Hach ja, Quake. Das Mutterschiff des eSports. Lange vor League of Legends, Counter-Strike, DotA und auch Starcraft hast du bereits Hallen gefüllt. Zu einem Zeitpunkt als noch niemand den Begriff “eSport” etabliert hatte und deine Wettbewerbe unter “kompetitivem Zocken” verbucht wurden. Nun kehrst du mit Quake Champions zurück in die eSports-Gefilde der Welt, allerdings musst du einige Dinge auf die Kette kriegen. Wir sagen dir, welche!

Quake Champions - E3 2016 Trailer

Ein deutlich verbesserter Zuschauer-Modus

Eine der Haupt-Krankheiten der eSport-Szene von Overwatch ist aktuell der unzulängliche Zuschauer-Modus. Trotz akzeptablen Kamera-Winkeln ist die Action auf den Bildschirmen viel zu schnell, selbst für gekonnte Overwatch-Spieler. Neulinge hingegen verlieren völlig die Orientierung.

Dies würde bei Quake Champions nicht anders sein, schließlich rühmt sich die Reihe damit, ein echt harter Brocken zu sein. Im Zuschauer-Modus läuft alles besonders schnell ab, auch gibt es aktuell keine Kill-Cams, die die Spielzüge etwas langsamer erklären könnten. Ein guter Zuschauer-Modus ist das A und O eines jeden eSport-Titels. Auch Quake Champions wird Schwierigkeiten haben, sollte dieses bestehende Problem nicht gelöst werden.

Konstanter Support von Id Software und Bethesda

Die Unterstützung des Entwicklers und Publishers sind für die Entwicklung eines eSport-Bereiches unabdingbar. In Teilen hat Id Software hier aber schon gute Arbeit geleistet: So soll auf der diesjährigen Quakecon auch ein Quake Champions-Turnier stattfinden, um die alten Shooter-Hasen auf das neueste Produkt heiß zu machen.

Allerdings gibt es bislang noch keine Informationen über ein mögliches Preisgeld. Auch ist fraglich, was danach kommt: Ein Ligensystem? Oder doch eher eine Aneinanderkettung von Turnieren, wie es bei Valve-Titeln üblich ist? Was wird eher unterstützt, der 1v1-Modus oder doch eher ein teambasierter Wettbewerb? Fragen über Fragen, die bis zum Release des Spiels unbedingt geklärt werden müssen. Sobald diese essentiellen Dinge geklärt wurden, hat Quake Champions gute Chancen, ein populärer eSport-Titel zu werden.

Verbesserungen für Free-2-Play-Spieler

Mit der Anzahl an Spielern steht und fällt die eSport-Szene eines jeden Spiels. Denn: Meistens sind nur Leute an der eSport-Komponente interessiert, wenn sie den Titel selber spielen. Quake Champions kommt mit einem Free-2-Play-Modell daher. So weit, so gut. Allerdings enthält dieses Modell nicht die Möglichkeit, Champions mithilfe von in-game Geld zu kaufen, sondern lediglich auszuleihen.

Das heißt im Klartext: Findet ihr euren Main, müsst ihr ihn euch immer wieder erneut ausleihen oder ihn für echtes Geld erwerben. Ihn ohne Kosten konstant freizuschalten, ist nach dem jetzigen Stand nicht möglich. Das ist nicht nur potenziell nervig für den Konsumenten, es gibt in der Theorie Bezahlspielern einen zu krassen Vorteil. Während Free-2-Play-Spieler immer wieder ihren Main ausleihen müssen, auf den sie bauen können, können Spieler mit viel Geld frei herumexperimentieren. So ein System gibt es bislang nur in den wenigsten kostenlosen Spielen, in populären eSport-Titeln sucht man danach vergeblich - aus gutem Grund. Offen bleibt die Frage, wie viel Zeit der “Kostenlos-Spieler” hier investieren muss, um die Helden seiner Begierde permanent zur Verfügung zu haben. Falls Bethesda die Hürde hier zu hoch baut, könnte es zu einem echten Problem für den Arena-Shooter heranwachsen.

Insgesamt haben wir Hoffnungen, dass sich Quake Champions zu einem guten Nischen-Titel innerhalb der eSport-Szene entwickeln kann. Allerdings gibt es ein paar Dinge, die bis zum Release des Spiels noch verbessert werden können. Sollten diese Faktoren gefixt werden, steht dem Erfolg des Spiels nichts im Wege.