde zu spielen, gegen zufällige Gegner anzutreten, in der Ladder teilzunehmen oder Turniere zu spielen, gibt es nun noch automatisierte Turniere und den Archon-Modus.

Automatisierte Turniere finden täglich statt und haben, soweit bisher angekündigt, keine Preisgelder. Dafür wird man sich hier für weitere Turniere qualifizieren können und das Ganze ist darauf ausgelegt, mehr Spielern die Möglichkeit zu geben, an StarCraft-II-Turnieren teilzunehmen. Bei Einsteigern und eher zurückhaltenden Spielern soll dadurch auch die Hemmschwelle gesenkt werden, überhaupt mal ein Turnier ins Auge zu fassen. Klingt jetzt erstmal nicht schlecht.

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Mit dem Archon-Modus implementiert Blizzard einen Coop-Modus, der aber eher anstrengend als spaßbringend klingt.
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Der Archon-Modus hingegen wirkt in meinen Augen eher seltsam. Dabei handelt es sich um einen Coop-Modus, in welchem ihr mit einem Freund zusammen eine Basis spielt, also die gleichen Gebäude, Einheiten und so weiter. Blizzards Hintergedanke, so Dustin Browder, sei es, den Spielern die Chance zu geben, sich wie ein Profi zu fühlen und an allen Ecken und Enden der Karte gleichzeitig unterwegs zu sein. In meinen Ohren klingt das eher nach unproduktivem Chaos oder nach einer Orgie des gegenseitigen Absprechens, welche dann aber das System wieder ad absurdum führt.

Klar, auch der Archon-Modus kann sicher Spaß machen und vermutlich wird er auch von einigen Leuten genutzt werden. Aber ob es sich dabei wirklich um eine sinnvolle Verbesserung des Spiels handelt, bleibt für mich fraglich.