Über zwei, knapp drei Jahre sind nicht wenig für etwas mit der Bezeichnung Add-on. So viel Zeit ist vergangen, seit wir in Wings of Liberty an der Seite von Jim Raynor und seinen Rebellen einen Angriff auf die Zergwelt Char unternommen haben, um Sarah Kerrigan zu befreien. Einst ein Ghost der Terranischen Liga, wurde sie von den Zerg zur Königin der Klingen mutiert.

StarCraft 2: Heart of the Swarm - Blizzcon 2011 Preview Trailer9 weitere Videos

Wie üblich hat uns Blizzard in der Zeit die Informationen zu Heart of the Swarm nicht gerade aufgedrängt. Hier ein Trailer, dort eine Beta, wie das immer ist. In dieser Beta konnte jedoch nur der Multiplayer-Modus angespielt werden. Über die Handlung war nur bekannt, dass Kerrigan im Fokus stehen und dass man die Zerg spielen wird.

Eine lange Zeit, in der die Erwartungen brodelten.

Alte Liebe rostet nicht

Die Geschichte von Heart of the Swarm beginnt direkt nach der epischen Schlacht auf Char. Raynor und seine Verbündeten sind mit Kerrigan auf einen kleinen Forschungsplaneten geflohen und untersuchen, ob Kerrigan wirklich wieder Mensch ist oder noch ein Teil der Zerg.

In gewohnt großartig animierten Zwischensequenzen wird die Geschichte um die Liebe zwischen Sarah und Jim durch alle Schwierigkeiten und Konflikte, Sarahs Hass auf den Anführer der terranischen Liga, Arcturus Mengsk, und ihr Kampf mit der Dunkelheit in ihrem Inneren, in Bilder gebannt. Auf euren Reisen begegnet ihr vielen alten Bekannten, neuen Gesichtern und insbesondere beim Dunklen Templer Zeratul fragt man sich, welchen Plan er verfolgt.

StarCraft 2: Heart of the Swarm - Sieh mir in die Augen, Zergling!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 78/841/84
Um sich an ihren Feinden zu rächen, ist Kerrigan fast jedes Mittel recht.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Für Freunde des Details hat Blizzard sogar eine kleine Überraschung eingebaut. Je nachdem, ob ihr euch bei eurem ersten Wings-of-Liberty-Durchgang für Phantome oder Ghosts entschieden habt, verändert sich das Gespräch zwischen Jim und Nova zu Beginn von Heart of the Swarm und auch die darauffolgende Nachrichtensendung.

Vielleicht verbirgt sich für die Zukunft dahinter ein neuer Mechanismus, der euren Entscheidungen in der Kampagne eine neue Tiefe verleiht. Die Geschichte um die Zerg knüpft nahtlos an die Geschehnisse aus Wings of Liberty an und enthält neben einigen kleinen Überraschungen vor allem etwas zum Schüren der Vorfreude auf das große Finale, das unter dem Namen „Legacy of the Void“ bereits angekündigt ist.

Neue Einheiten

Um für den Kampf gerüstet zu sein, haben die Zerg einige neue Einheiten, die sie ins Feld schicken. Neben Unterstützungseinheiten wie der Schwarmkönigin wurde auch die Palette der Belagerungswaffen durch den Schwarmwirt erheblich verbessert. Die Evolutionsstufen verfeinern die schon bekannten Einheiten und geben euch neue Mechaniken in die Hand.

StarCraft 2: Heart of the Swarm - Sieh mir in die Augen, Zergling!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 78/841/84
Mit den neuen Einheiten geht es im Kampf richtig zur Sache.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

In den ersten beiden Schwierigkeitsgraden ist es fast unerheblich, welche Einheiten ihr erschafft. Richtiger Anspruch erwartet euch in den höheren Schwierigkeitsgraden. Hier reagiert die KI flexibler und benutzt ihrerseits die Spezialfähigkeiten eigener Einheiten, um euren Vormarsch zu stoppen. Die Durchmischung der Einheiten ist ausgesprochen wichtig, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein.

Das lange Warten hat sich gelohnt. Heart of the Swarm ist eine klasse Erweiterung für das Starcraft-Universum.Fazit lesen

Schade finde ich, dass es nach wie vor für Einheiten keine „Lockere-Formation“-Option oder ähnliches gibt. Sicherlich sind Zerg ein Schwarmbewusstsein und stechen besonders durch ihre Masse hervor. Aber Terraner und Protoss sollten um die Vor- und Nachteile einer solch starren Taktik wissen und sich nicht genauso verhalten. Dadurch sind Einheiten, die Gebietsschaden verursachen, teilweise sehr mächtig.

Eine Heldin, sie zu führen

Leider wirkt sich auch die Oberfläche des Schlachtfeldes kaum auf die Kämpfe aus. Jemand, der durch einen Sumpf marschiert, sollte langsamer vorankommen. Ebenso wie Einheiten, die sich am Erstürmen eines Hanges versuchen. Schon durch diese Mittel könnte man den Spielern taktisch sehr viel mehr Möglichkeiten in die Hand geben. Und vielleicht werden diese taktischen Fragen größere Auswirkungen auf die Entwicklung von Gefechten erzielen als die Frage, wer mehr Tasten pro Minute anschlägt.

StarCraft 2: Heart of the Swarm - Sieh mir in die Augen, Zergling!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 78/841/84
Mit ihren psionischen Blitzen teilt Kerrigan ganz schön aus.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Neu ist auch die Rolle Sarah Kerrigans als Heldeneinheit. Heldeneinheiten sind so, wie man sie aus verschiedenen anderen Spielen kennt, etwa aus Warcraft: eine einzigartige Einheit, die über besondere Fähigkeiten verfügt und im Laufe der Missionen immer stärker wird. Alle zehn Level könnt ihr für Kerrigan eine von zwei (später drei) Fähigkeiten auswählen. Diese können im Laufe der Kampagne beliebig geändert werden. Die meisten ihrer Fähigkeiten geben ihr entweder einen passiven Bonus oder verbessern eure Armee.

Kerrigans Fähigkeiten sind so gestaltet, dass sie den meisten normalen Einheiten überlegen ist. Gegen größere Einheitenverbände wird sie es trotzdem schwer haben. Zumindest am Anfang. Im weiteren Spielverlauf ist es - mit der richtigen Wahl der Fähigkeiten - im normalen Schwierigkeitsgrad auch gut möglich, große Teile der feindlichen Armeen im Alleingang auszulöschen.

Das Leveln ist leider von so nebensächlicher Art, dass man es kaum bemerkt. Ohne die Soundeffekte, das Aufblitzen und den regelmäßigen Erfolg hätte ich es kaum bemerkt. Bei jedem Levelanstieg werden automatisch Lebenspunkte und Schaden erhöht. Die einzige Wahl bei der Entwicklung des Helden hat man über die Fähigkeiten, die man vor jeder Mission auswählt.

StarCraft 2: Heart of the Swarm - Sieh mir in die Augen, Zergling!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 78/841/84
Aus dem Inneren des Leviathan trefft ihr alle Entscheidungen für den Schwarm.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Alles etwas organischer

Wo die Hyperion in Wings of Liberty Ausgangspunkt für jede Mission war, ist es in Heart of the Swarm eine riesige Kreatur namens Leviathan. Die Inneneinrichtung ist etwas abgespeckt worden: Labor und Waffenkammer sind in der Evolutionsgrube zusammengefasst, die Bar wurde vermutlich aufgrund mangelnder Kunden entfernt, und ihr findet euch standardmäßig auf der Kommandobrücke im Rachen des Leviathan wieder. Darüber hinaus steht für Sarah noch eine persönliche Kammer zur Verfügung, hier können ihre Fähigkeiten ausgewählt und verbessert werden.

In der Evolutionsgrube lassen sich eure Einheiten verbessern. Und wie Jim Raynor auf der Hyperion begegnet ihr an Bord des Leviathan unterschiedlichen Charakteren, die verschiedene Aufgaben an Bord übernehmen und mit denen ihr euch unterhaltet. Die Dialoge sind abwechslungsreich gestaltet, immer gut für den einen oder anderen Schmunzler.

Wie es sich für diese anpassungsfähige Rasse gehört, können die Aufwertungen für jede Einheit, inklusive Kerrigan, vor den einzelnen Missionen frei gewählt werden. Zusätzlich werden nach bestimmten Missionen sogenannte Evolutionsmissionen freigeschaltet. Hier wählt ihr für bestimmte Einheiten von zwei Möglichkeiten eine aus. In den Evolutionsmissionen könnt ihr beide ausprobieren und euch im Anschluss für eine davon entscheiden.

Das Herz des Schwarms

Hier ist eure Wahl jedoch bindend und die andere Fähigkeit bleibt euch für den Rest der Kampagne verwehrt. Die Möglichkeit, einige Boni eurer Einheiten vor jeder Mission neu festzulegen, erweitert das Spiel um eine ganze Ecke weiterer Möglichkeiten, insbesondere in Kombination mit den dauerhaften Mutationen.

Sollen eure Zerglinge zusätzlich zur Fähigkeit, über Klippen zu springen, noch schneller laufen oder doch lieber durch mehr Lebenspunkte widerstandsfähiger sein, wenn sie in Überraschungsangriffen über die Feinde des Schwarms herfallen? Diese Missionen geben euch das Gefühl, den Schwarm effektiv weiterzuentwickeln; die neuen Fähigkeiten sehen nicht einfach nur schön aus, sie beeinflussen auch erheblich eure Optionen, um Missionsziele zu erfüllen.

Die Missionen schicken euch insgesamt auf weniger Planeten. Dafür müsst ihr aber auf jedem mehrmals aktiv werden, um ihn für den Schwarm zu erobern. Heart of the Swarm bleibt seinem Vorgänger treu: In jeder Mission erhaltet ihr eine neue Einheit, werdet damit Schritt für Schritt an die verschiedenen Fähigkeiten eurer Einheiten herangeführt und lernt so sehr anschaulich, welche Vor- und Nachteile sie haben.

StarCraft 2: Heart of the Swarm - Sieh mir in die Augen, Zergling!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 78/841/84
Egal mit welcher Rasse, es kracht wieder ordentlich.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Besonders Spielern, die eher die Terraner oder die Protoss bevorzugen, ist damit ein leichterer Einstieg gewährleistet. Dennoch erfordern die Zerg ein hohes Maß an Mikromanagement, um alle Fähigkeiten der verschiedenen Einheiten voll auszuschöpfen. „Leicht zu erlernen, schwer zu meistern“ sagt man im Spielejargon oft und gern dazu.

Zusätzlich hat Blizzard den Szenario-Modus eingeführt. In jedem dieser Szenarien müsst ihr eine Aufgabe erfüllen, etwa mit einem ausgesprochen knappen Zeitlimit oder einem Mangel an Einheiten. Je nachdem, wie gut ihr dabei abschneidet, erhaltet ihr eine Medaille in Gold, Silber oder Bronze. Etwas zum Herumprahlen vor Freunden, und ihr könnt anschließend immer wieder versuchen, neue Bestwerte zu erreichen. Je nach Szenario kontrolliert ihr Einheiten der Zerg, Protoss oder Terraner, um euer Ziel zu erfüllen.

Die Königsdisziplin von Starcraft ist und bleibt für viele Spieler der Mehrspielermodus, der sich international großer Beliebtheit im E-Sports-Bereich erfreut. Hier hat sich im Vergleich zu Wings of Liberty nicht unglaublich viel geändert. Viele Anpassungen wurden verworfen, erneut abgeändert, erst vor und dann zurück, und am Ende doch wieder auf Anfang gesetzt.

Der Mutterschiffkern der Protoss kann schon relativ früh das Nexus-Gebäude mit einer Energiekanone aufrüsten, um die anfangs schwache Verteidigung der Protoss zu unterstützen. Mit dem Tempest und dem Orakel ergeben sich neue Synergie-Effekte. Das Orakel zieht los, um feindliche Stellungen sichtbar zu machen, und der Tempest zerstört diese auf große Reichweite. Durch eine Spezialfähigkeit kann das eigentlich unbewaffnete Orakel auch zeitweise einen Laserstrahl abschießen, mit dem kleinere Einheiten schnell vernichtet werden können.

StarCraft 2: Heart of the Swarm - Sieh mir in die Augen, Zergling!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 78/841/84
Ihr entscheidet, welche zusätzlichen Fähigkeiten eure Einheiten entwickeln.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

An der terranischen Front wurde wieder etwas mit dem Feuer gespielt, der Hellion Buggy kann sich nach einem Upgrade in einen Mech verwandeln. Dieser verursacht höheren Feuerschaden, dies aber auf Kosten der Reichweite und der Bewegungsgeschwindigkeit. Die Arachno-Mine kann sich wie ihr Vorgänger, die Spinnenmine, in den Boden eingraben. Im Gegensatz zur Spinnenmine verfügt die Arachno-Mine aber über einen Raketenwerfer, mit dem Feinde unter Beschuss genommen werden.

Die Zerg verfügen mit dem Schwarmwirt über eine Belagerungseinheit, die kleine Schrecken beschwört und diese auf Feinde in großer Entfernung schickt. Mit der Viper können ganz leicht feindliche Stellungen aufgebrochen werden. Kommen die Zerglingen nicht an den Belagerungspanzer auf der Klippe? Mit der Spezialfähigkeit der Viper, wird der Panzer von der Klippe herunter zu den wartenden Zerglingen gezogen, die dann kurzen Prozess mit dem Fahrzeug machen.