Pro-Gamer Kelly 'Mrs Violence' Kelley sprach in einem Interview darüber, warum es für einen weiblichen Pro-Gamer schwer ist, sich im eSport-Geschäft zu behaupten.

eSports - Kelly 'Mrs Violence' Kelley: Warum es schwer ist, sich als Frau im eSport zu behaupten

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Kelly 'Mrs Violence' Kelley bei einem Turnier (Bild von gameskinny.com)
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Spielen ist schon lange keine reine Männerdomäne mehr. Mit dem Siegeszug der Smartphones und Social Gaming begeistern sich immer mehr auch Frauen für diesen wunderbaren Zeitvertreib. Viele zocken auch gerne auf der Konsole oder am PC. Doch obwohl der Anteil an Frauen unter Spielern zunimmt, merkt man im eSport-Geschäft noch so gut wie gar nichts davon. Woran liegt das? Für Kelly 'Mrs Violence' Kelley sind es die Jungs, die Pro-Gamer wie sie nicht ernst nehmen.

Kelley, die mit ungefähr 11 oder 12 Jahren über professionelles Card-Gaming (Magic: The Gathering) zum eSport kam, und zu Beginn mit Ghost Recon und Halo anfing, kannte zu ihrer Zeit keinen anderen weiblichen Pro-Gamer. Sie selbst habe sich aus Mangel an Vorbildern an männliche Spieler gehalten. Mittlerweile gebe es aber schon wesentlich mehr weibliche Spieler, die im eSport ihr Glück versuchen. Doch das seien noch immer zu wenige, wie Kelley befindet. Und den Grund dafür will sie auch kennen.

"Es gibt nicht soviele Mädels, weil es nicht viele Möglichkeiten für sie gibt", so Kelley. "Die Jungs schauen sie an und sagen gleich 'Nein'. Ohne ihre Skills zu prüfen oder auf ihr Talent zu achten. Ich finde, das ist noch immer der wichtigste Grund, warum Mädels nicht in solchen Top-Teams dabei sind."

Es gebe ihrer Meinung nach noch immer das Missverständnis, dass Frauen eine wenig kompetitive Haltung zu Spielen hätten. Doch auch Frauen wollen siegen, nur gebe man ihnen dafür keine Möglichkeit. Je mehr Frauen also spielen, desto höher also ihre Chance, ihr Talent zu zeigen.

Eine separate Frauenliga innerhalb des eSports sei sei zwar eine lobenswerte Sache, doch Kelley weist zusätzlich darauf hin, dass die meisten Mädels einfach keine Lust darauf hätten. Sie wollen nun mal mit den besten spielen, sich mit den Besten der Besten messen - mit den Jungs.

"Aber unglücklicherweise ist es sogar kaum möglich, mit ihnen zu spielen, wenn man lediglich gemeinsam trainieren möchte. Sie wollen nicht einmal mit dir üben. Sie sehen dich als einen Witz, weil man ein Mädchen ist", so Kelley.

Doch auch reine Pro-Gamer-Teams, die aus Frauen bestehen, könne sich Kelley nicht vorstellen. "Sie halten einen Monat lang durch, oder ein Event lang und dann trennen sie sich. Sie verlieren das Interesse. Die Familie steht im Weg. Eine Menge Dinge halten dich vom Spielen ab. Aber zur selben Zeit muss man dranbleiben. Man muss ihnen beweisen, dass man es tun will. Man muss soviel spielen, wie die Jungs."

Sie selbst habe bis zu 17 Stunden am Tag gespielt, als sie noch aktiv war.