DrDisRespect ist ein sehr polarisierender Streamer auf Twitch, der täglich in die Rolle eines angeberischen und respektlosen Charakters springt und damit die Gemüter erhitzt. Ich habe ihn auf dem PUBG Global Invitational getroffen und ich gebe gleich eingangs offen zu – ich gehöre zu den Fans. Dementsprechend freute ich mich unglaublich und war sehr neugierig darauf, ob wir DrDisRespect im Interview auch mal aus seiner Rolle herauslocken können.

Bis zur letzten Sekunde war es noch unklar, ob wir überhaupt einen Slot für das Interview mit Doctor doctor doctor DisssRespect spect spect bekommen werden und so haben meine Kollegin Victoria Scholz von GIGA und ich uns sofort beim Meet and Greet angestellt, um wenigstens unsere T-Shirts signieren zu lassen. Auch wenn wir am Ende das Interview mit dem Twitcher führen durften (ihr seht es im Video weiter unten im Artikel), war es die richtige Entscheidung, denn so erlebten wir ihn ohne Kamera – bis auf die, welche das folgende Foto aufgenommen hat…

Man, ist der groß... Ich, der Doc und Vicky (v.l.)

Der Doc hinter der Kamera

Wir hatten das Glück, die ersten in der Reihe zu sein und als es hieß, wir könnten jetzt vorgehen, sprang ich DrDisRespect entgegen und versuchte, so cool wie nur möglich zu wirken, keine Schwäche zu zeigen und ihm bloß keinen Angriffspunkt zu liefern. Doch der Doc war ruhig, freundlich und warmherzig – auch wenn er es vielleicht niemals zugeben würde.

Der rund zwei Meter große Twitcher erschien in seiner vollen Montur – bei über 30 Grad – und beim Anblick meines T-Shirts, das er selbst in seinem Stream vertrieben hat und das einen langen Weg nach Berlin zurückgelegt hat, leuchteten seine Augen und er sagte „Nice Shirt“ und grinste schelmisch. Da war er für einen kurzen Moment der mir so gut bekannte DrDisRespect.

DrDisRespect im Interview

Als wir den Doc zwischen den Matches in den Umkleidekabinen abfingen, wo er natürlich weiterhin in seiner vollen Montur verweilte, bekam ich genau das, was ich sehen wollte und was ich mich beim Meet and Greet nicht zu provozieren wagte – den Prahler, den Rowdy, den Maulheld, den attraktiven und umwerfenden DrDisRespect!

Seine Begründung dafür, weshalb sein Team bisher so schlecht abgeschnitten hat? Shroud! Es sei Shrouds Schuld! Es sei immer Shrouds Schuld! Er selbst sei der Beste und er würde jedes Spiel gewinnen, egal was man ihm vorsetzt. Er habe allerdings Vorlieben und hält sich an diese und so werden wir ihn vermutlich nie Minecraft spielen sehen, auch wenn er dieses Spiel ebenfalls dominieren würde.

Auch vor der Kamera ist der Doc gefasst, vorausgesetzt man stellt die richtigen Fragen. Als wir uns danach erkundigten, wie es sich anfühlt, mit Streams Menschenleben zu verändern und gar zu „retten“, sagte der Twitcher ernst, es sei ein Privileg und es fühlte sich toll an.

Unser Interview könnt ihr euch auch einfach im Video anschauen:

DrDisRespect - Interview beim PUBG Global Invitational

Falls ihr euch übrigens fragt, wie wir auf diese lächerliche Behauptung kommen, ein Streamer, vor allem DrDisRespect, würde Leben retten, dann scheut euch seine Dankesrede für die Auszeichnung als Streamer of the Year im folgenden YouTube-Video an:

Ein weiteres Video

Nach dem Interview saßen wir in der Halle der Mercedes Benz Arena und schauten den Teams zu, wie sie um die ersten drei Plätze kämpften, denn die Sieger durften das gewonnene Geld an eine Charity-Organisation ihrer Wahl spenden.

Die Stimmung heizt sich auf, immer wieder ruft das Publikum "Raul!" "Raul!" Raul? Das ist nicht etwa der bürgerliche Name des Docs, vielmehr ein Schlachtruf, der ihn seit seinen FIFA-08-Zeiten in den Streams begleitet. Auch ich stimme mit ein. "RAUL!"